Dieser Tage vielleicht sinnvoller als je zuvor…

Wenn ich von „dunklen Zeiten“ spreche, dann meine ich nicht, dass die Tage kürzer werden. Ich spreche von einer allgemein düsteren Stimmung. Von Krisen, Zukunftsängsten und einer großen Verunsicherung. Ich spreche von Hoffnungslosigkeit und fehlendem Mut. Von Antriebslosigkeit und dem bedrückenden Gefühl, an kaum noch etwas Freude zu haben.

Wir haben ein paar sehr schwierige Jahre hinter uns und erfahren gerade, dass die nähere Zukunft nicht unbedingt rosiger sein wird. Wie geht man damit um? Lässt man sich das zu Herzen gehen? Versucht man, Gleichgültigkeit an den Tag zu legen? Bleibt man positiv und konzentriert sich einfach auf das, was immer noch gut ist?

Wie genau du damit umgehst, bleibt natürlich dir überlassen. Das entscheidet jeder von uns selbst. Ich persönlich versuche, so oft wie möglich positiv zu sein, auch wenn mir das nicht an jedem Tag gelingt.

Vor wenigen Tagen erst schrieb mir eine Leserin: „Michael, alles fühlt sich so dunkel an. Ich bin von Dunkelheit umgeben und finde das Licht nicht.“

Meine Antwort darauf war: „Sei das Licht.“

 

Kleine Lichter in dunklen Zeiten

Meiner Meinung nach ist es pure Eigenverantwortung, sein eigenes Licht zu sein, wenn die Zeiten düster sind. Es geht nicht darum, auf die Hilfe und Inspiration anderer zu warten. Es geht darum, sich selbst den Weg zu zeigen.

Während ich das schreibe, ist mir völlig bewusst, dass das nicht leicht ist. Den Mut und vor allem die Kraft dafür zu finden, kann eine der größten Herausforderungen des Lebens sein. Aber ich erwarte ja auch von niemandem, den perfekten Weg durch jede Krise zu finden und ein gleißendes Licht der Weisheit zu sein.
Nein, es reicht bereits vollkommen aus, ein kleines Lichtlein zu zünden, das uns den nächsten Schritt ermöglicht. Ein kleines Licht der Hoffnung, das uns zeigt, dass wir sehr wohl etwas gegen die Dunkelheit tun können. Ein kleines Stückchen Gewissheit, dass wir Mittel und Wege haben, dunkle Orte zu verlassen und düstere Zeiten hinter uns zu lassen.

Es geht nur selten darum, Großes zu vollbringen. In Wahrheit beginnt jeder triumphale Erfolg mit einem kleinen Schritt. Mit einer kleinen, aber mutigen Entscheidung. Und deshalb glaube ich auch, dass der Weg aus der Dunkelheit heraus mit einem kleinen Licht der Hoffnung beginnt.

 

Was wir gegen die Dunkelheit tun können

Im Folgenden möchte ich dir 7 kleine Maßnahmen zeigen, die du heute noch auf den Weg bringen kannst, um ein wenig Licht in diese düsteren Zeiten zu bringen. Ich werde das Rad nicht neu erfinden. Du wirst hier nichts lernen, wovon du noch nie zuvor gehört hast. Ich möchte dich lediglich an ein paar positive Perspektiven erinnern, die wir im Alltag viel zu schnell vergessen.

 

1. (Wieder-)entdecke die kleinen Freuden

Wir sind eine verwöhnte Gesellschaft und wollen von allem stets das Beste. Dabei sind es doch die kleinen Freuden, die dem Leben die besondere Würze geben. Lass uns die Freude an den kleinen Genüssen wiederentdecken. Gönn dir ein kleines, aber feines Stück Kuchen. Richte dir einmal in der Woche einen gemütlichen und kuscheligen Filmeabend ein, völlig egal ob allein oder mit anderen. Nimm dir etwas Zeit, um einen erholsamen Spaziergang durch die Natur zu machen. Viel von dem Luxus, den wir kennen, wird stark eingeschränkt werden. Aber das heißt doch nicht, dass es keine Genüsse oder Annehmlichkeiten mehr geben wird. Es liegt an uns, die kleinen Freuden des Lebens aufblühen zu lassen.

 

2. Dankbarkeit und Achtsamkeit

Das führt uns dann auch direkt zu den Themen „Dankbarkeit“ und „Achtsamkeit“. Es gibt immer noch so vieles in deinem Leben, wofür du dankbar sein kannst. Um dich herum geschehen immer noch so viele kleine und große Wunder. Es ist klar, dass wir den Blick dafür verlieren, wenn wir immer nur auf das schauen, was aktuell nicht gut läuft. Lass uns nicht diesen Anfängerfehler machen. Bleiben wir lieber dankbar. Dankbar für das Leben. Dankbar für jeden neuen Tag. Dankbar für die Chance, sein Leben selbst zu bestimmen.
Ein Leben in Dankbarkeit ist so viel heller und erfüllter als ein Dasein in der Opferrolle.

