Das Leben macht keine Termine. Und du?

Eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir ständig Termine machen, um endlich unsere Träume zu verwirklichen?

  • „Sobald ich Summe X angespart habe, kann ich endlich anfangen, dies und das zu machen.“
  • „Wenn ich erst einmal etwas Gewicht abgenommen habe, kann ich wieder Strandurlaub machen.“
  • „Ich muss nur noch diese 5 Bücher lesen und dann bin ich bereit, mich meinen Zielen zu widmen.“
  • „Sobald die Phase auf der Arbeit überstanden ist, kann ich mir endlich mal wieder etwas Zeit für mich nehmen.“

Wir machen Termine, um zu leben. Wir machen sogar völlig unbestimmte Termine, um zu leben. Aber weißt du, wer keine Termine macht? Das Leben. Die nächste Herausforderung, Plan-Durchkreuzung oder auch der nächste Schicksalsschlag wird nicht angekündigt. Das kannst du nicht planen.

Diese Woche wurde ich auf grausame Weise daran erinnert. Ein Anruf, ein Erlebnis und die Welt ist für einen Moment nicht mehr dieselbe. Woran mich das erinnert hat? Daran, dass das Leben keine Termine macht. Daran, dass auch ich keine Termine machen, sondern einfach leben sollte.

Also mache ich das jetzt einfach und ich empfehle dir, dasselbe zu tun. Und nein, ich rufe nicht zur Anarchie auf. Ich sage nicht, du solltest jeden Tag wie den allerletzten leben. Alles, was ich dir sagen möchte, ist dies:

Vielleicht kannst du nicht jeden deiner Träume sofort verwirklichen. ABER du kannst heute anfangen, daran zu arbeiten. Warte nicht damit. Mache keinen unbestimmten Termin in der Zukunft. Lebe JETZT, solange du kannst. Wir wissen nicht, was es genau mit dem Leben auf sich hat. Aber wenn wir schon mittendrin sind, können wir es auch einfach genießen.

In diesem Sinne: Hab eine schöne Zeit.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

Titelbild: Unsplash.com, Edu Grande

18 Kommentare, sei der nächste!

  1. Das „lustige“ an Termine ist doch das wir tatsächlich daran glauben zu wissen was in der nächsten Sekunde Stunde Tag Woche Monat Jahr sein werde. Wie bekannt bin ich ein Mensch der wie auch immer mit Extreme zu tun hat. Extreme lernen unweigerlich das du die Sache Termine zwar in einem gewissen Rahmen betreiben kannst jedoch stets immer mit etwas völlig anderem rechnen musst.

    Wenn wir eine längere Fahrt planen Zeit Route usw. dann sage ich am Ende der Planung meist …“hast du auch eingeplant das ein Geisterfahrer von vorne kommen kann ein LKW von hinten ein Flugzeug von oben und in Bruchteile einer Sekunde kommt alles anders als du es je geplant hast…“ Dann sehe ich in ratlose Gesichter höre „ach das kann mir doch nicht passieren“ uvm. Doch das Leben sagt es ganz anders. Sehr viele Menschen die mir begegnen sagten einst „passiert mir doch nicht“ und etwas später waren sie in der „Hölle ihres Lebens“.

    Zwar plane ich auch in einem gewissen Sinn mein Leben jedoch lasse ich vieles einfach so kommen wie es kommt.

    *

    Eine ganz andere Geschichte ist so so leben wie man will. An vielen Orten Länder usw. wird Freiheit propagiert. Ich würde da aber eher von Mogelpackungen sprechen. Selbst in der Abgeschiedenheit Alaskas hast du wohl eine gewisse Freiheit bist aber an Regeln gebunden. Musst du natürlich nicht einhalten was aber mehr als weniger Ärger bringen kann.

    Heute würde ich sagen das es sehr wenige Orte und meist die damit verbundenen besonderen Umstände gibt die dir eine gewisse Freiheit bieten. Solche Orte und Umstände würde aber wohl kaum jemand wünschen. So doof es sich anhören mag aber gerade in (wie ich es sage) ulimative Extreme habe ich die besten Freiheiten erlebt. Als ich kampfunfähig gefesselt mit dem Bauch auf dem Boden lag und man mir in einer gewissen zu erahnenden Absicht eine Waffe an den Hinterkopf drückte war mir wahrlich übel. Aber ich verspürte eine Freiheit. klingt irre und sicherlich sollte man das nie so erleben. Dennoch wusste ich das in Bruchteilen mein leben wohl ein Ende haben wird. ich war ganz ich selbst. Egal was ich machen würde. Weinen Lachen Freude Hass. Egal. Ja und Termine die ich noch hatte waren wohl der letzte Punkt auf meiner Liste die mir durch den Kopf ging.

