Kennst du ein paar davon vielleicht auch von dir?

Mit großer Freude sehe ich, dass immer mehr Leserinnen und Leser diesen Blog für sich entdecken, meine Bücher lesen oder mir in den sozialen Medien folgen. Je mehr Leute an der Party teilnehmen, desto mehr Spaß macht das Ganze, oder? 🙂

Verständlicherweise gibt es somit auch immer mehr Personen, die sich fragen, wer ich überhaupt bin und was mich und meine Arbeit auszeichnet. Wenn wir mal ehrlich sind, bin ich nicht sonderlich gut darin, mich öffentlich zu präsentieren. Um mein Wesen zu erfassen und herauszufinden, wie ich funktioniere, muss man sich mit meinen Texten auseinandersetzen und tief zwischen den Zeilen lesen.

Deshalb möchte ich die Entspannung der Osterfeiertage nutzen, um euch ein klein wenig von dem Mann hinter den Büchern zu erzählen. Meiner persönlichen Meinung nach sind es meine unkonventionellen Eigenschaften, die mich als Mensch einzigartig machen und die all das, was ich bis hierhin aufgebaut habe, ermöglicht haben.
Also habe ich einfach mal Freunde und Familie gefragt, was sie an mir ungewöhnlich finden und stellte amüsiert fest, dass die Liste meiner ungewöhnlichen Eigenarten geradezu bizarre Ausmaße annahm. Schließlich habe ich mir die Punkte herausgepickt, die meiner Meinung nach gut zu unserem gemeinsamen Kontext – der Persönlichkeitsentwicklung – passen und euch besser verstehen lassen, warum ich meine Arbeit so mache, wie ich sie nun mal mache und wie ich zu der Person wurde, die ich heute bin.

 

1. Ich genieße das Reisen mehr als das Bleiben

Ich reise sehr gerne, aber ich mag es nicht, zu lange an einem Ort zu bleiben. Das macht es beinahe unmöglich, einen entspannten Urlaub mit mir zu verbringen.
Luxushotel mit Pool und verlockenden Aktivitäten für die ganze Woche? Nichts für mich.
Am Strand liegen und an der Bräune arbeiten? Leider nicht mein Fall.
Einen schönen Platz zum Campen suchen und dort das Lager aufschlagen? Leider ebenfalls nicht.

Für mich ist es das Schönste, zu sehen und zu erleben. Ich gehe gerne wandern und genieße es, mir dabei alles in Ruhe anzusehen, aber auch schnell wieder weiterzuziehen, um mehr Details aufsaugen zu können.
Wenn ich reise, dann am liebsten mit dem Auto. Dabei genieße ich die Fahrt an sich am allermeisten. Wenn man nicht gerade auf einer langweiligen Autobahn unterwegs ist, gibt es so viel zu sehen.

Meine Urlaube sind meistens Touren. Das heißt: Wenn ich 14 Tage lang unterwegs bin, kannst du davon ausgehen, dass ich sechs oder sieben verschiedene Stationen abklappere und entsprechend auch an vielen verschiedenen Orten übernachte.

Ich mag jetzt gar nicht zu psychologisch werden, aber ich finde, dass sich meine Lebenseinstellung klar darin widerspiegelt. Ich sehe mich als Suchenden und Reisenden. Es ist nicht mein Wunsch, irgendwann „anzukommen“, die Füße hochzulegen und zu wissen, dass ich ausgelernt habe. Dafür genieße ich das Lernen und Erfahren viel zu sehr. Genau so soll mein Leben sein – wie meine Reisen. Also ziehe ich stets weiter, um Neues zu entdecken.

 

2. Keine halben Sachen

Wenn es um aufregende Ideen geht, gehe ich gerne aufs Ganze. Dabei ist es völlig egal, ob es um einen kleinen Einfall oder ein riesiges Projekt geht. Sobald ich Gefallen an etwas finde, bin ich Feuer und Flamme.

Manchmal äußern meine Freunde ganz beiläufig einen spontanen Einfall, wie zum Beispiel: „Wir sollten irgendwann mal wieder nach Holland an den Strand fahren.“
Und während die anderen sich über diese Idee freuen, sie aber doch wieder auf irgendwann später verschieben, bin ich bereits mit der Reiseplanung beschäftigt. Das Leben ist kurz. Also wieso nicht direkt Nägel mit Köpfen machen?

Auf dieselbe Weise sind schon ganze Bücher bei mir entstanden. Ich habe beim Mittagessen eine Idee, nehme mir später dann mal einen ganzen Nachmittag, um in Ruhe darüber nachzudenken und schon stecke ich kopfüber in der Erarbeitung eines Konzepts.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir viel zu wenig leben und viel zu sehr funktionieren. Aus diesem Grund stürze ich mich auf alles, was von Herzen Spaß machen könnte. Nahezu alles, was mir aufregend erscheint und mich aus der Komfortzone des Alltags herauslockt, bekommt meine Aufmerksamkeit.

