Lass uns das mal ehrlich hinterfragen.
Wie die meisten bemerkt haben, fiel es mir in letzter Zeit schwer, wöchentlich einen Blogartikel zu veröffentlichen. Nicht etwa, weil ich keine Lust hätte. Nicht etwa, weil meine Leserinnen und Leser mir egal wären. Einfach deshalb, weil der goldene Käfig, also unser privilegiertes Leben, mir so viel abverlangt, dass ich schlicht und einfach nicht immer die Zeit und Energie finde, um jede Woche einen Beitrag zu schreiben und zu veröffentlichen.
Versteh mich bitte nicht falsch: Ich liebe, was ich beruflich mache. Ehrlich. Ich gebe bis zu 15 Coachings pro Woche und genieße es, Menschen auf ihrem Weg der Persönlichkeitsentwicklung unterstützen zu dürfen.
Ich liebe Bücher, ich liebe das Schreiben, und noch mehr liebe ich den Gedanken, dass es immer irgendwo jemanden gibt, der meine Gedanken in seinem Kopf hört und sich damit auseinandersetzt.
Ich bekomme ein wohliges Gefühl im Bauch, wenn ich daran denke, dass es ein paar tausend Gleichgesinnte gibt, die meine Blogartikel lesen und im Idealfall sogar ein wenig Inspiration darin finden.
Ich bin fasziniert von der Vorstellung, dass ich ein Video auf YouTube veröffentliche, das sich ein paar tausend Menschen ansehen.
Ich bin aufrichtig dankbar, sagen zu können, dass dies mein Beruf ist. Das bin ich.
Und dennoch erwische ich mich oft dabei, wie ich mich frage: „Wie natürlich ist das, was ich hier mache?“
Denn bei all diesen Aufgaben sitze ich an einem Schreibtisch, vor zahlreichen Bildschirmen. Wenn ich arbeite, bewege ich mich kaum. Ich bin nicht in Kontakt mit der Natur. Ich sitze nicht im Sonnenlicht. Die Luft, die durch meine Lungen strömt, ist nicht immer frische Luft.
Wenn ich darüber nachdenke, dass wir Menschen dazu konstruiert wurden, uns zu bewegen, zu rennen und zu springen, dann ist das schon verrückt. Wenn ich darüber nachdenke, dass wir Sonnenlicht und frische Luft brauchen, um gesund zu bleiben, ist es ebenfalls verrückt.
Und weißt du was? Ich bin damit nicht alleine. Die allermeisten von uns führen kein „natürliches“ Leben. Wir führen ein Leben, das „dem System“ angepasst ist. Und vielleicht ist das auch einer der Hauptgründe dafür, dass so viele von uns krank und unglücklich sind.
Denn wenn wir uns die Gesellschaft mal anschauen und WIRKLICH kritisch hinterfragen, was sehen wir dann? Wir sehen eine Gesellschaft, die funktioniert, aber keine Gesellschaft, die das Leben genießt.
Der goldene Käfig.
In Deutschland sprechen wir immer davon, wie gut es uns geht. Wir sprechen von modernen Städten und Häusern, intakten Straßen, einer starken Wirtschaft, guter Infrastruktur, einer erstklassigen medizinischen Versorgung, Wohlstand, individueller Freiheit, usw.
Lass uns mal kurz ausklammern, dass vieles davon ohnehin kurz davor steht, zu bröckeln und uns um die Ohren zu fliegen. Gehen wir mal davon aus, das alles seien stabile Merkmale unseres modernen Lebens.
Es sind großartige Privilegien, nicht wahr? Aber sie haben auch einen Preis. Dieser Preis ist, dass jeder einen Beitrag zum System hinter den Privilegien leisten muss. Und dieser Beitrag bedeutet in der Regel, einen Alltag zu bestreiten, in dem man funktioniert und eine Aufgabe erfüllt. Es geht nicht darum, sein Leben zu genießen. Es geht nicht darum, im Einklang mit irgendetwas zu sein. Es geht schlicht und einfach darum, eine Aufgabe zu erfüllen.