    Man feuerte nicht ab. Schwer verletzt überlebte ich. Etwa 3 Stunden später stand fest das ich all mein Hab und Gut verloren hatte nur wenige Cent in der Tasche es war kalt es regnete … aber ich lebte.

    PS: bislang brachte ich es auf mehrere ähnliche Situationen wo andere selbst Fachleute sagten „ach das überlebt der nie“. ich lebe noch weiß mit meiner Zeit wirklich sinnvolles anzustellen wie den Blog von Michael zu besuchen und lebe ein leben und …. ich bin ernsthaft wiirklich absolut glücklich.

    1. Ich denke, dass der Mensch viel zu sehr mit der Bewältigung des Alltags beschäftigt ist, um alle Eventualitäten einplanen zu können. Das ist auch gut so. Wenn ich jedoch ganz objektiv auf die Sache schaue und das große Ganze von oben betrachte, finde ich es einfach schade, dass wir zu beschäftigt sind, um das Leben zu genießen. Denn oft, wenn wir an unsere Sterblichkeit oder Zerbrechlichkeit erinnert werden, ist es zu spät, um Dinge zu tun, die man zuvor gerne getan hätte.

      Also: Immer das Beste aus allem machen 🙂

      Viele Grüße
      Michael

      1. Einer der wohl größten Hindernisse die sich dem Menschen stellen sind Unfreiheiten.

        Zwar wird an allen Stellen die Freiheit propagiert doch wenn wir das alles genauer betrachten ist die Freiheit doch sehr beschnitten. Aus Freiheit ist eine Art Bonsai Baum geworden.

        Ein Bonsai wird von Menschen in der Wurzel beschnitten und eingeengt so das er sich nur so wie der Mensch es sich denkt entwickelt.

        Zum Glück sind wir keine Bonsai Bäume und können uns noch bewegen. Selbst die noch so kleinste Bewegung und sei es nur der Fakt das man noch lebt ist wahre Freiheit.

        …man muss sich also nur bewegen bzw. zumindest anfangen zu leben.

  2. So hat es schon John Lennon gesagt bzw. in einem Liedtext verwendet: Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.

    Ein schönes Wochenende
    Manfred

  3. Hallo Michael!
    Du hast mit deinem Blog 100%ig Recht.
    Wir leben in der Gegenwart und wissen nicht, was die Zukunft uns bringt.
    Ich werde mich aber nicht davon abhalten lassen, das zu tun, was ich machen möchte, weil ich die Zukunft nicht beeinflussen kann.
    Das Leben ist und bleibt „lebensgefährlich“.

    LG. Hans

    1. Hallo Hans,

      da hast du wohl Recht: Das Leben ist im wahrsten Sinne lebensgefährlich 🙂 Mit deiner positiven Einstellung lässt sich das Leben bestimmt besser genießen.

      Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche!

      Viele Grüße
      Michael

  4. Hi Michael,

    es ist traurig zu hören, dass du heute ein schlimmes Erlebnis hattest. Ich hoffe, du kommst gut klar.
    Ich bin neu hier, hallo! 🙂

    Dein Beitrag ist sehr auf den Punkt getroffen. Die Welt ist voller Veränderungen täglich, ist doch (leider) klar, dass das eigene Leben nicht wie geplant oder gewünscht laufen kann. Ich finde, es ist wichtig, zu lernen, zu unterscheiden, was man beeinflussen kann und was nicht und wie man letzteres akzeptieren lernt und sich damit irgendwie arrangiert und es für sich passabel machen kann – nach dem Motto Love It, Change It or Leave It.

    Ebenso finde ich Achtsamkeit total wichtig, sein Umfeld, die Natur, schöne Dinge bewusst wahrzunehmen und dafür dankbar zu sein – es ist nichts selbstverständlich. Das ist in unserer Gesellschaft so verloren gegangen 🙁

    Für das kommende Wochenende habe ich dennoch etwas geplant und hoffe nach einer Woche voller negativer Überraschungen bei der Arbeit, dass es in Erfüllung geht: einen Tag in der Natur, ein gutes Buch und Zeit für mich und meinen Mann.

