Keine einfachen, aber dafür sehr ehrliche Worte…
Es gibt diese häufig verwendete Redewendung, mit der ich offen gesagt nicht sonderlich viel anfangen kann. Sie lautet: „Uns geht es doch noch gut.“
Danach folgen dann oft noch Zusätze, wie zum Beispiel:
- „Im Vergleich zu anderen Ländern.“
- „Im Vergleich zu früheren Generationen.“
- „Im Vergleich zu Menschen, denen es deutlich schlechter geht.“
Und weißt du was? In vielen Fällen stimmt das sogar!
Der Grundgedanke hinter solchen Vergleichen ist eigentlich sehr schön. Sie sollen uns daran erinnern, dankbar zu sein. Sie helfen uns dabei, nicht in Selbstmitleid zu versinken und eine konstruktive Perspektive zu gewinnen. Sie sollen uns nicht vergessen lassen, wie privilegiert wir im Grunde sind.
Achtsamkeit, Bescheidenheit und Dankbarkeit sind wertvolle und wunderbare Eigenschaften. Ich würde sogar sagen, dass eine Gesellschaft die Bodenhaftung verliert, wenn sie nicht an diesen Werten festhält.
Und dennoch gibt es da eine Schattenseite, die wir nicht ignorieren sollten. Denn manchmal vergleichen wir nicht, um dankbar zu sein. Oft vergleichen wir, um zu relativieren.
Der Satz „Uns geht es doch noch gut“ führt nicht selten dazu, dass wir ernsthafte Probleme ignorieren, anstatt uns rechtzeitig mit ihnen auseinanderzusetzen.
Ein schleichender Prozess
Verschlechterungen in unserem Leben passieren selten plötzlich. Keine Beziehung zerbricht über Nacht. Gesundheitliche Probleme entstehen in den seltensten Fällen von heute auf morgen. Genauso sind gesellschaftliche oder wirtschaftliche Entwicklungen Prozesse, die Zeit brauchen. All diese Prozesse haben gemeinsam, dass sie sich einschleichen. Ein kleines Problem hier, eine kleine Veränderung dort, ein wenig mehr Druck, etwas weniger Stabilität. Ich denke, du weißt, was ich meine.
Doch jedes Mal, wenn wir einen dieser kleinen Schritte bemerken, sagen wir uns: „Ach, so schlimm ist das doch nicht.“ Oder eben: „Uns geht es doch immer noch gut.“
Und in der Theorie ist dies erneut richtig! Aber weißt du, wie lange wir diesen Satz wahrheitsgemäß sagen können? Exakt so lange, bis wir ihn nicht mehr sagen können. Lies das gerne nochmal und lass es sacken.
Wir relativieren Probleme, schieben Herausforderungen vor uns her und machen uns bewusst, wie dankbar wir doch sein können. Das geht exakt so lange gut, bis der Kipppunkt erreicht ist und wir nicht mehr sagen können, dass es uns im Vergleich zu anderen gut geht. Denn irgendwann stehen wir schlechter da. Und es ist exakt dieser Moment, in dem wir uns wünschen, wir hätten früher gehandelt. Wir wünschen uns, wir wären früher aufgewacht. Hätten früher gegengesteuert. Es sind diese Momente, in denen wir uns fragen: „Wie konnte das passieren?“
In solchen Situationen muss man ehrlich genug sein, sich einzugestehen, dass die Veränderungen eben nicht plötzlich von heute auf morgen eingetreten sind. Es gab Anzeichen. Es gab Entwicklungen. Aber viel zu oft sind wir damit beschäftigt, diese kleinzureden, indem wir sagen: „Uns geht es doch noch gut.“
Es stellt sich die Frage: Wie lange geht das gut? Wie lange kann man etwas herunterspielen? Wie lange „geht es uns noch gut“? Wann erreichen wir den Punkt, an dem wir das nicht mehr sagen können?
Klar, das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Aber in jedem Fall bleibt die große Gemeinsamkeit, dass sich nichts ewig relativieren lässt. Der Kipppunkt kommt früher oder später.
Dankbarkeit oder Schönrederei?
