Hast du dich das schonmal gefragt?

Heute wollen wir mal unseren Freigeist auf die Probe stellen und etwas völlig anderes ausprobieren. Im heutigen Blogartikel werde ich viel weniger Tatsachen und Meinungen als sonst äußern. Dafür werde ich aber wesentlich mehr Fragen stellen. Fragen, die an deiner Realität rütteln werden. Fragen, die dir bizarr vorkommen werden und Fragen, für die du mich für einen Spinner halten könntest. Jedoch sind diese Fragen sehr sinn- und wertvoll. Sie fördern das unabhängige Denken und völlig egal, wie bescheuert sie auch anmuten mögen: Sie zwingen dich dazu, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Also, wie gesagt: Lass uns unseren Freigeist mal auf die Probe stellen!

Ist vielleicht alles ganz anders?

Immer dann, wenn irgendein Thema sich in Richtung Esoterik, Spiritualität oder Religion bewegt, kommen die Realisten ins Spiel. Sie wollen Fakten und wissenschaftliche Belege, bevor sie irgendetwas glauben, was nicht greifbar ist. Völlig verständlich, wie ich finde. So, wie es Menschen gibt, die gerne an etwas glauben, das sie nicht verstehen, gibt es halt auch jene, die sich damit unwohl fühlen. Sie suchen nach Gewissheit und Sicherheit. Die entscheidende Frage dabei ist nur: Bringt die Wissenschaft uns Gewissheit?

Wir müssen uns völlig im Klaren darüber sein, dass wissenschaftliche Tatsachen nichts anderes als die wahrscheinlichsten Erklärungen für etwas Bestimmtes sind, abhängig vom aktuellen Wissensstand. Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin ein großer Freund der Wissenschaft. Allerdings waren es damals auch Wissenschaftler, die behauptet haben, die Erde sei das Zentrum unseres Sonnensystems. Sie waren damals so überzeugt davon, wie wir heute davon überzeugt sind, dass das Unsinn ist.

Natürlich weiß ich, was die Kritiker jetzt sagen könnten. Wir haben heute ganz andere Methoden, um unsere Annahmen zu überprüfen, usw. Schon klar! Wer jedoch nicht allzu engstirnig denkt, versteht, was ich damit meine. Es gibt sehr Vieles, das wir heute immer noch nicht wissen. Und so, wie wir heute über die „wissenschaftlichen“ Erkenntnisse von früher lachen, werden die Menschen vermutlich auch in einigen hundert Jahren über unseren heutigen Wissensstand lachen. Das ist ein sehr gutes Argument gegen den arroganten Glauben vieler Menschen, allwissend zu sein. Über das Leben und die Welt um uns herum gibt es so viel zu lernen, dass es töricht erscheint zu glauben, man hätte die richtige Antwort auf alles gefunden.

Einfach alles glauben?

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass deine Realität zum größten Teil aus den Wahrheiten besteht, die man dir mitgeteilt hat? Du hast seit Kindesbeinen deine Informationen von anderen bezogen: Von deinen Eltern, Freunden, Lehrern, usw.
Auf viele Fragen kennst du eine Antwort. Diese Antwort hast du jedoch in der Regel nicht selbst herausgefunden. Jemand hat sie dir beigebracht. Verstehst du, was ich damit meine?

Von unseren Eltern lernen wir moralische Lektionen. In der Schule lernen wir fachliche Lektionen über Naturwissenschaften, Sprachen, usw. Von unseren Freunden lernen wir soziale Lektionen. So wissen wir zum Beispiel, warum das Gras grün ist, weil wir es in der Schule so gelernt haben. Aber hast du jemals überprüft, ob das wahr ist oder richtig sein kann?

Ich sage NICHT, dass es nicht richtig ist. Ich frage lediglich, ob du es jemals hinterfragt hast. Lass mich dir auch verraten, warum das so wichtig ist.

Im Leben um uns herum wird uns ständig mitgeteilt, was wir glauben sollen. Schau dir mal abends die Nachrichten an. Das ist keine politische Bildung, sondern Meinungsmache. Und diese Meinungsmache findest du überall, sogar dann, wenn sie gar nicht negativ gemeint ist. Tatsache ist und bleibt jedoch, dass wir Vieles als Wahrheit anerkennen, ohne es je zu hinterfragen. Manchmal merken wir dann, dass wir an etwas Falsches geglaubt haben und überschreiben unsere alte Überzeugung. Lass mich dir zwei Beispiele dafür geben, ein simples und ein ernsthaftes:

  1. Du hast immer geglaubt, München sei die Hauptstadt von Deutschland. Das hast du mal zwischen Tür und Angel in der Schule aufgeschnappt. Dann belehrt dich jemand eines Besseren und du überschreibst die alte Wahrheit mit der neuen Tatsache, dass Berlin die deutsche Hauptstadt ist. Einfach so, von jetzt auf gleich.
  2. Du hast einen bestimmten Menschen immer für unsympathisch und vielleicht sogar gefährlich gehalten, weil er diesen Ruf hat. Seit Jahren schon gehst du ihm aus dem Weg. Dann, eines Tages, gerätst du zufällig in eine Konversation mit ihm und stellst dabei fest, dass er höchst zuvorkommend und sympathisch ist. Deine jahrelange Überzeugung wird in Sekundenschnelle ins Gegenteil umgekehrt.