    Euch auch ein schönes und erholsames Wochenende! Und dir Michael, alles Gute!
    Simone

    1. Hallo Simone,

      vielen Dank für deine lieben Worte und herzlich willkommen auf dem Blog! 🙂

      Du sprichst einen sehr, sehr wichtigen Punkt an: Man muss unterscheiden, was man beeinflussen kann und was nicht. Wir müssen unseren Einflussbereich im Alltag genau kennenlernen und verstehen.
      Darüber hinaus gilt noch etwas (für mich) viel Wichtigeres: Wir können uns oft nicht aussuchen, WAS geschieht, aber wir können uns immer aussuchen, WIE wir damit umgehen.

      Ich hoffe, dass du dein Wochenende wie geplant verbringen konntest und wünsche dir einen tollen Start in die neue Woche!

      Viele Grüße
      Michael

  5. Hallo Michael,
    mal wieder voll auf den Punkt getroffen.
    Heute hat mir eine Ärztin geraten im hier und jetzt zu leben und es vollkommen zu genießen und nicht zu fragen, ob es für die anderen richtig ist und nicht voraus planen. Es kommt meistens anders als man denkt.
    Schönes Wochenende
    LG Iris

    1. Hi Iris,

      ich verstehe dich und mir haben das auch schon verschiedene Ärzte gesagt, ist echt ein Problem. Ich kann keine Entscheidung treffen, ohne zu überlegen, was andere davon halten könnten. Was ich will, ist mir oft unklar.
      Ich habe das Buch „Drauf geschissen“ von Michael gerade gelesen, hat die Augen geöffnet und mich etwas geerdet für das, was wichtig ist. Lies es doch auch mal;-)

      LG, Simone

      1. Interessante Aspekte. Was die besagten Ärzte wohl meinen ist der Anfang zur inneren Freiheit. Erst wenn wir innerlich wirklich frei sind können wir die andere Freiheit angehen und genau in dieser anderen freiheit geht es alles andere als frei zu. Hier sollten Veränderungen geschaffen sein doch ein unfreier Mensch der in sich selbst gefangen ist würde die Freiheit noch mehr beschneiden. Genau so können wir den lieben Alltag weltweit sehen.

        Haben wir es geschafft innerlich frei zu werden wird man erstaunliche Dinge erleben. Frage ich Leute nach ihrer Meinung bin ich so richtig Stolz wenn die mir sagen „wie du fragst mich nach meiner Meinung – du machst doch eh was du willst“.

        Eine wahrlich gute Einschätzung zu meiner Person die von anderen so gesagt wird. Da habe ich es doch tatsächlich geschafft das zu tun was ich will.

        Das schafft jeder. Man muss es einfach nur tun.

  6. Ich halte Ziele für sinnvoll und richtig, denn sie geben mir meine Richtung und daraus entsteht Motivation.
    Und dann mache ich mich auf den Weg, ohne Verbissenheit, sondern mit Freude. Kommt dann das Schicksal und schlägt zu, dann kreiere ich neue Träume, usw..
    Keine Träume und Ziele zu haben, nur weil das Schicksal täglich zuschlagen kann, fände ich schade, denn dann würde ich mich treiben lassen. Zu planen, ist etwas wunderbar inspirierendes, man darf nur nicht zu verbissen sein.
    Aber jeder, wie er mag.
    Hermann

    1. Das sehe ich genauso, ich plane schon seit fast 20 Jahren Meilensteine in meinem Leben, ich finde das sehr aufregend seinem persönlichen Ziel jeden Tag ein Stück näher zu kommen und am Ende wenn ich es erreicht habe bin ich auch Jahre später noch stolz darauf was ich geschafft habe und freue mich jeden Tag darüber.
      Wenn ich mir jedesmal denken würde „dies und jenes könnte dazwischenkommen, irgendwer könnte sterben oder ich könnte dabei verletzt werden also mach ich es lieber doch nicht…“
      …. das wäre ein echter Motivationskiller für mich…
      Aber wie gesagt – jeder wie er mag 😉

    2. Hallo Hermann,

      ich bin ebenfalls ein großer Freund von Zielen und hoffe, dass mein Beitrag nicht das Gegenteil suggeriert. Ich rufe ja sogar dazu auf, diese Ziele zu verfolgen und nicht tatenlos stehenzubleiben. Meine persönliche Lebensphilosophie sagt mir, dass unser Körper stetige Veränderung und Weiterentwicklung symbolisiert. Es macht Sinn, seinen Lebensstil daran anzupassen 🙂

      Je nachdem, welcher Natur die eigenen Ziele sind, kann man sein Leben auf dem Weg sehr genießen. Das wünsche ich einfach jedem Menschen.

      Viele Grüße
      Michael

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