Das führt uns zur nächsten Frage: Warum relativieren wir? Wie vorhin schon erwähnt, sind Achtsamkeit, Bescheidenheit und Dankbarkeit wichtige Konzepte. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass dahinter weitaus mehr steckt. Nenn mich einen Pessimisten und Zyniker, aber ich behaupte, dass viele Menschen ihre Herausforderungen verharmlosen, weil sie der Wahrheit nicht ins Auge blicken wollen. Weil sie sich nicht trauen, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Weil sie ein harmonisches Leben wollen. Weil Konflikte und Probleme gerade nicht zu ihrer seelischen Verfassung passen. Weil sie nicht bereit sind. Weil sie Angst haben. Alles vollkommen menschlich. Und dennoch: Wer gesteht sich das schon gerne ein? Klingt es nicht deutlich diplomatischer, diese eigentlich vollkommen natürliche und menschliche Schwäche als emotional reifen Akt der Achtsamkeit und Dankbarkeit zu verkaufen?
Ich weiß, dass dieser Gedanke vielen nicht gefallen wird. Aber ich bin nicht hier, um sympathisch zu sein. Darüber hinaus bin ich erst recht nicht hier, um zu provozieren oder zu verletzen. Ich bin hier, um ehrlich zu reflektieren. Mit anderen Worten: Ich bin hier, um NICHT zu relativieren und NICHT wegzuschauen.
Ich sage es sogar noch deutlicher: Uns geht es NICHT gut.
- Die Kommunikations- und Diskussionskultur unserer Gesellschaft verroht zusehends.
- Depressionen, Angststörungen, Burnout-Diagnosen und andere psychische Belastungserscheinungen nehmen stetig zu.
- Während es wahr ist, dass wir deutlich wohlhabender sind als frühere Generationen, sind wir gleichzeitig auch gestresster und gefrusteter als je zuvor.
- Jede politische Wahl, egal ob auf Kommunal- oder Bundesebene zeigt, wie gespalten die Gesellschaft ist.
- Wirtschaftlich gesehen können wir uns nicht gerade auf rosige Zeiten einstellen.
Und vielleicht sollten wir endlich anfangen, etwas dagegen zu unternehmen, anstatt uns immer Beispiele zu suchen, mit denen wir uns vergleichen können, um zu sagen: „Siehst du, im Vergleich geht es uns doch NOCH gut.“
Wichtig: Es geht nicht darum, politische oder gesellschaftliche Debatten auszulösen und herauszufinden, wer an diesen Entwicklungen Schuld trägt. Es ist auch völlig egal, ob es um negative Entwicklungen im eigenen Leben oder auf gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Ebene geht. Wichtig ist nur, DASS wir hinsehen. Dass wir nichts herunterspielen. Dass wir ernst nehmen, was passiert. Dass wir aufwachen und anfangen, lösungsorientiert zu denken und zu handeln.
Die Feststellung, dass es uns im Vergleich zu anderen noch gut geht, mag für einen kurzen Moment beruhigen. Aber leider löst sie kein einziges Problem.
Unzufriedenheit ist gut!
Schon vor einigen Jahren fing ich an, öffentlich darüber zu schreiben, dass ich das Konzept der Zufriedenheit in Frage stelle. Es muss nicht immer alles gut sein. Der Mensch muss sich nicht ständig in der Komfortzone befinden. Wir dürfen auch mal unzufrieden sein. Denn die Unzufriedenheit gibt uns etwas, das Zufriedenheit uns nicht bieten kann: Sie erinnert uns an die Notwendigkeit zur Veränderung, Weiterentwicklung und Problemlösung.
Kein Mensch ist jemals morgens aufgewacht und hat sich dazu entschieden, etwas Großartiges zu tun, weil er so zufrieden mit sich und seinem Leben war. Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist es die Unzufriedenheit, die uns zu unseren besten Ideen und größten Leistungen antreibt. Und das ist völlig in Ordnung.
Wie kann man ein Problem lösen, wenn man behauptet, es gäbe keines? Was soll man verbessern, wenn man behauptet, alles sei in Ordnung? Wie soll man sich weiterentwickeln, wenn man behauptet, bereits weit genug gekommen zu sein?
