Man soll ja schließlich jede Medaille von zwei Seiten betrachten…

Man sagt, in jeder Krise gäbe es auch große Chancen. Daran glaube ich auch, denn es waren die schwersten Krisen meines Lebens, die mich zu den größten Erfolgen führten. Bei der aktuellen „Corona-Krise“ fällt es einem jedoch schwer, etwas Gutes zu erkennen. Die meisten von uns sind geschockt von den rasant steigenden Infektionszahlen, den immer zahlreicheren Todesopfern und den Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und Wirtschaft.

Viele sind sogar der Meinung, Optimismus sei dieser Tage taktlos. Offen gesagt sehe ich das ganz anders. Ja, wir sollten respektvoll und würdevoll mit all dem umgehen, was gerade geschieht. Es wird jedoch nichts besser werden, wenn wir uns nun aufgeben oder in Trauer und Depressionen verfallen. Ganz im Gegenteil! Wenn wir individuell, als Gesellschaft und als ganze Welt wieder aus der Krise herauskommen wollen, müssen wir anfangen, den Blick wieder auf die guten Dinge des Lebens zu richten. Deshalb möchte ich mit diesem Artikel ein wenig Optimismus verbreiten und somit ein kleines Licht in dunklen Zeiten entzünden.

Ständig zu Hause? Was für ein Segen!

Aktuell verbringen die allermeisten von uns sehr viel Zeit zu Hause und das stellt uns natürlich vor große Herausforderungen. Manche fühlen sich sehr isoliert, anderen fällt die Decke auf den Kopf und in einigen Familien führt das leider auch zu Konflikten und Problemen. In solchen Phasen häufen sich leider die Fälle von häuslicher Gewalt. Auch deshalb finde ich es wichtig, Optimismus zu verbreiten und dazu beizutragen, dass alle einen kühlen Kopf bewahren.

Ja, es ist anstrengend, so viel zu Hause zu sein. Aber, weißt du, was noch viel unglücklicher wäre? Kein Zuhause zu haben, in dem man ausharren kann. Vor genau diesem Problem stehen nämlich nicht wenige Menschen, auch hierzulande. Darüber hinaus las ich erst gestern, dass sich in Südafrika eine Ausgangssperre kaum durchsetzen lässt, da zu viele Menschen dort schlicht und einfach kein festes Dach über dem Kopf haben. Unglaublich, oder? Angesichts dessen möchte ich mich nicht darüber beschweren, in meinem warmen Zuhause festzusitzen, wo Strom und Wasser einwandfrei laufen und ich mir aussuchen kann, ob ich nun etwas esse, ein gutes Buch lese, meiner Arbeit nachgehe oder mich ins Bett pflanze, um einen Film zu schauen…

Wenn wir arbeiten müssen, wünschten wir, wir könnten einfach mal ein paar Tage zu Hause bleiben und es uns gemütlich machen. Für alle, die jetzt ans Home-Office gebunden sind oder nicht zur Arbeit können, ist dies die perfekte Möglichkeit, es sich gut gehen zu lassen und die Akkus aufzuladen. Lass es dir gut gehen und versuche, nicht zu viele Nachrichten zu konsumieren. Die verhageln dir nur das Urlaubs-Feeling.

Die viele Zeit zu Hause ist tatsächlich eine Chance. Du kannst sie nutzen, um viel über dich und dein Leben nachzudenken. Nun, da das Hamsterrad des Alltags sich nicht mehr so schnell dreht, kann man ein wenig verschnaufen und darüber nachdenken, wie man seine Zeit eigentlich immer verbringt.
Darüber hinaus kannst du dich weiterbilden. Du hast nun viel Zeit, um Bücher zu lesen, in Blogs zu stöbern oder mithilfe des Internets Sachen zu lernen, die du schon immer mal wissen wolltest. Du kannst nun als Persönlichkeit wachsen.

Insgesamt ist dies die Chance, zu einem „besseren“ oder auch „fähigeren“ Menschen zu werden. Du kannst viel über dich lernen und dafür sorgen, dass du gestärkt aus dieser Krise herausgehen wirst. Nutze diese Chance!

Erkennen, was wirklich wichtig ist

In den letzten Wochen mache ich ein paar interessante Beobachtungen. So ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass Statussymbole massiv an Bedeutung verloren haben. Das luxuriöse Auto, für das man so viel Geld bezahlt, steht nun überwiegend still. Man kann damit nicht in die Innenstadt fahren, um andere zu beeindrucken, denn dort ist schlicht und einfach niemand.
Die schicke und teure Markenkleidung hat ebenfalls nur wenig Bedeutung, denn aktuell laufen die meisten Menschen im Pyjama herum. Und, selbst wenn man aufgebrezelt nach draußen geht, interessiert es dieser Tage niemanden. Alle haben etwas anderes als dein Outfit im Sinn.