Wir werden dazu erzogen, unser Selbstwertgefühl daran zu koppeln, wie viel Leistung wir für das System aufbringen können. Wer das gut macht, wird reichlich belohnt. Nicht mit Freiheit, sondern mit mehr Besitz. Mehr Geld und mehr Sachen, die man sich damit kaufen kann.
Als glücklicher Mensch gilt nicht jemand, der viel Zeit im Freien verbringt, im Einklang mit der Natur ist und seine Zeit frei einteilen kann. Als glücklicher Mensch gilt man, wenn man viele „wichtige“ Dinge zu tun hat, ein teures Auto fährt, ein teures Zuhause hat und teure Kleidung trägt.
Ich selbst habe Jahre damit verbracht, mir diesen goldenen Käfig zu bauen. Ich erzähle gerne die Geschichte, wie ich mich mit wachsendem Besitz immer leerer fühlte. Ich hatte ein großes, luxuriöses Zuhause und ein paar schicke Autos vor der Türe. Und ich zahlte jeden Tag einen hohen Preis dafür, all diese Dinge zu haben, die mir im Grunde nichts gaben.
Natürlich bin ich da nicht der Einzige. Neulich erst sprach ich mit einem Ehepaar, beide Ende 30. Sie haben letztes Jahr ein Haus gebaut und sagten mir: „Irgendwie fühlt sich das seltsam an. Wir haben uns bis zum Lebensende für das Haus verschuldet. Aber wir sind kaum dort, weil wir den ganzen Tag arbeiten, um es abzuzahlen.“
Darüber hinaus ließen sich noch unzählige andere Beispiele dafür finden, wie wir uns einen goldenen Käfig bauen. Ich denke, du verstehst, worauf ich hinaus will.
Ich bin nicht hier, um irgendjemanden anzuklagen. Wir alle sitzen in diesem Boot. Und wir werden das System auch nicht ändern. Vielleicht ist das auch okay so.
Aber vielleicht sollten wir mal laut darüber nachdenken, wie wir wieder ein bisschen mehr „LEBEN“ in das Ganze bekommen.
Leben oder Funktionieren?
Vielleicht zeigt sich unser Verhältnis zum Leben am deutlichsten darin, wie schwer es uns inzwischen fällt, einfach mal nichts „Sinnvolles“ zu tun.
Stell dir vor, jemand erzählt dir, er habe an einem Dienstagnachmittag zwei Stunden lang mit einem guten Freund in einem Café gesessen. Sie haben Kaffee getrunken, miteinander gesprochen, gelacht und irgendwann festgestellt, dass zwei Stunden vergangen sind.
Was hat dieser Mensch in dieser Zeit geschafft? Nichts.
Zumindest dann nicht, wenn wir die Maßstäbe anlegen, nach denen wir unseren Alltag normalerweise bewerten. Er hat kein Geld verdient. Keine Aufgabe erledigt. Keine E-Mail beantwortet. Nichts produziert. Nichts optimiert.
Und trotzdem könnten es zwei der wertvollsten Stunden seiner gesamten Woche gewesen sein.
Ich finde es faszinierend, wie sehr wir inzwischen darauf konditioniert sind, selbst unsere Freizeit mit einem Zweck zu versehen. Wir gehen nicht einfach spazieren, sondern sammeln Schritte. Wir treiben Sport, um fitter zu werden. Wir hören beim Autofahren Podcasts, um uns weiterzubilden. Wir machen aus Hobbys Projekte und aus Interessen irgendwann Nebenjobs. Selbst Erholung soll möglichst effizient sein, damit wir anschließend wieder leistungsfähiger sind.
Aber wann tun wir eigentlich etwas, nur weil wir gerade am Leben sind und Freude daran haben? Wann „verschwenden“ wir Zeit, ohne sie als verschwendet zu betrachten?
Vielleicht liegt genau darin eines unserer größten Missverständnisse: Effizienz ist etwas Wunderbares, wenn sie uns dabei hilft, mehr Raum für ein gutes Leben zu schaffen. Sie wird problematisch, wenn das Leben selbst effizient werden muss.
Ich selbst muss mich daran immer wieder erinnern. Mein erster Impuls ist häufig noch heute, freie Zeit mit irgendeiner sinnvollen Aufgabe zu füllen. Da gibt es schließlich immer etwas zu erledigen, zu verbessern oder voranzutreiben.
