Zeit, in den Dialog mit sich zu gehen…
Einige der besten Unterhaltungen meines Lebens hatte ich mit mir selbst. Eine seltsame Aussage, ich weiß. Aber ich meine das vollkommen ernst. Ich gehe gerne in den Dialog mit mir selbst. Das bedeutet nicht, dass ich laute Selbstgespräche führe. Es heißt, dass ich in meinen Gedanken das Gespräch mit mir selbst suche. Es hilft mir dabei, mich zu reflektieren. Es gibt mir aber auch die Möglichkeit, mich selbst wertzuschätzen, zu motivieren oder mir kräftig in den Allerwertesten zu treten, wenn ich merke, dass ich von meinem Weg abkomme.
Das wirklich Schöne an der Kommunikation mit sich selbst ist, dass man vollkommen offen sein kann. Ehrlich. Authentisch. Immer unter der Voraussetzung natürlich, dass wir auch ehrlich zu uns sind, anstatt uns selbst etwas vorzumachen. Wenn uns das gelingt, dann können wir absolut frei kommunizieren, ohne uns jemals Sorgen machen zu müssen, etwas „Falsches“ zu sagen. Wir können uns schließlich nicht selbst auf den Schlips treten, nicht wahr?
Ich möchte nicht so tun, als sei ich ein Experte darin. Und ganz bestimmt möchte ich dir nicht die Kommunikation mit sich selbst als Wundermittel anpreisen. Aber ich möchte dich ausdrücklich dazu motivieren, öfter mal das Gespräch mit dir zu suchen. Und wenn ich schon dabei bin, werde ich dir heute auch drei konkrete Aussagen an die Hand geben, mit denen du ein produktives Selbstgespräch beginnen kannst.
Ich lehne mich einfach mal weit aus dem Fenster und sage: All diese drei Aussagen sollten auf jeden von uns zutreffen.
1. „Ich habe schon Schlimmeres hinter mir. Auch das werde ich packen.“
Eine schwierige Vergangenheit gehabt zu haben, hat auch durchaus seine Vorzüge. Einer davon ist, dass man in Momenten neuer Probleme und Herausforderungen zurückblicken kann, um sich daran zu erinnern, wie weit man schon gekommen ist. Ich weiß, nicht jede Situation ist vergleichbar. Aber die Tatsache, DASS wir immer noch hier sind, ist der Beweis dafür, dass wir bis jetzt jede Hürde überwunden haben. Was für ein Trost in anspruchsvollen Zeiten, findest du nicht?
Hin und wieder blicke ich gerne mal zurück. In meinen Erinnerungen gibt es Momente und Situationen, über die ich heute lächeln kann. Damals, als das Problem akut war, dachte ich jedoch, die Welt würde unter meinen Füßen zusammenbrechen. Die simple Tatsache, dass ich heute so eine andere Perspektive haben kann, gibt mir Kraft. Es motiviert mich und gibt mir Zuversicht, dass ich eines Tages auch auf die heutigen Herausforderungen zurückblicken werde. Vielleicht sogar mit einem Lächeln auf den Lippen.
Du allein weißt, was es bei dir zu sehen gibt, wenn du auf den Verlauf deiner Geschichte schaust. Doch ich bin zuversichtlich, dass auch du sagen kannst: „Ich habe schon Schlimmeres hinter mir. Auch das werde ich packen.“
2. „Ich muss heute nicht alles schaffen.“
Im Jahr 2022 (wie die Zeit vergeht!) schrieb ich einen Blogartikel über einen Gedanken, der mir in vielen Lebenslagen geholfen hat. Ein ehemals Alkoholsüchtiger erzählte mir, wie er es geschafft hatte, mit seiner Sucht und dem Entzug umzugehen. Anstatt daran zu denken, dass er nie wieder trinken durfte, sagte er sich einfach, dass er es nur schaffen musste, heute nicht zu trinken. Und morgen würde ein neuer Tag sein. Dann würde seine Aufgabe lediglich sein, an diesem Tag nichts zu trinken. Er konfrontierte sich nicht täglich mit dem gesamten Berg, den seine Herausforderung darstellte. Er machte sich klar, dass er es jeden Tag nur schaffen musste, eine einzige Etappe des Weges zu gehen.
Wir alle stehen vor Herausforderungen. Wir stehen unter Leistungsdruck. Wir tragen Verantwortung. Wir müssen unseren Lebensunterhalt verdienen. Wir haben Verpflichtungen gegenüber anderen. Manchmal haben wir das Gefühl, dass uns das alles über den Kopf hinauswächst.
