Wie du 3 Probleme des Alltags schnell und einfach lösen kannst

Es macht das Leben deutlich leichter und lebenswerter…

In diesem Blogartikel wirst du nicht erfahren, wie du dein Bett schneller beziehen oder wie du deine Haferflocken frisch halten kannst. Wenn ich von den Lösungen zu „alltäglichen Problemen“ spreche, dann meine ich damit Probleme, die wir mit uns, unserer Persönlichkeitsentwicklung und unserer Rolle im Alltag haben.
Präziser gesagt sind es Probleme und Herausforderungen , mit denen ich selbst immer mal wieder zu kämpfen habe. Im Laufe der Jahre habe ich Lösungen dazu entwickelt, die wirklich funktionieren und auf den Grundprinzipien der Persönlichkeitsentwicklung beruhen.

Heute werden wir nicht das Rad neu erfinden. Aber wir werden dafür sorgen, dass es deutlich besser rollt und dich komfortabler durch das alltägliche Leben trägt. Also, schauen wir uns doch mal an, wie wir das Leben leichter machen können.

 

1. Du kannst keine klaren Gedanken fassen

Im Englischen gibt es einen sehr passenden Begriff, der hervorragend zusammenfasst, wie es manchmal in unseren Köpfen aussieht: „Brain fog“ – zu Deutsch: Gehirnnebel.
Im Alltag kommen so viele Aufgaben und Eindrücke zusammen, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Aufmerksamkeit ist eine Währung des 21. Jahrhunderts und deshalb versucht im wahrsten Sinne alles und jeder, sie von uns zu gewinnen. An wirklich jeder Ecke gibt es Werbeplakate und Reklametafeln, die dich einladen, irgendetwas zu kaufen. Nachrichten sind dank Zeitungen, Radio, Fernsehen, Computern und unseren Smartphones allgegenwärtig. Du kannst Krisen und Probleme, die am anderen Ende der Welt stattfinden mit in dein Bett nehmen und dich noch kurz vor dem Schlafengehen von ihnen deprimieren lassen.

Dann wäre da noch das Hamsterrad des Alltags mit all seinen Aufgaben und Verpflichtungen, denen wir nachkommen müssen, um in der „modernen Welt“ überleben zu können.

Als wäre das noch nicht genug, haben wir auch ein Sozialleben und verfolgen die Entwicklungen aller Menschen um uns herum. Darüber hinaus stellen wir uns auch täglich einem hohen sozialen Druck. Oder anders gesagt: Wir spüren stets die Erwartungen und die Meinungen anderer wie einen unangenehm nahen Atem im Nacken.

Angesichts all dessen ist es schwer, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Und dann stellt sich noch die Frage: Was ist eigentlich „das Wesentliche?“
Auch das verlieren wir gerne aus den Augen.

Manchmal sind das Leben und unsere Köpfe einfach „zu voll“. Allerdings mag ich es nicht, Entrümpelung als einzigen Lösungsansatz zu betrachten. Es gibt vieles, das wir reduzieren könnten und sollten, keine Frage. Aber auch, um das zu erkennen, benötigen wir erst einmal mentale Klarheit. Klarheit ist nichts anderes als Ordnung.

Also stelle ich mir den Nebel im Kopf gerne wie ein Chaos vor. Ein Chaos, das aufgeräumt werden möchte. Hierfür eignet sich Meditation besonders gut. Für mich ist die Meditation jedoch nicht das, was die meisten sich darunter vorstellen. Bei mir gibt es keine Räucherstäbchen, keine Musik, keinen Schneidersitz und keine einstündige geistige Abwesenheit. Für mich ist die Meditation eine simple Konzentrationsübung, bei der ich kurz in mich gehe. Es geht nicht darum, über all das nachzudenken, was noch getan oder geordnet werden muss. Es geht darum, kurz über nichts nachzudenken und einfach nur zu sein. Das ist weitaus schwieriger als du vielleicht glaubst. Mir persönlich hilft es, mich ausschließlich auf meinen Atem zu konzentrieren und tief ein- und auszuatmen. Ist man einmal damit beschäftigt, genießt man einfach nur die Ruhe.

Jedes einzelne Mal, wenn ich mir fünf oder zehn Minuten dafür nehme, staune ich beim anschließenden Öffnen meiner Augen über zwei Dinge: Darüber, wie ruhig plötzlich alles in mir ist und darüber, wie laut die Welt um uns herum ist.

Diesen seltenen Moment der geistigen Klarheit nutze ich dann, um mich an mein Journal zu setzen und mir einen Überblick über all das zu verschaffen, was ich in den nächsten Tagen erreichen möchte, und um mir klarzumachen, was ich lassen kann, weil es mich nicht weiterbringt.