Seit 2014 veröffentliche ich Bücher und Blogartikel. Seit 2017 bin ich als Coach und Berater tätig. Wenn ich sage, dass Unzufriedenheit ein fantastischer Treibstoff sein kann, um großartige Veränderungen zum Besseren zu bewirken, dann spreche ich aus Erfahrung. Aber die Grundvoraussetzung dafür ist, sich auf die Herausforderung einzulassen, anstatt so zu tun, als gäbe es sie nicht.
Also sage ich heute: Uns geht es nicht gut. Lasst uns etwas dagegen unternehmen. Ich habe nicht die Lösungen für jedes Problem. Ich habe nicht die Antworten auf alle Fragen. Aber ich möchte meine Zeit und Energie nutzen, um Teil der Lösung zu sein. Sei es durch Blogartikel, Bücher, Vorträge, YouTube-Videos oder Coachings und Beratungen.
Jeder von uns kann einen Beitrag leisten. Und manchmal leisten wir diesen bereits, indem wir jemandem freundlich eine Perspektive geben, der sagt: „Ach, alles halb so schlimm. Uns geht es doch noch gut.“
Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael
Titelbild: Unsplash.com, Benjamin Davies








Hallo Michael,
ehrlich gesagt, ist lange her, dass einen Blog von dir gelesen habe…
Aber genau dieser hat mich angezogen und findet bei mir große Zustimmung.
Ja, im Gegensatz zu anderen geht es uns NOCH gut aber wir werden gerade vor die Wand gefahren und seit 2020/2021 kann man nicht mehr einfach unterschiedlicher Meinung sein und sachlich über Dinge reden, die Meinungen gehen auseinander, die Menschheit wird gespalten. Eigentlich selbstverständlich Dinge gehen immer mehr verloren: Anstand, Respekt, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Freundlichkeit, etc
Aber sagen wir es so, dem „dt. Michel“ geht es noch gut genug (in anderen Ländern würden schon die Straßen brennen) und die, die merken das was nicht stimmt, die denken: was kann ich allein schon anrichten.
Liebe Grüße
Stimme dir voll bei!
erschreckend die letzten Jahre…
schlimm es zu erkennen, aber ging mir genau so!
Hallo Michael,
du allein wirst die Welt vielleicht nicht auf einmal verändern. Doch jedes Mal, wenn du mit deinen Flügeln schlägst, setzt du etwas in Bewegung. Wie ein kleiner Luftzug, der irgendwann zu einem Tornado werden kann.
Mit deiner wertvollen Arbeit ermutigst du Menschen und gibst ihnen Hoffnung. Diese Menschen tragen die Hoffnung weiter, ermutigen wiederum andere und so entsteht Schritt für Schritt eine Welle aus Mut, Zuversicht un Veränderung.
Mach weiter so Michael. Die Welt braucht genau solche Menschen wie dich.
Herzlichen Dank für deine Gedanken dazu, liebe Daniela. Ich stimme dir zu: Es gibt viele, die gerne etwas ändern würden, aber sich allein fühlen. Und es gibt viele, die etwas ändern könnten, aber der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen wollen.
Aber es ist wichtig zu sehen, dass wir niemals machtlos sind. Jeder große Wandel beginnt bei uns.
Es freut mich, dass du nach langer Zeit mal wieder vorbeigeschaut hast 🙂
Liebe Grüße
Michael
Hallo Michael, ich finde Du hast es genau auf den Punkt gebracht. Auch die Gesellschaft „vereinsamt“ immer mehr.
Aber trotzdem wehrt sich keiner. Es ist, wie Daniela sagt – alleine kann man nicht viel ausrichten, und so denken sehr viele.
Liebe Grüße
Vielleicht kann man nicht viel ausrichten. Aber jeder kleine Beitrag ist wichtiger als keiner 😉
Das motiviert mich, auch wenn ich weiß, dass ich die Welt nicht verändern werde.