Wie du siehst, können sich Wahrheiten und Tatsachen blitzschnell ändern. Wenn du mal genauer darüber nachdenkst, wirst du feststellen, dass es in deinem Alltag unglaublich viel Potenzial für „falsche“ oder nicht aktuelle Wahrheiten gibt. Und DESHALB solltest du Vieles hinterfragen und anfangen, dir deine eigene Meinung zu bilden. Eine Meinung und Wahrheit, die so individuell ist wie du selbst. So einzigartig wie dein Leben.

Einfach mal ein paar skurrile Fragen stellen

Im Folgenden werde ich einfach ein paar teilweise extreme Fragen in den Raum werfen. Sie sollen nicht deine Realität ins Schwanken bringen und auch keinen Verschwörungstheoretiker aus dir machen. Sie sollen verdeutlichen, wie individuell wir denken können und was wir alles in Frage stellen können. Fangen wir an:

  • Was, wenn das Leben mit dem Tod gar nicht endet?
  • Was, wenn wir das wissenschaftliche Experiment einer außerirdischen Spezies sind, vergleichbar mit einer Ameisenfarm?
  • Was, wenn Pflanzen vergleichbare und soziale Lebewesen wie wir auch sind, nur mit einer Art der Kommunikation, die wir überhaupt nicht verstehen?
  • Was, wenn die Erde wirklich keine Kugel ist?
  • Was, wenn das Universum einen Rand hat? Was läge dann dahinter?
  • Was, wenn du der einzige Mensch auf der Welt bist und der Rest einfach nur die Projektion deines Unterbewusstseins ist?
  • Was, wenn Wirtschaft und Politik überhaupt nicht so funktionieren, wie du bisher angenommen hast?
  • Was, wenn ich gar nicht Michael Leister bin, sondern Manuel Neuer?

Es ist möglich, ALLES zu hinterfragen und ich möchte das Folgende noch einmal ganz deutlich betonen: Du sollst nicht deine Realität aus den Angeln heben, indem du alles in Frage stellst, was du bisher für wahr gehalten hast. Ich möchte hier nur verdeutlichen, wie individuell ein Mensch im Extremfall denken kann. Was jedoch NICHT schaden kann, ist, sich in vielen Dingen seine eigene Meinung zu bilden.

Hier sind einige Beispiele dafür:

  • Vertraue nicht blind den Nachrichten und Massenmedien. Versuche, das große Ganze im Blick zu behalten und erstelle deine eigene Version jeder Geschichte.
  • Wenn ein Mensch dir seine Meinungen mitteilt, dann denk daran, dass er von seiner subjektiven Wahrnehmung spricht. Du musst nicht an dasselbe glauben.
  • Wenn jemand mit wissenschaftlichen Fakten argumentiert, dann denke daran, dass diese nur so aktuell sind wie unser heutiger Kenntnisstand. Erinnere dich daran, was die Wissenschaft noch vor wenigen Jahrhunderten für Tatsachen hielt.

Andersherum heißt das genauso, dass wir aufgeschlossen sein sollten. Wir sollten nicht so arrogant sein, etwas für unmöglich zu halten. Ich zum Beispiel war früher nie ein großer Freund von Esoterik und Spiritualität. Heute verstehe ich, dass ich mich und meine Möglichkeiten einschränke, wenn ich diese Themenbereiche vehement ablehne. Wer weiß, ob nicht doch viel Wahres darin liegt, vielleicht sogar der Schlüssel zu unserer Seele?

Das Ganze wirken lassen

Dies hier könnte einer der verwirrendsten Blogartikel der letzten 5 Jahre sein. Sorry und gern geschehen 🙂 Lass das alles einfach mal ein wenig auf dich wirken und denk darüber nach. Was könntest du hinterfragen? Welchen Sinn würde das für dich machen? Und vor allem: Wie unabhängig ist dein aktuelles Denken? Bildest du dir generell lieber deine eigene Meinung oder hast du dich dabei erwischt, dass du gern mit vorgefertigten Wahrheiten arbeitest?

Ich wünsche dir viel Freude beim Grübeln!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, © Juan Rumimpunu