Ein sehr wichtiger Unterschied!

Ich werde dir nun zwei wahre Geschichten erzählen, die sich neulich erst ereignet haben. Mal schauen, ob du dabei erkennst, worauf ich hinausmöchte.

Thomas und Lara sind ein sehr glückliches Paar. In ihrem Freundeskreis sind sie bekannt dafür, immer Hand in Hand durch die Gegend zu spazieren. Sie scheinen immer etwas zum Lachen zu haben und tatsächlich erscheint es manchen ihrer Freunde so, dass sie „zu glücklich“ sind. Einige finden es sogar ungesund, dass sie nie streiten und so viel Zeit miteinander verbringen.
Eines Tages dann sieht jemand aus dem Freundeskreis Thomas und Lara zufällig in der Innenstadt. Die beiden laufen nebeneinander, halten aber nicht Händchen. Lara hat aufgequollene Augen und eine rote Nase. Thomas sieht aufgebracht aus und redet energisch auf sie ein. Der gemeinsame Freund zückt sofort sein Telefon, ruft seine Freundin an und sagt: „Rat mal, bei wem der Haussegen schief hängt. Wie ich gerade mit eigenen Augen sehe, sind Thomas und Lara doch nicht so ein perfektes Paar, wie sie immer vorgeben!“

Eine weitere Geschichte: Paul ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der es mit guten Instinkten und einer eisernen Arbeitsmoral weit gebracht hat. Seine Mitarbeiter fürchten und bewundern ihn zugleich, genauso wie viele seiner Freunde. Es ist nicht immer leicht, mit ihm befreundet zu sein, denn er erinnert andere an all das, was sie selbst gerne hätten und wären.
Eines Tages sieht einer seiner ehemaligen Angestellten Paul in der Stadt. Paul sieht unglücklich und ungepflegt aus. Er trägt eine Wollmütze auf dem Kopf, hat einen ungewohnt langen, ungepflegten Bart und seine Kleidung ist alles andere als adrett. Schadenfroh verbreitet der ehemalige Angestellte das Gerücht, Paul sei abgestürzt und nicht mehr erfolgreich.

„Plot twist“ – Wie die Dinge wirklich sind

Lass uns nicht vergessen: Beide Geschichten sind wahr. Ich habe sie in diesem Jahr erst miterlebt. Auf den ersten Blick wirken sie traurig, oder? Ein sehr glückliches Liebespaar, das sich plötzlich streitet und ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann, der abstürzt. So sieht es zumindest auf den ersten Blick aus. Doch, war das auch wirklich so? Du kannst es dir schon denken: Nein.

In Wirklichkeit sind Thomas und Lara immer noch überglücklich. Lara leidet unter Heuschnupfen und an dem Tag, als ein Freund sie und Thomas sah, hatte sie kurz zuvor allergisch reagiert. Thomas redete besorgt auf sie ein, um sie davon zu überzeugen, in die Notaufnahme zu fahren.

Was Paul betrifft, ist immer noch alles beim Alten. Er hatte sich einfach nur die Grippe eingefangen und deshalb zwei Wochen zu Hause im Bett verbracht. Als ihm sein Nasenspray ausging, zog er sich eine Mütze und eine Jogginghose über, sprang ins Auto und fuhr zur Apotheke. Dort wurde er dann von einem ehemaligen Mitarbeiter gesehen.

Nicht alles ist, wie es scheint

Die Moral hinter diesen Geschichten ist simpel: Nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Wenn wir einen anderen Menschen sehen, sehen wir immer nur einen mikroskopisch kleinen Ausschnitt seines Lebens. Es ist unmöglich, daraus die Wahrheit über seine Situation oder sein Leben abzuleiten. Deshalb sollten wir auch nicht auf den ersten Blick urteilen.

Das Ziel ändern

In diesem Artikel möchte ich jedoch nicht darauf hinaus, dass wir andere nicht verurteilen sollten. Ich möchte die Aufmerksamkeit gerne auf die andere Seite der Wahrnehmung lenken! Denn tatsächlich haben die meisten Menschen Angst davor, innerhalb von Sekunden verurteilt zu werden. Sie brezeln sich auf, wenn sie Brötchen kaufen gehen, weil sie ja jemandem begegnen könnten, den sie kennen. Sie versuchen, sich nach außen so reich und glücklich wie möglich zu geben und andere zu beeindrucken, damit ja nicht der Eindruck entsteht, es ginge ihnen nicht gut. Kommt dir das bekannt vor?

In meinem Buch „Drauf geschissen! – Wie dir endlich egal wird, was die anderen denken“, wird dieses Thema  ausführlich behandelt. Falls du es noch nicht gelesen hast, kann ich es dir an dieser Stelle nur ans Herz legen!

Es ist wichtig, dass wir keine Angst davor haben, was andere über uns denken. In Wirklichkeit ist es nämlich nicht wichtig. Und hier kommen wir zur Kernaussage meines heutigen Beitrags:

Das Ziel sollte sein, glücklich zu sein und nicht, glücklich auszusehen.

Dasselbe gilt natürlich auch für Reichtum. Ich BIN lieber reich, als so auszusehen. Was die anderen denken, ändert nämlich NICHTS an der Wahrheit. Denken wir noch einmal an unsere beiden Geschichten:

Thomas‘ und Laras Situation sah ganz danach aus, als wären die beiden unglücklich und zerstritten, obwohl sie es nicht waren. Ganz im Gegenteil. Ändert die Tatsache, dass ein Mitmensch die Situation anders interpretiert hat, etwas an der Wahrheit? Natürlich nicht.

Paul sah aus, als wäre er total am Ende. An diesem Tag hätte man ihn vielleicht sogar für einen Obdachlosen halten können, was sein ehemaliger Mitarbeiter auch sicherilch tat. Ändert das etwas an Pauls Erfolg, seinem Unternehmen und seinem Vermögen? Selbstverständlich nicht.

Auf die Wahrheit konzentrieren

Zu den besten Ratschlägen, die ich dir jemals geben kann, gehört dieser: Sei einfach glücklich. Versuch niemals, so auszusehen. Jeder Mensch erschafft seine eigene Wahrheit und es ist nicht deine Pflicht, anderen diese Aufgabe abzunehmen. Lass sie reden und denken, denn am Ende des Tages glauben sie ohnehin, was sie glauben wollen.

Wer das versteht und praktiziert, erreicht ein unglaublich hohes Maß an Freiheit, Zufriedenheit und Lebensqualität. Das kann ich dir reinen Gewissens sagen, denn ich spreche hier aus Erfahrung. Meine größten Erfolgserlebnisse teile ich nicht mit der Öffentlichkeit, meine erfolgreichsten Bücher habe ich im Pyjama verfasst (so, wie diesen Blogartikel) und, wenn du mir im Alltag zum ersten Mal begegnen würdest, würdest du vermutlich nicht glauben, dass ich ein erfolgreicher Unternehmer, Bestsellerautor und Coach bin. Etwas nur für sich zu machen, löst den Erwartungsdruck, den man sonst von seinem Umfeld spürt.

Zu viele Menschen sind damit beschäftigt, eine Illusion zu erschaffen, die sie glücklich, erfolgreich und reich aussehen lässt. Würden sie all diese Energie darin investieren, wirklich glücklich, erfolgreich und reich zu werden, sähe ihr Leben vermutlich ganz anders aus. Deshalb kann ich nur betonen: Scheiß auf das Bild, das du nach außen abgibst. Lege mehr Wert auf das Bild, das DU von dir hast.

In diesem Sinne: Lass dich nicht verrückt machen.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, Joe Caione