Doch inzwischen frage ich mich häufiger: Was, wenn ich gerade überhaupt nichts vorantreiben muss?
Was, wenn ich einfach einen Kaffee trinken, durch den Wald laufen, mit meiner Frau reden, irgendwo sitzen oder in den Himmel schauen darf?
Was, wenn nicht jede Stunde meines Lebens einen Ertrag erwirtschaften muss, um wertvoll zu sein?
Vielleicht bedeutet Leben manchmal einfach nur, für einen Moment aufzuhören, aus seiner Zeit etwas „machen“ zu wollen und stattdessen einfach etwas mit ihr zu erleben.
Würde ich den goldenen Käfig aufgeben?
Ich würde die Privilegien des goldenen Käfigs dennoch nicht aufgeben wollen. Nicht nur, weil ich mich so sehr daran gewöhnt habe, sondern auch, weil ich viele der Privilegien schätze, genieße und liebe. Sie ermöglichen es mir beispielsweise, gerade diese Zeilen zu schreiben und mit euch zu teilen. Viele der modernen Errungenschaften, mit denen wir heute leben, sind ein Segen, das kann ich nicht bestreiten.
Aber vielleicht können wir es schaffen, aus dem „goldenen Käfig“ einen „Raum voller goldener Werkzeuge“ zu machen.
Neulich ist etwas Seltsames passiert: Es war ein Sommertag. Ich parkte mein Auto auf der Straße und machte mich zu Fuß auf den 5-minütigen Weg zu meinem Büro, als plötzlich ein kräftiger Regenschauer begann.
Instinktiv begann ich zu rennen, so wie alle anderen Menschen um mich herum. Doch plötzlich, als ich den Regen auf meiner Haut spürte, blieb ich stehen. Es fühlte sich gut an. Ich weiß, es klingt total verrückt, aber irgendwie fühlte ich mich lebendig. Ich fragte mich, wann ich das letzte Mal einen Sommerregen auf meiner Haut gespürt hatte und musste schockiert feststellen, dass ich mich nicht erinnern konnte.
Und so passierte es, dass ich im Regen stand, während um mich herum alle rannten und Deckung suchten. Anschließend war ich dankbar für das moderne Privileg, dass das Badezimmer in meinem Büro eine Dusche hat, denn ich war komplett nass, als ich ankam 🙂
Das Gefühl von Verbundenheit ist ein Luxus, kein spirituelles Gerede. Ein Spaziergang im Wald. Sonnenlicht auf der Haut. Frische Luft in den Lungen. Mit seinen bloßen Händen in Erde wühlen und eine Pflanze eintopfen. Die Füße im Sand eines Strandes vergraben. Das alles gehört zu unserer Natur dazu, denn wir sind ein Teil davon.
Zeit ist ein Luxus. Sich Zeit nehmen, um nichts Produktives zu tun. Sich Zeit nehmen, die man nicht mit irgendeiner Form von Unterhaltung füllt. Zeit, um einfach nur zu sein.
Bewegung ist ein Luxus. Wer das Privileg hat, sich bewegen zu können, sollte es auch nutzen. Freude an der Bewegung haben. Gesund sein. Die Vitalität spüren. Das Geschenk annehmen, welches das Leben uns gab.
Und es ist ebenfalls Luxus, sich frei dazu entscheiden zu können, diese Dinge zu tun.
Die Privilegien nutzen. Sich nicht für sie aufreiben.
Jemand sagte mir mal: „Es ist ein Unterschied, ob du für all das, was du hast, strampelst, oder ob du all das, was du hast, als Werkzeuge für ein gutes Leben benutzt.“
Heute hat diese Aussage einen höheren Stellenwert für mich als je zuvor.
Du und ich, wir beide wissen, dass wir das System nicht ändern werden. Vermutlich ist es auch besser so, dass wir nicht mehr leben wie zu Urzeiten. Aber ich denke, es kann nicht schaden, wenn wir hin und wieder versuchen, mehr Leben in unser Leben zu bringen. Nein, das ist kein Tippfehler. Das habe ich ganz bewusst so geschrieben.