Liebe Grüße
Michael
Wunderschönen guten Morgen, Danke Michael für dieses Statement, sehe ich genauso. Schönreden vergiftet und die kreierte Seifenblase platzt bald. Danke auch Daniela für Deinen Kommentar, sehr wahr. Wir Deutschen sind noch viel zu brav und leben den Irrglauben „das wird schon wieder“. Damals zur Wende, sind die Leute auch auf die Straße gegangen, das war die Stimme des Volkes. Heute sind viele Demos leider initiiert und entsprechend „vergütet“. Wohin soll uns das bringen?!
Uns allen ein erholsames und belebendes Wochenende.
Herzliche Grüße
Ich kann dich gut verstehen… Egal, wie viel Reichweite ich jemals haben werde, ich werde die Welt nicht verändern können. Aber ich glaube daran, dass es besser ist, auch nur einen kleinen Beitrag zu leisten als aufzugeben. Also mache ich weiter 😉
Auch dir ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße
Michael
Lieber Michael, ich habe auch lange so gedacht: „Uns geht es doch noch gut. Kein Grund, sich zu beschweren.“ Bis mir irgendwann klar wurde, dass das aber nicht heißt, dass es nicht besser sein kann. Und wenn Dinge immer schwieriger und schlechter werden, dann wird der Tag kommen, an dem dieses Argument nicht mehr funktioniert. Doch dann wird es zu spät sein. Der Schaden ist dann zu groß. Warum also nicht frühzeitig für Verbesserungen sorgen und verhindern, dass es immer schlimmer wird? Anstatt sich auf dieser Ausrede auszuruhen….
Du sprichst mir aus dem Herzen und ich danke dir, dass du auch über solche umstrittene aber wichtige Themen sprichst. Auf die Gefahr, dass einige es nicht mögen werden. Das ist Stärke. Danke dafür und mach bitte weiter so! 🙂
Ich wünsche dir trotz allem ein wunderschönes Wochenende.
Lieben Gruß von deiner treuen Leserin
Ute
Herzlichen Dank, liebe Ute! Ich finde es stark, wie offen du reflektierst und den Werdegang deiner Gedanken zeigst.
Danke auch für deine wertschätzenden und ermutigenden Worte.
Auch dir ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße
Michael
Lieber Michael,
Es ist schön, dass es dich, diesen Blog und euch liebe Leser gibt. Ich wollte deinen Artikel erst nicht lesen, doch die Überschrift hat mich neugierig gemacht. Es ist unglaublich, ich bin voll und ganz deiner Meinung und dein Artikel gibt mir Kraft.
Wenn ich früher von meinem Vater / meiner Oma etc. hören musste, anderen geht es noch schlechter….uns / dir geht es doch gut, fühlte ich mich noch schlechter und wertloser. Denn es gab mir irgendwie das Gefühl, dass es mir nicht zu 100 % gut gehen dürfe und sogar, dass es mir nicht besser gehen dürfe. Wie du schon geschrieben hast, man lässt es lieber beim Alten, nur keine Probleme….ich glaube fast, es ist bei manchen die Angst vor Veränderung oder die Angst vor der eigenen Courage.
Liebe Grüße
Isabelle
Vielen Dank für deine lieben Worte, Isabelle! Ich freue mich über deine Wertschätzung und bin froh, dass du den Beitrag doch gelesen hast.
Deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen und ich stimme dir zu: Viele haben einfach Angst vor Veränderungen und Konsequenzen. Ein völlig menschliches Verhalten. Aber wir müssen uns halt fragen, wie weit uns das als Gesellschaft bringt…
Liebe Grüße
Michael
Moin Michael. Beim Lesen hab ich Herzklopfen bekommen. Du hast sowas von Recht. Irgendwo habe ich mal das Statement gehört: Wir sitzen alle im selben Zug, der mit Vollgas in den Abgrund rast, aber jeder denkt, er sitzt im letzten Abteil und da wird er noch glimpflich davonkommen.
Das finde ich gut, damit hast du mich gerade zum Schmunzeln gebracht 🙂
Ja, ich fürchte, genau so ist es…
Danke für deinen Zuspruch!
Liebe Grüße
Michael
Hallo Michael,
das hast du sehr schön geschrieben, dein Artikel bekräftigt mich in meiner derzeitigen Lebensphase. Vielen lieben Dank 😊
Wie Isabelle, hat mich die Überschrift neugierig gemacht. 😊
Liebe Grüße
Goranka
Das freut mich sehr, liebe Goranka! Herzlichen Dank für deinen Zuspruch!