Selbstverständlich hat auch das seine Grenzen. Man kann sich nicht um alles kümmern. Nicht jede Idee bringt ein außergewöhnliches Ergebnis hervor. Aber das Eine kann ich dir versichern: Ich habe eine Menge Spaß dabei!

 

3. Mein Alltags-Albtraum

Mein Albtraum im Alltag lässt sich in einem kurzen Satz zusammenfassen: Morgens halb 10 in Deutschland. Während ich nichts gegen einen knusprigen Snack mit Haselnüssen einzuwenden habe, hat sich mir die Romantik des Vormittags im Berufsalltag niemals erschlossen.

Sobald ich an einen Montagvormittag denke, kommen mir die folgenden Dinge in den Sinn: Überfüllte Straßen, Lärm, klingelnde Telefone, graue Büromöbel und aus irgendeinem Grund habe ich auch den Geruch von abgestandenem Kaffee in der Nase.
Höchstwahrscheinlich liegt das daran, dass ich genau das in früheren Jobs erlebt habe. Es hat mir nicht gefallen. Es erinnert mich an sehr unglückliche Zeiten.

Dabei ist mir vollkommen bewusst, dass das nicht für alle so ist. Tatsächlich können die wenigsten nachvollziehen, warum der Vormittag für mich die unangenehmste Zeit des Tages ist. Das ist in Ordnung. Schließlich ist jeder anders.

Ich liebe die Nacht. In der Nacht ist die ganze Welt still und der Himmel offenbart eine Schönheit, die am Tage nicht zu erkennen ist. Die Luft ist kühl und klar. Die Geräusche der Natur sind so viel intensiver.
In der Nacht fällt es mir leichter, mich zu konzentrieren. Der Großteil meiner Bücher entsteht nachts. Sogar einige meiner Blogartikel verfasse ich, wenn alles schläft.

Natürlich kann ich aber nicht jede Nacht wach bleiben. Deshalb habe ich vor einiger Zeit begonnen, meinen Vormittag umzubauen, sodass mein altes „Vormittags-Trauma“ (wie manche es mir scherzhaft unter die Nase reiben) mir fern bleibt. Mein Arbeitsumfeld ist stets gemütlich. Mein Büro, mein Coaching-Studio und mein Arbeitszimmer zu Hause würden eher als moderne Wohnzimmer durchgehen. Es ist mir wichtig, mich wohlzufühlen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit hat sich verlagert, sodass heutzutage meine gedanklichen Leistungen im Vordergrund stehen. Deshalb brauche ich ein Umfeld, in dem ich abschalten und mich konzentrieren kann.

Vielen ist das unbegreiflich. Die meisten sagen mir, dass sie eine „Arbeitsatmosphäre“ brauchen. Das verstehe und respektiere ich vollkommen. Für mich funktioniert das jedoch nicht mehr.

Versteh mich bitte nicht falsch: Wenn es hart auf hart kommt, leiste ich meinen Soll überall und jederzeit. Aber solange ich es mir aussuchen kann, gestalte ich den Vormittag nach meinen Vorlieben. Ich habe jedoch absolut nichts dagegen, morgens um halb 10 einen kleinen Snack zu futtern…

 

4. Ich bin (leider zu oft) scheu wie ein Reh

Es ist immer dasselbe mit mir: Ich will, dass die ganze Welt meine Bücher liest und von ihnen profitiert. Sobald ich jedoch der Aufgabe gegenüberstehe, der ganzen Welt von meinen Büchern zu erzählen, bekomme ich kalte Füße. Ich stehe nicht gerne im Rampenlicht und das ist der größte Stolperstein meiner Autorenkarriere.

Von mir sieht man immer nur so viel, wie mindestens nötig ist. Es ist schwer, mehr über mich herauszufinden oder Bilder von mir zu sehen. Mir ist bewusst, dass es für meine Leserinnen und Leser viel angenehmer wäre, öfter mal ein Gesicht zu sehen, das zu den Texten gehört. Meine Fans in den sozialen Medien freuen sich jedes Mal, wenn ich mich endlich mal wieder blicken lasse und sind dann enttäuscht, wenn es wochen- oder sogar monatelang wieder nichts zu sehen gibt. Das ist mir schmerzlich bewusst.

Mein liebster Superheld war schon immer Batman. Er zieht seine Maske und seinen Anzug an, weil er etwas bewirken will. Der Mann dahinter – Bruce Wayne – möchte jedoch unerkannt und anonym bleiben. Es geht ihm nicht darum, berühmt zu sein oder bewundert zu werden. Er tut einfach das, was er richtig und notwendig findet. Batman ist keine Berühmtheit, sondern ein Symbol.