Ich weiß nicht, was diese Gedanken bei anderen bewirken. Es sind einfach Dinge, die mich gerade beschäftigen. Auch wenn ich dankbar für vieles bin, so sehne ich mich oft nach einem einfacheren Leben. Nicht „einfacher“ im Sinne von „leichter“, sondern im Sinne von „simpler“. Und ich glaube, dass ich damit nicht alleine bin.
Vieles von dem, was ich hier schreibe, gehört zur Kategorie: „Leichter gesagt als getan“. Darüber hinaus werden viele meiner Aussagen auch kontroverse Gedanken auslösen, was völlig in Ordnung ist.
Ich bin nicht hier, um perfekte Lösungen anzubieten. Ich bin hier, um Gedanken zu teilen und Gleichgesinnte zu erreichen. Und natürlich hoffe ich wie immer, auch die ein oder andere Person da draußen inspirieren zu können.
Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael
Titelbild: Unsplash.com, Colton Duke








Vielen Dank, Michael!
Das sind sehr wert-volle Gedanken.
Darf ich Sie ein bisschen ergaenzen?
Z.B. mit: im Augenblick bewusst leben. Also, nicht durch die Zeit jagen und eigentlich nie ankommen, sondern anhalten, um z.B. den Regen auf der Haut zu spueren, oder dem Wind zuhoeren, oder die Wellen des Meeres kommen und gehen sehen.
Oder: bewusst essen, gesund essen, denn der Goldene Kaefig bringt uns Dinge, die wir nicht wirklich brauchen, und uns letztendlich krank machen – und abhaenhig. Wer weiss schon, wie man sich gesund ernaehrt und den wunderbaren Koerper, den wir haben, gesund haltet bis zu unserem letzten Atemzug?
Froehlich und gelassen und gesund bis zum letzten Atemzug, das ist mein Ziel.
Wo lernen wir die einfachen und wirklich wichtigen Dinge fuer ein erfuelltes Leben in Selbstvertrauen und bewusster Liebe? In der Schule nicht. In unserem System nicht. Das ist auf Konkurrenz und Leistung aufgebaut.
Also ist es vielleicht an der Zeit, den goldenen Kaefig zu oeffnen. Denn im Luxus krank sein und nicht selbststaendig, sondern pflegebeduerftig, in einer bewusst zerstoerten Umwelt ist eigentlich kein Leben, oder?
Lieber Guenter, ich danke dir für deine wertvollen Ergänzungen, welche herzlich willkommen sind!
Ich stimme dir darin zu, dass wir nicht lernen, zu leben. Die Schulen und die Gesellschaft bringen uns bei, zu funktionieren.
Früher hatte es einen seltsamen Beigeschmack, wenn man das laut äußerte. Man konnte dann schnell in die Schublade des „Verschwörungstheoretikers“ rutschen. Heute haben wir (glücklicherweise) einen Punkt erreicht, an dem sich viele Menschen dieser Umstände bewusst sind und sie offen ansprechen.
Liebe Grüße
Michael
woow….schon irgendwie heftig …denn genau dieses Thema beschäftigt mich seit Wochen.. ….Deine Blogartigel kommen immer im richtigen Moment!!! 😇Danke danke danke ! Beste Grüße Sandra
Du weißt doch: Es gibt keine Zufälle 😉
Lieber Michael,
das sind wieder sehr schöne und sehr wichtige Gedanken, die Du da niedergeschrieben hast.
Ich danke Dir sehr dafür.
Ich genieße das Privileg, mich im Un-Ruhestand, also in der Rente, zu befinden und endlich wieder Herrin meiner Zeit zu sein, zumindest meistens. Ein paar Pflichten bleiben ja.
Und weißt Du was, ich genieße das. Ich genieße die Möglichkeit, am Vormittag einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen, mir mittags ein Nickerchen zu gönnen und endlich Zeit zum Lesen zu haben.
Danke für Deinen Artikel. Er hilft mir, mich noch mehr auf das Wesentliche, auf mein Leben und wie ich es gestalte, zu besinnen.
Liebe Grüße Beate
P.S. Natürlich rezensiere ich Deine Hörbücher, nachdem ich sie gehört habe.
Herzlichen Dank, liebe Beate!
