Bitte gründlich lesen und zu Herzen nehmen… 

Lass uns diesen Artikel mit einer Aussage beginnen, die mich früher dazu brachte, mit den Augen zu rollen, aber heute ein fester Bestandteil meines Glaubenssystems ist:

Du bist das Spiegelbild dessen, was du täglich konsumierst, denkst, entscheidest und tust.

Früher rollte ich mit den Augen. Warum? Klang mir zu esoterisch. Zu spirituell. Zu sehr nach: „Du bist der Schöpfer deiner Realität.“
Heute glaube ich fest an dieses Konzept. Warum? Weil das Leben es mir bewiesen hat. Weil ich es beobachtet habe. Weil ich es an mir gespürt habe und immer wieder spüre. Weil ich in über 2.000 Coachings die Gelegenheit hatte, es bei anderen zu beobachten.

Spreche ich damit die „ultimative Wahrheit“? Nein. Wer kann das schon?
Aber reflektiere ich hier einen über Jahre gründlich durchdachten, beobachteten und erprobten Glaubenssatz? Darauf kannst du dich verlassen.

Also lass uns anfangen, diese seltsame Aussage zu verstehen, indem ich zuerst eine andere Beobachtung in den Raum werfe: Wir machen die Persönlichkeitsentwicklung oft unnötig kompliziert.
Wir suchen nach Motivation und Inspiration. Wir warten darauf, uns endlich „bereit“ zu fühlen. Wir lesen Bücher, schauen Videos, besuchen Seminare und saugen sämtliche Informationen auf, die uns sagen sollen, wie wir eines Tages der Mensch werden können, der wir gerne wären.

Dabei vergessen wir etwas Entscheidendes: Wir müssen nicht erst dieser Mensch werden, um handeln zu können. Wir müssen entsprechend handeln, um dieser Mensch werden zu können. 

 

Alles folgt.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: unseren Körper.

Stell dir vor, du möchtest deutlich sportlicher und athletischer werden. Du möchtest dich nicht nur wohler in deinem Körper fühlen, sondern auch deutlich leistungsstärker werden.
Wie wirst du zu dieser Person? Indem du dir jeden Tag vorstellst, wie es wäre, sportlich zu sein? Indem du auf die Motivation wartest, Sport zu machen? Indem du dir einredest oder gar beim Universum wünschst, athletisch zu sein?
Vermutlich nicht.

Du wirst sportlich, indem du anfängst, dich wie ein sportlicher Mensch zu verhalten.

Das bedeutet: Mehr Bewegung, regelmäßiges Training, gesündere Ernährung, ausreichend Erholung und die Disziplin, es auch dann zu tun, wenn du keine Lust darauf hast.
Und was passiert dann? Dein Körper folgt.
Der Körper passt sich den Belastungen an, denen wir ihn aussetzen. Die Muskeln werden stärker, die Ausdauer verbessert sich und Bewegungen, die anfangs unmöglich schienen, werden selbstverständlich.

Wir müssen nicht zuerst sportlich sein. Wir müssen anfangen, sportlich zu handeln.

Der Körper folgt.

 

Wir werden zu dem, was wir tun.

Was bedeutet dieses Prinzip für unser Selbstbewusstsein?

Viele von uns glauben, sie müssten erst selbstbewusster werden, bevor sie anfangen können, mutiger zu handeln. Sie warten darauf, dass die Angst und die Zweifel verschwinden. Darauf, dass sie sich endlich sicher genug fühlen. Darauf, dass sie sich endlich trauen, Grenzen zu setzen oder für ihre Meinung einzustehen.

Fällt dir gerade auch auf, dass das die verkehrte Reihenfolge ist?

Wir werden selbstbewusster, WEIL wir anfangen, mutiger zu handeln.
Wir sagen Nein, OBWOHL es uns schwerfällt, und wachsen daran.
Wir äußern eine Meinung, OBWOHL wir Gegenwind befürchten, und sind stolz auf diesen Mut.
Wir gehen Risiken ein, WÄHREND wir Angst vor Konsequenzen haben, und wachsen am Erfolgserlebnis.

Mit jeder dieser Erfahrungen lernen wir etwas über uns selbst. Wir erkennen, dass wir Schwierigkeiten überwinden KÖNNEN. Dass wir durch Handlungen und Entscheidungen mehr Einfluss auf unser Leben nehmen, als wir bisher für möglich gehalten hätten.