Liebe Grüße
Michael
Lieber Michael,
Wie sehr dein Blog und auch deine Bücher mich seit 1 Jahr begleiten….
Ich war bis Montag in einer Phase “ jetzt geht’s mir doch gerade mal ganz gut…“ mit dem Wissen dass es auch wieder anders sein wird, da ich mein Leben gerade neu ausrichte.
In dieser Woche kamen wieder die Einschläge von allen Seiten. Natürlich wieder alles zeitgleich! Was für ein Phänomen! Ich bin genervt, traurig, habe Zukunftsangst.
Dein Blog hat mich dennoch 2 x lächeln lassen. Ich bin unzufrieden mit allem, was mich in dieser Woche belastet. Ich kann es nicht schön reden.
Wie trostvoll zu lesen, dass dies wichtig ist, um Veränderungen verwirklichen zu können. Wenn es nur nicht so verdammt anstrengend wäre ;-)…
Aber hinsehen, nicht klein reden ist vermutlich der Weg , der allein richtig ist.
Ich finde deinen Blog gut . Er ist immer ehrlich, aber auch trostvoll.
Alles schön zu reden, ist einfacher aber eben unwahr.
Mach weiter so, mich erreichst du voll!
Danke
Vielen herzlichen Dank dafür, liebe Susanne! Zunächst einmal freut es mich, dass meine Arbeit dich begleitet und motiviert.
Und dann freue ich mich natürlich ganz besonders darüber, dass der Beitrag dir eine hilfreiche Perspektive geben konnte.
Ich glaube fest daran, dass die einfachen Wege selten die sind, die uns am weitesten bringen. Die Mutigen werden belohnt. Vor allem in der Persönlichkeitsentwicklung!
Danke für deine Wertschätzung.
Liebe Grüße
Michael
Lieber Michael,
vielen Dank für Deinen interessanten Blog. Wie immer sind alle Deine Blogs lesenswert und man nimmt immer etwas mit. Ich bin je eher einer der kritischen Leser Deiner Blogs und mache mir auch eigene Gedanken darüber, wie ich die jeweiligen Themen sehe.
Ich denke, man kann weder das eine (es geht uns gut) noch das andere (es geht uns schlecht) pauschal als stimmig nennen. Meiner Meinung nach muss man differenzieren, denn es gibt Bereiche, wo es uns gut geht (z. B. Sozialsystem, Krankenversorgung, Konsum,um nur einige zu nennen). Und dann gibt es Bereiche, in denen es sich aus unserer Sicht verschlechtert hat (z.B. Gesellschaft, Respekt, Anstand, Höflichkeit, Gerechtigkeit, Gier, Hass, Gleichgültigkeit , um auch hier nur einige zu nennen). Du hast völlig recht, jeder Prozess, unsere Gesellschaft betreffend, ist ein schleichender Prozess. Das besorgniserregende dabei ist, dass die Verantwortlichen (Eltern, Schulen und besonders die Politiker) das alles wissen aber immer erst handeln, wenn es nicht mehr anderes geht. Und dann fragen sich die Politiker der etablierten Parteien, warum bereits heute ca. 1/3 der Bevölkerung, das nicht mehr so hinnimmt.
Ich denke, es gibt nur zwei Wege daran etwas zu ändern. Entweder durch eine Politik des entsprechenden Handelns oder durch uns Bürger. Aber für das letztere geht uns anscheinend noch zu gut.
Ich bin auch nicht unbedingt der Meinung, dass Unzufriedenheit generell gut ist und immer dazu führt, dass Menschen etwas in ihrem Leben zum Positiven ändern. Und auch hier sollte man differenzieren, womit jemand unzufrieden ist. Auch wenn man, egal in welchem Bereich) Erfolg hat, kann das motivierend sein, in diese Richtung weiterzuarbeiten.
Der Blogartikel regt (mich) extrem zum Nachdenken an…
.
Danke lieber Michael!
Einen guten Morgen an euch alle,
wie wäre es, wenn wir alle, auf der Straße und im Web, mit Auswanderung drohen?