Es freut mich für dich, dass du den Un-Ruhestand (ich mag diese Perspektive!) für dich nutzen kannst und mehr Achtsamkeit empfindest.
Selbstbestimmung und Freiheit sind unendlich wertvoll.
Danke für deine Wertschätzung, und danke dafür, dass du mich mit Bewertungen für meine Hörbücher unterstützt!
Liebe Grüße
Michael
Einfach toll! Danke für diesen Beitrag. Es spiegelt genau meine Gedanken wider und bestätigt mich in meiner neuen Lebensweise. Natürlich ist klar, das wir jetzt nicht alle unseren Job kündigen können und darauf hoffen, es rieselt Geld vom Himmel. Klar muss man etwas dafür tun. Aber nach einigen unschönen Situationen im Umfeld, die vielen Geschehnisse auf der Welt und auch Momenten, die einem in positiver Weise die Augen geöffnet haben, leben wir jetzt moderat minimalistisch, bewusster und „simpler“. Kein überflüssiger Konsum von unsinnigen Dingen, überteuerten Marken o.ä. Zudem haben wir den All-in Urlaub mit langweiliger Poolliege, gegen Abenteuer eingetauscht. Nächstes Jahr geht es z.b. zum Nordkap 🙂 Wir nehmen uns mehr Zeit für uns, aber auch für bzw. mit Freunden. Das Leben kann so schnell vorbei sein und deshalb sollten wir jeden Tag in vollen Zügen genießen, soweit es eben möglich ist und unsere Träume auch planen und angehen. Ich wünsche hier jedem, dass er sein Gleichgewicht zwischen Geld verdienen und Leben findet und dieses mehr Leben im Leben einbauen kann 🙂
Auch von mir vielen Dank, für deine Gedanken, Jessica!
In deinen Zeilen lese ich, dass du das, „was man eben so macht“ gegen eine eigene Vorstellung von einem glücklichen Leben eingetauscht hast. Eine starke und mutige Entscheidung! Und vor allem ist es eine schöne Form von Achtsamkeit und Selbstbewusstsein. Ich freue mich für dich!
Liebe Grüße
Michael
Lieber Michael,
wieder einmal wahre Worte und Gedanken, die sehr wichtig sind und jeden von uns betreffen. Ich habe einen sehr verantwortungsvollen und auch manchmal stressigen Job….. aber, wir dürfen unsere Hunde mit ins Büro nehmen, meine Malinois Hündin Bella ist ein absoluter Stressstopper, sie erinnert mich daran, dass es zwischendurch Zeit zum spielen oder streicheln ist, was tatsächlich bei mir funktioniert.
Seit ca. 3 Monaten, bin ich aus einer sehr schwierigen Lebenssituation raus, ich höre Deine Bücher, die mir sehr wertvolle Tipps geben, und ich war immer schon ein Stehaufmännchen.
Bedingt durch Bella spazieren wir eh jeden Tag, aber ich nehme mir jetzt die Zeit mehr zu Wandern, mehr raus zu gehen, abends auf dem Balkon zu sitzen, mit einem Gläschen Rose und nichts zu tun.
Wir werden nächste Woche einen Wanderurlaub in Thüringen machen, einfach mal raus ohne sich Gedanken machen zu müssen, klappt es zu Hause oder im Büro, egal, es muss auch mal ohne mich gehen.
Zeit für mich, glücklich sein und das Leben genießen, das ist meine neue Devise. Klar die Annehmlichkeiten des goldenen Käfigs möchte ich auch nicht aufgeben aber ich habe die Tür geöffnet und nutze das, was ich in dem Käfig habe, damit es mir gut geht und ich auch mal ganz bewusst für mich sinnvolle Dinge tun kann.
Liebe Grüße Silke
Liebe Silke,
für mich klingt das so, als hättest du für dich die richtigen Erkenntnisse gewonnen und nicht gezögert, sie auch anzuwenden. Ich finde es klasse und freue mich für dich!
Viel Spaß beim Wanderurlaub! Lass es dir gut gehen und hab eine wunderbare Zeit.