Das Selbstbewusstsein folgt. 

Und gilt dasselbe nicht auch für Selbstdisziplin? Wir müssen nicht erst diszipliniert sein, um Aufgaben zuverlässig erledigen zu können. Wir werden disziplinierter, INDEM wir anfangen, unsere Aufgaben zuverlässig zu erledigen.

Die Disziplin folgt. 

 

Was füttern wir dem Geist?

Lass uns im Zuge all dessen auch über unseren Geist sprechen. Zu Beginn dieses Artikels sagte ich, wir seien das Spiegelbild dessen, was wir konsumieren, denken, entscheiden und tun. Also lass uns mal einen Blick darauf werfen, was wir täglich konsumieren, und damit meine ich nicht (nur) unser Essen.

Ich meine die Informationen, die wir täglich aufnehmen. Die Gespräche, die wir führen. Die Bücher, die wir lesen. Die vielen Videos, die wir täglich in den sozialen Medien sehen. All die Meinungen, mit denen wir jeden Tag aufs Neue konfrontiert werden.

All das hinterlässt Spuren in unserem Geist.

Wer sich andauernd mit negativen Nachrichten, Konflikten und den Problemen anderer beschäftigt, braucht sich nicht darüber wundern, wenn sich seine Gedanken irgendwann nur noch um Schwierigkeiten drehen.
Wer sich ständig mit anderen vergleicht, wird immer wieder neue Gründe finden, sich selbst unzulänglich zu fühlen.
Wer sich hingegen regelmäßig mit inspirierenden Gedanken, konstruktiver Selbstreflexion, neuen Perspektiven und Erfolgserlebnissen beschäftigt, spürt einen mentalen Aufschwung.

Das ist auch nur logisch. Wir können nicht erwarten, dass aus unserem Kopf etwas anderes herauskommt als das, was wir täglich hineinlassen. 

Natürlich heißt das nicht, dass wir alles Negative aus unserem Leben verbannen sollten. Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Fan von Schönrederei oder Realitätsverweigerung bin. Aber wir können, dürfen und sollten hinterfragen, womit wir unseren Geist täglich füttern. Denn:

Der Geist folgt. 

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Entscheidungen. Unsere Entscheidungen beeinflussen unser Handeln. Unser Handeln beeinflusst unser gesamtes Leben.

 

Wer möchtest du sein?

In der Persönlichkeitsentwicklung fragen wir immer: „Was für ein Leben möchtest du führen?“
Ich frage auch gerne: „Wer möchtest du sein?“

Denn diese Fragestellung eröffnet eine spannende neue Perspektive: Wie konsumiert, denkt, entscheidet und handelt der Mensch, der ich sein möchte? Was tut er, um das Leben zu führen, von dem ich träume?

  • Wie gestaltet er seinen Tag?
  • Wie geht er mit seiner Zeit um?
  • Wie setzt er Grenzen?
  • Welche Entscheidungen trifft er?
  • Was lässt er bleiben?
  • Wie setzt er Prioritäten?

Aber vor allem: Was würde dieser Mensch heute anders machen als du?

Ich kann dir genau sagen, wer du heute bist: Dein Leben und du, ihr seid das Spiegelbild dessen, was du täglich konsumierst, was du täglich denkst, was du täglich entscheidest und wie du täglich handelst.

Möglicherweise gefällt es vielen nicht, aber es ist so. Nenn es zu esoterisch oder spirituell. Finde ich in Ordnung. Habe ich selbst lange genug gedacht und gesagt. Aber dann warf ich einen Blick in den Spiegel und sah, dass der Mensch, der mir entgegenblickte, nicht der Mensch war, der ich gerne sein wollte. Und ich musste mir ebenfalls eingestehen, dass sich an meinem Spiegelbild sehr gut erkennen ließ, dass ich ein Abbild dessen war, was ich eigentlich nicht für mich wollte.

Vielleicht verstehst du nun besser, warum ich sage, dass wir das Spiegelbild sind. Und vielleicht verstehst du nun auch, warum ich diese Erkenntnis für einen entscheidenden Schlüssel zur Persönlichkeitsentwicklung halte.

Konsumiere, denke, entscheide und handle wie die Person, die du im Spiegel sehen willst. Der Rest folgt. 

Ich für meinen Teil werde mir heute wieder Mühe geben, exakt das zu tun. Und ich wünsche auch dir viel Erfolg dabei.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, Dmytro Koplyk