Ich mag diese Einstellung. Meine ersten Bücher habe ich geschrieben, weil ich der Meinung war, dass etwas gesagt werden musste, das sonst noch niemand auf diese Weise formuliert hat. Es ging mir dabei niemals darum, berühmt zu werden oder Anerkennung zu erhalten. Genauso habe ich diesen Blog mit demselben Eifer und derselben Leidenschaft geschrieben, als ich erst drei oder vier Leser hatte. Ich tue das, was ich richtig und wichtig finde. Das macht mich zwar noch lange nicht zu Batman, aber trotzdem fällt es mir oft schwer zu begreifen, warum ich berühmt oder medial präsent sein muss. Meine Texte sprechen doch für sich.

Als Unternehmer und Coach weiß ich aber natürlich auch, dass ich meine Botschaft nur dann erfolgreich vermarkten kann, wenn eine Person dahintersteht, mit der man sich identifizieren kann. Deshalb arbeite ich an mir und meiner diesbezüglichen Einstellung. Ich bin zuversichtlich, dass man mich langfristig öfter zu Gesicht bekommen wird.

 

5. Ich kann es einfach nicht einsehen

Es gibt einen Gedanken, mit dem ich mich wohl niemals anfreunden werde. Und das, obwohl man niemals „nie“ sagen sollte! Ich möchte einfach nicht akzeptieren, dass irgendetwas unmöglich ist.

Wenn mir etwas nicht gelingt, dann glaube ich, dass ich nicht den richtigen Ansatz gewählt habe. Dass ich nicht stark genug war. Dass ich nicht ausdauernd genug war. Dass ich nicht kreativ genug war. Aber ich gebe mich niemals mit der Ausrede zufrieden, es sei unmöglich.

Ich will (!) ein Leben führen, in dem alle Möglichkeiten und Optionen offen sind. Manchen mag das sehr streng erscheinen. Viele würden argumentieren, dass man auf diese Weise niemals zufrieden sein kann. Für mich ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. Für mich muss nicht alles „geschafft“ oder erreicht sein. Ich bin bereits glücklich, wenn ich weiß, dass ich etwas tun KÖNNTE, wann immer mir der Sinn danach steht.

Jetzt gerade führe ich mein aktuelles Leben. Aber wenn ich morgen aufwache und das Bedürfnis habe, all das komplett umzukrempeln, dann möchte ich auch, dass es möglich ist. Es wäre nicht leicht. Es würde mir vielleicht alles abverlangen. Aber es wäre möglich.

Die meisten unserer Grenzen setzen wir uns selbst. Ich für meinen Teil habe das sehr lange getan. Seit ich an das Unmögliche glaube, habe ich viel mehr Spaß und Abenteuer gehabt als jemals zuvor. Deshalb werde ich wohl niemals akzeptieren, dass etwas völlig unmöglich sein soll.
Wer etwas nicht will, findet Ausreden. Wer es unbedingt will, findet Wege.

 

Ein ganz unnormaler Mensch

Die meisten Jahre meines Lebens war ich „anders“. Ich habe selten in Schubladen gepasst. Es fiel mir schwer, mich anzupassen. Lange habe ich darunter gelitten.

Es hat seine Zeit gedauert, bis ich begriff, wie besonders es ist, einzigartig und „unnormal“ zu sein. Irgendwann verstand ich, wie wertvoll es ist, nicht mit dem Strom zu schwimmen und zu hinterfragen. Ich verstand, dass das „richtige“ Leben außerhalb der Komfortzone beginnt. Mir wurde klar, dass die eigentliche Musik außerhalb aller Schubladen spielt.

Deshalb bin ich kein Autor für den Mainstream. Ich bin der Autor für die Unkonventionellen. Für die Grübler. Für die Hinterfrager. Für die, die ebenfalls völlig „unnormal“ sind. Meine Absicht war es nie, ein Rockstar zu werden. Meine Intention ist einfach nur, zu zeigen, wie schön das Leben sein kann, wenn man sich akzeptiert und abseits der konventionellen Pfade denkt.

Ich bin ein ganz normaler unnormaler Mensch und ich hoffe, dass das immer so bleiben wird. Vielleicht fällt es dir nun ein wenig leichter, mich zu verstehen. Vielleicht machen meine Marotten dem ein oder anderen Mut. Denn eine Sache kann ich dir versichern: Hinter jedem ungewöhnlich großen Erfolg steckt ein ungewöhnlich großartiger Mensch.

Gerate niemals in Zweifel, weil du „ungewöhnlich“ bist. Sei froh, dass du einzigartig bist.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, Aaron Burden