Ebenso habe ich viel über Geld nachgedacht. Dass man Geld nicht essen kann, war für die allermeisten von uns über Jahrzehnte hinweg nur eine Floskel. Aber nun, da die ersten Supermarktregale leer sind, begreifen wir die Realität hinter dieser Wahrheit. Es ist eine Erkenntnis, die Generationen vor uns schon gewinnen durften. Was bringt es dir, viel Geld zu haben, wenn du damit nicht deine Lieblings-Lebensmittel kaufen kannst? Was bringt dir viel Geld, wenn es kein Toilettenpapier gibt, das du damit kaufen könntest? Und was wird dir Geld bringen, wenn es tatsächlich auf eine schwere Rezession hinausläuft, in der die Supermarktregale WIRKLICH leer sein könnten?

Apropos Rezession: Sollte es zu einer schweren Wirtschaftskrise inklusive Hyperinflation kommen, dann wird auch der Letzte endlich verstehen, dass Geld nichts anderes als Papier ist, dessen Wert irgendjemand frei erfunden hat.

In Zeiten wie diesen lernen wir plötzlich, uns auf „echte“ Werte zu besinnen. Wir verstehen, wie wenig sozialer Status eigentlich wert ist. Plötzlich geht es um Solidarität. Wir helfen einander, nehmen Rücksicht aufeinander. Wir fragen uns, welche „echten“ Waren, Dinge und Werte wir haben, die uns in einer Krise nützlich sein könnten. Uns wird klar, wie lächerlich es war, sich noch vor wenigen Wochen Sorgen darüber gemacht zu haben, was die Arbeitskollegen wohl denken. Wir begreifen, dass das Leben zu kostbar ist, um es für lächerlich geringe Geldmengen an einem Ort einzutauschen, an dem wir nicht glücklich sind.

Es ist das eine, immer wieder in einem Blog oder Buch darüber zu lesen. Es ist jedoch etwas ganz anderes, diese Wahrheit aufgrund einer Krisensituation selbst zu spüren und zu begreifen.

Ich sehe das Ganze als große Chance für unsere Gesellschaft. Die Situation mag vielleicht nicht einfach sein, aber sie wird uns wichtige Lektionen über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens lehren. Ich glaube, dass wir das dringend brauchen, denn wir befinden uns in einer Welt, in der zu viele Menschen aus den Augen verloren haben, worauf es wirklich ankommt.

Kleine Anregung am Rande: Was glaubst du, wird uns diese Krise noch lehren? Ich freue mich auf Anregungen und Ergänzungen in den Kommentaren!

Mutter Erde darf durchatmen

Für unsere Weltwirtschaft ist es ein schwerer Schlag, dass aktuell viele Flugzeuge nicht fliegen, Schiffe nicht fahren und Fabriken stillstehen. Die Tourismusbranche liegt brach und das Konsumverhalten der Menschen ist stark eingeschränkt. Weißt du, für wen das sehr positiv klingt? Für Mutter Erde!

Mutter Erde darf jetzt endlich mal durchatmen und es ist erstaunlich, wie schnell sie sich erholt. So ist z.B. das Wasser in Venedigs Kanälen so sauber wie schon sehr lange nicht mehr und man sieht Fische darin schwimmen. An den Küsten wurden sogar Delfine gesichtet! In den Großstädten rund um den Globus verbessert sich die Luftqualität und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es zahlreiche klassische Touristenziele gibt, an denen die Auszeit gerade sehr willkommen ist.

Ja, nach der Corona-Krise werden viele Menschen weitermachen wie bisher und die Hoffnungen auf eine nachhaltige Erholung zunichte machen. Ich bin mir jedoch sehr sicher, dass ebenso viele Menschen umdenken werden und anfangen werden, achtsamer und nachhaltiger zu leben. Auch das ist eine Chance für uns alle.

Durchhalten, lernen, wachsen.

Wir befinden uns in schwierigen Zeiten, das steht außer Frage. Wir können uns jedoch aussuchen, ob wir daran zerbrechen oder wachsen wollen. Die stärksten Bäume wachsen im Sturm und vielleicht wächst die stärkste Gesellschaft in der größten Krise.

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir noch Vieles erleben, das uns erschüttern wird. Lasst uns dennoch versuchen, in diesen negativen Entwicklungen etwas Gutes zu sehen und das Beste daraus zu machen. Wenn wir das schaffen, haben wir nach der Krise eine echte Chance auf eine goldene Ära.

In diesem Sinne: Bleib besonnen, glücklich und gesund!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

Titelbild: Unsplash.com, Brian McGowan