Liebe Grüße
Michael
Lieber Michael,
zunächst einmal: Schön, wieder von dir zu lesen! Ich muss gestehen, ich habe mich in den letzten Wochen schon gefragt, ob dir die Themen ausgegangen sind – schließlich geht es bei dir ja meist darum, sich selbst zu bestimmen und sinnhaft zu leben. Umso schöner ist dieser Beitrag.
Deine Gedanken zum „goldenen Käfig“ beschäftigen mich schon lange. Ab 50 blickt man anders auf die Dinge. Erst recht, wenn der Körper nicht mehr ganz unbeschwert mitmacht und Malaisen auftauchen. Spätestens dann merkt man, dass man oft nur dem hinterherläuft, was der Körper vorgibt. Die Gesundheit fordert ihre Priorität ein.
Für mich liegt der Sinn darin zu erkennen, dass wir nur hier sind, um Erfahrungen zu machen – dass das Leben eine Reise ist. Es geht darum, Themen bewusst zu erfahren und abzuarbeiten, statt nur zu funktionieren.
Wir sind selbst dabei, unseren Käfig abzubauen. Wir haben lange gehadert und geplant. Kopf und Herz haben gegeneinander gekämpft – am Ende hat das Herz gewonnen. Erst danach setzte die Kreativität ein und zeigte tausend Wege, wie es gehen könnte. Als ich die Angst losließ und einfach machte, kam alles ins Rollen. Und es fühlt sich gut an.
Meine anstehende Reise nach Thailand ist genau so ein Schritt: Ich möchte das Leben wieder spüren, die Menschen, den Strand, die Luft zum Atmen und den echten Austausch.
Wenn man den Gedanken konsequent weiterdenkt – bis dahin, hier die Zelte abzubrechen und sich woanders niederzulassen –, setzen Erleichterung und Entspannung ein. Es darf noch etwas anderes kommen als der goldene Käfig. Ein Sich-Fallenlassen.
Wir sind super zuversichtlich und können das neue Kapitel kaum erwarten!
Danke für den Beitrag und dafür, den Gedanken gemeinsam zu Ende zu führen. Hab eine gute Zeit, ich freue mich auf die nächste Inspiration!
Liebe Onuma,
die Themen gehen mir so schnell nicht aus, aber dafür die verfügbaren Stunden pro Tag 😉
Danke für den Einblick in deine Gedanken und die Entwicklung dahinter.
Ich freue mich für dich und wünsche dir für das kommende Abenteuer nur das Beste! Das wird gut werden.
Liebe Grüße
Michael
Lieber Michael,
Ich verstehe Deine Bedenken, aber Du hast mal wieder mit Deinem Artikel den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ein sehr guter Ansporn, auch mal an sich selbst zu denken und das Leben zu genießen und sei es ein warmer Sommerregen. Die kleinen Dinge zu genießen, jeden Tag begegnen uns Situationen, die scheinbar unwichtig sind, aber wenn mir jemand mit einer Geste, einem Lächeln oder einem netten Wort ein Lächeln auf die Lippen gebracht hat, ist das ein wertvoller Moment, an den man leider sich oft schon am nächsten Tag nicht mehr erinnert. Aber genau das macht das Leben aus.
Du hast es aber mit Deinen Zeilen wieder einmal geschafft, die Gratwanderung hinzubekommen. Danke, dass es Dich gibt.
Liebe Sabine, das hast du wirklich schön zum Ausdruck gebracht. Ich denke auch, dass es die kleinen wunderbaren Dinge sind, die jeden Tag um uns herum geschehen, welche am Ende des Tages das Leben ausmachen.
Danke auch für deine Wertschätzung. Das bedeutet mir viel.
Liebe Grüße
Michael
Kurz und knapp von mir gesagt, sehr schön geschrieben und zum Nachdenken angeregt , danke
Vielen Dank, Hanno!
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
Ein super erfrischender Beitrag, lieber Michael. Du holst mich da komplett ab, da ich auch so denke – aber es im Alltag und im goldenen Käfig doch zu oft vergesse. Also danke ich dir herzlich für diesen Reminder. Schön, dass du auch mal das aussprichst, was unangenehm sein kann und deshalb nicht jedem gefällt. Danke dafür und weiter so!
Herzlichen Gruß
Erika
Herzlichen Dank, liebe Erika!