Deshalb ist es wichtig, dass wir uns manchmal an eine simple Wahrheit erinnern: „Ich muss heute nicht alles schaffen.“
Es reicht vollkommen, wenn du dein Bestes gibst. Wir sind alle nur Menschen 😉
(Besagten Blogartikel kannst du übrigens hier lesen.)
3. „Ich bin nicht perfekt. Aber ich bin genug.“
Wir erlangen ein großes Stück Freiheit und inneren Frieden, wenn wir akzeptieren können, nicht perfekt zu sein. Noch mehr davon erlangen wir, sobald wir uns eingestehen, gut genug zu sein. Die meisten Menschen leiden unter dem Druck, „gut genug“ sein zu müssen, ohne jemals zu begreifen, was sie eigentlich tun müssten, um endlich diesen mysteriösen Status des „Genügens“ zu erreichen. Es ist ein Phantom, das wir jagen. Stets darum bemüht, zu genügen und Bestätigung von anderen zu erlangen, reiben wir uns auf. Aber wir können uns auch dazu entscheiden, es einfach zu lassen.
Heute möchte ich dich dazu ermutigen, dir offen und ehrlich zu sagen: „Ich bin nicht perfekt. Aber ich bin gut genug.“
Denn die Wahrheit ist, dass niemand perfekt ist. Und das ist gut so. Ebenfalls wahr ist, dass du jetzt, hier, so wie du bist, gut genug bist. Gut genug für dich, für dein Leben und für die Menschen in deinem engsten Umfeld. Vergiss das bitte nicht.
Ich hoffe, dass meine heutigen Worte dich dazu motivieren, in dich zu gehen und den Dialog mit dir zu suchen. Wenn du dort bist und dich selbst findest, richte bitte liebe Grüße von mir aus 😉
Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael
Titelbild: Unsplash.com, Alexas Fotos








Wie immer ein motivierender Beitrag mit viel Wahrheit.
Ich wünsch dir ein schönes Wochenende.
Danke dir, Alexander!
Ich wünsche dir ebenfalls ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße
Michael
Guten Morgen Michael,
Es stimmt, man ist selbst sein stärkster Kritiker und man verlangt sich alles ab.Seit ich so krank war, bin ich am lernen, den Stress aus meinem Leben zu bekommen. Fühlt sich manchmal komisch an, aber ich werde nebenbei gesund.
Danke für deine Unterstützung dabei.
Schön dass du da bist.
Liebe Grüße Claudia
Danke für diesen schönen Beitrag, lieber Michael. Wieder einmal regt er sehr zum nachdenken an und inspiriert dazu, an sich zu arbeiten.
Danke für deine Inspiration!
Luisa
Von Herzen gern, liebe Luisa. Danke für deinen Zuspruch!
Da kann ich dir nur zustimmen, liebe Claudia. Ich freue mich sehr für dich, dass du einen Weg gefunden hast, der dir gut tut. Und natürlich ist es mir eine große Freude, dich auf diesem Weg unterstützen zu können.
Ich danke dir für deine Wertschätzung und wünsche dir weiterhin alles Gute. Lass dich nicht unterkriegen!
Liebe Grüße
Michael
Hallo Michael, du schreibst jedes mal aus meiner Seele , wie ich mich fühle . Triffst es genau und deine Worte tuen so gut und lassen einen nachdenken ! Liebe grüsse Ramona
Das freut mich wirklich sehr, liebe Ramona. Herzlichen Dank für deine Wertschätzung 😊
Liebe Grüße
Michael
Hallo Michael,
Dein heutiges Thema ist auch1 sehr wichtiges u.wertvolles Thema u.Denkansatz für anstehende Herausforderungen.
Es ermutigt u.stärkt für d.notwendigen Schritte dazu .
Vielen Dank für deine wertschätzenden Worte, liebe Birgitta. Schön, dass der Artikel dir gefällt.
Liebe Grüße
Michael
Super Artikel, Michael! So wie wir es von dir kennen 🙂 Danke für deine Worte!
Gruß, Simone
Ich danke dir, liebe Simone 😊
Kurz und Knapp, aber sowas von wahr!! Vielen Dank Michael für deine wahren Worte.
Liebe Grüße
Irmtraud Bördgen
Ich habe zu danken, liebe Irmtraud! Danke für deinen Zuspruch und für deine Wertschätzung 🙂
Liebe Grüße
Michael
Schöner Beitrag. Wie immer hilfreich. Danke.
Danke für deine wertschätzenden Worte, Marco. Schön, dass der Beitrag dir gefällt.