 

3. Menschen, die du liebst

Wir leben in sehr unpersönlichen Zeiten. Wir ziehen uns zurück, hängen am Smartphone, gehen den Verlockungen des Internets auf den Leim und verbringen nur noch Zeit mit unseren Mitmenschen, wenn wir sie „brauchen“.

Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, in der wir erkennen, dass das Leben miteinander schöner und wertvoller ist. Wir koexistieren alle gemeinsam auf diesem Planeten. Wo sind die Zeiten hin, in denen wir die Tage gemeinsam verbracht haben? Die Zeiten, in denen wir noch richtige Gemeinschaften hatten und einander unterstützt haben? Die Zeiten, in denen wir viel mehr Zeit mit den Menschen verbracht haben, die wir lieben?
Damals konnte man einfach bei seinen Freunden vorbeischauen und den Tag zusammen verbringen. Heute muss man wochenlang im Voraus planen, ob man sich vielleicht mal für ein Stündchen sehen kann…

Vielleicht ist dies die Zeit, in der wir erkennen, dass wir einander sehr viel geben können.

 

4. Menschen, die dir nicht gut tun

Nicht nur die äußeren Umstände verursachen Dunkelheit in unserem Leben, sondern auch die Menschen, die uns nicht gut tun. Denk mal ganz objektiv über dein direktes Umfeld nach. Sollte es aus Personen bestehen, die dich aufbauen, gratuliere ich dir ganz herzlich. Viele von uns sind jedoch von negativen Persönlichkeiten umgeben, die ihnen Energie und Lebensmut rauben. Es kann ein Segen sein, sich davon zu lösen. Auch das ist ein Hoffnungsschimmer für eine glücklichere Zukunft…

 

5. Werde besser

Das meiner Meinung nach beste Mittel, um Licht in die Dunkelheit zu bringen, ist intensive Arbeit an sich selbst. Je mehr wir uns bilden, je besser wir uns verstehen, je intensiver wir unsere Stärken ausarbeiten und je tiefer wir in die Persönlichkeitsentwicklung vordringen, desto stärker werden wir.
Diese Stärke gibt uns ein Gefühl von Kontrolle und Stabilität. Wir haben plötzlich nicht mehr den Eindruck, durch das Leben zu treiben, sondern fühlen uns mächtig genug, selbst zu bestimmen, was geschieht. Wir definieren unseren Einflussbereich und nehmen das Zepter wieder in die Hand, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Also nutze diese Zeiten, um besser zu werden. Besser in jeder Hinsicht, die dir einfällt und gut tut.

Ja, es ist wichtig, sich zu akzeptieren. Das heißt aber nicht, dass man nicht immer einen Weg findet, weiterzugehen. Solange wir atmen und solange das Herz in unserer Brust schlägt, werden wir immer Wege finden, bessere Persönlichkeiten zu werden.

 

6. Große Ziele und Träume

Wenn du auf hoher See in einen Sturm gerätst, ist deine Reise nicht vorüber. Dein Ziel bleibt das Ziel. Es wird nur schwerer, es zu erreichen.

Hör also nicht auf, dir große Ziele zu setzen und Träume zu haben, nur weil das Leben gerade schwierig erscheint. Hab etwas Großes, woran du festhalten kannst. Beschütze deine Träume und deine Vision. Nach jedem Sturm wird auch wieder die Sonne scheinen. Dann wird es auch wieder leichter sein, die Reise fortzusetzen.

 

7. Sei hilfreich

Sei nicht nur ein Licht für dich selbst, sondern auch für andere. Nicht jeder von uns hat immer die Kraft, sein eigenes Licht zu sein. Sei dir deiner Verantwortung gegenüber deinen Mitmenschen bewusst. Du bist wichtig. Du wirst gebraucht. Du kannst ein Vorbild sein. Der Gedanke daran kann sehr motivierend sein. Zumindest ist er das für mich. Wenn es mal einen Tag gibt, an dem mir die Kraft fehlt, mich dem Alltag zu stellen, denke ich an die Menschen, die mich brauchen. Und schon habe ich einen guten Grund, aufzustehen und mein Bestes zu geben.

 

Wenn jeder von uns in diesen dunklen Zeiten nur ein paar kleine Lichter der Hoffnung anzündet, ist die lange Nacht gar nicht mehr so beängstigend. Ich hoffe, dich mit diesen Zeilen ein wenig inspirieren zu können und verabschiede mich ins Wochenende.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

 

Titelbild: Unsplash.com, Volodymyr Hryshchenko