Schön, dass meine Zeilen dich inspirieren 🙂
Liebe Grüße
Michael
Hey Michael,
danke für den Beitrag – der kam bei mir gerade ziemlich genau zum richtigen Zeitpunkt.
Ich bin vorgestern aus dem Urlaub zurückgekommen und warte seitdem eigentlich auf den Moment, an dem ich mal wieder ein bisschen loslasse. Stattdessen: putzen, waschen, organisieren, Mails checken, Dinge erledigen. Das Übliche eben.
Immerhin hatte dieses Pflichtbewusstsein heute einen Vorteil: Ich habe Deine Mail gelesen, bevor ich mich einfach mit einem Kaffee in den Garten gesetzt habe. Und genau das werde ich jetzt nachholen.
Irgendwo in mir rumort schon lange die Sehnsucht nach einem simpleren Leben. Ein kleines Häuschen irgendwo am Meer in Italien, wenig Verpflichtungen, „keine Termine und leicht einen sitzen“ – und irgendwann schlendert man runter ins Dorf zu Giovanni auf einen Espresso. Eigentlich klingt das gar nicht soo kompliziert.
Das Problem ist nur: Selbst dieses einfache Leben würde ich wahrscheinlich erst einmal gründlich planen, kalkulieren und optimieren. Lage prüfen, Haus suchen, Finanzierung rechnen, Renovierung planen – und schwupps hätte ich aus dem Ausstieg aus dem Hamsterrad wieder ein neues Projekt gemacht…
Ich bin Mitte fünfzig, habe viel gearbeitet und erwische mich trotzdem ständig dabei, nach der nächsten Aufgabe, Idee oder Herausforderung zu suchen. Meine Frau ist übrigens keinen Deut besser. Dabei merken wir beide immer deutlicher: Eigentlich wollen wir gar nicht noch mehr Geld oder noch mehr Projekte. Wir wollen mehr Ruhe. Mehr Zeit miteinander. Mehr Zeit mit unseren fast erwachsenen Kindern. Und vielleicht auch einfach öfter mal einen völlig unproduktiven Nachmittag.
Vielleicht ist genau das die Kunst: Nicht auch noch das „einfache Leben“ perfekt hinbekommen zu wollen, sondern irgendwann einfach damit anzufangen.
Danke für den Anstoß, Michael. Mein erster mutiger Schritt folgt unmittelbar: Kaffee. Garten. Keine Aufgabe.
Danke für den ehrlichen Einblick in deine Gedanken, Patrick.
Das, was du beschreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Wir sind darauf konditioniert, zu funktionieren. Effizient zu sein. Wir befriedigen unser Geltungsbedürfnis über Leistung.
Und bis zu einem gewissen Punkt finde ich persönlich das sogar sehr sinnvoll. Wir Menschen haben uns schon immer am wohlsten gefühlt, wenn wir über uns hinausgewachsen sind. Aber wenn wir irgendwann sogar verlernen, einfach zu „sein“, dann wissen wir, dass wir in der Leistungsspirale gefangen sind.
Ein simpleres Leben beginnt genau dort, wo wir nicht mehr versuchen, alles richtig zu machen. Insofern halte ich deinen ersten mutigen Schritt für einen wunderbaren Anfang 😉
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße
Michael
Ich sitze mittlerweile in einem dunklen abgezahlten Haus, ich schreibe bewusst dunkel,weil das Leben ist aussen geblieben und mittlerweile bin ich krank geworden und finde nicht mehr viel Freude daran. Ich würde jedem empfehlen genießt euer Leben genießt den Wind genießt die Freiheit, die ihr habt. Macht euch nicht abhängig von einem verrückten Haus oder Job…ihr werdet definitiv glücklicher…weil ihr müsst nicht sagen,orrr kann ich mir nicht leisten,wegen Haus oder so..
Danke für deine ehrlichen Worte, liebe Anja. Ich bin mir sicher, dass sehr viele verstehen können, was du meinst.
Ich hoffe, dass du dennoch hin und wieder die Vorzüge dessen genießen kannst, was du dir aufgebaut hast. Denn nichts ist ausschließlich gut oder schlecht. Und natürlich wünsche ich dir von Herzen gute Besserung!
Liebe Grüße
Michael