Klarheit ist der Schlüssel. Sie ist die Fähigkeit, durch den Nebel hindurchzublicken und zu erkennen, worauf es wirklich ankommt. Es ist die Klarheit, die uns die Fähigkeit gibt, zielstrebig durch das Leben zu navigieren, anstatt sich im Nebel zu verlaufen und die Kontrolle zu verlieren. Ich hoffe, dass meine Methode dir dabei helfen kann, den Fokus neu auszurichten.

 

2. Du hast einen furchtbaren Tag, bist traurig und niedergeschlagen

Wenn ich von einem „furchtbaren Tag“ spreche, dann meine ich einen dieser Tage, an denen einfach alles schief geht, man sich mit allen und jedem in die Haare bekommt und man scheinbar vom Pech verfolgt wird. Kommt dir bekannt vor? Mir auch.

Früher gab mir mal jemand den Rat, ich solle solche Tage einfach abhaken und aus dem nächsten etwas Besseres machen. Allerdings mag ich diese Vorstellung nicht. Das Leben ist kurz und kostbar. Können wir es uns wirklich leisten, ganze Tage in die Tonne zu kloppen und hinzunehmen, dass wir unglücklich sind? Ich für meinen Teil kann das nicht guten Gewissens tun. Also fing ich an, solche Tage anders anzupacken.

Lass uns ehrlich sein: Wir können die ganz schlimmen Tage nicht immer vermeiden. Wir können sie erheblich reduzieren, wenn wir glücklich und ausgeglichen sind. Aber das Leben ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Es muss okay sein, das offen zu äußern und mit dieser Wahrheit zu leben. Das wäre dann auch schon der erste Ansatz: Ehrlichkeit.

Es ist völlig in Ordnung, sich einzugestehen, dass gerade nichts gut klappt. Und vor allem ist es in Ordnung, seine Traurigkeit darüber rauszulassen. Als Mann sollte ich wohl eigentlich das Macho-Klischee erfüllen und behaupten, Weinen sei etwas für Weicheier. Da ich aber Klischees nicht mag, Depressionen nicht so toll finde und eine gesunde Psyche für erstrebenswert halte, spreche ich mich gerne für das Weinen aus. Manchmal müssen der Frust und die Traurigkeit einfach raus.
Vergiss die schwachsinnigen Parolen, man würde stärker werden, indem man alles drinnen lässt. Als ich neulich in Spanien eine verdorbene Pizza aß, habe ich auch nicht Stärke bewiesen, indem ich sie in mir behalten habe. Ich ließ sie ihren Weg gehen und ging somit den ersten Schritt der Heilung 😉

Lass los, was dich herunterzieht. Nimm dir einen Moment für dich. Such dir einen Ort, an dem du ungestört sein kannst. Wenn du schreien willst, schrei. Wenn du dich austoben möchtest, mache Sport oder schaff dir einen Boxsack an. Wenn du reden willst, rede. Schreibe in dein Tagebuch, was auf deiner Seele lastet. Friss es nicht in dich hinein. Sei ehrlich zu dir und gestehe dir ein, dass dir nicht alles perfekt gelingt. Trenne dich von der Vorstellung, perfekt sein zu müssen. Dann wird vieles leichter werden.

Dann wäre da noch ein zweiter Ansatz: Achtsamkeit und Dankbarkeit. Es gibt Dinge und Eigenschaften an dir, die besonders wertvoll sind. Genauso gibt es Dinge, Umstände und Menschen in deinem Leben, die dein Leben erst wirklich lebenswert machen. Sie sind wunderbar. Und an all dem ändert sich nichts, wenn du einen schlechten Tag hast.
Es gibt Säulen in deinem Leben, die dich tragen. Sie verschwinden nicht, wenn dir das ein oder andere Missgeschick passiert. Solange du das nicht vergisst, kann dich nichts so schnell aus der Bahn werfen.

 

3. Du verstehst dich selbst nicht

Manchmal geht es uns schlecht, ohne dass wir wissen, warum das so ist. Wir sind schlecht gelaunt, antriebslos oder einfach nur traurig. Tatsächlich gibt es unzählige Menschen, die unter Depressionen leiden, aber im Grunde überhaupt keine Ahnung haben, was sie so depressiv macht.
Wir sind wunderbare Mysterien und unsere Psyche ist tief und verworren. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es möglich ist, eine Person oder sich selbst vollkommen zu verstehen. Aber wir können uns näherkommen und lernen, uns besser zu verstehen, indem wir uns aus der Perspektive eines Außenstehenden beobachten.

Was uns fehlt, ist im wahrsten Sinne die Distanz. Wenn wir einem Labyrinth feststecken, brauchen wir kein Genie, das die Wände und Wege analysiert. Wir benötigen nur jemanden, der in der Höhe über dem Ganzen steht und allein aufgrund seiner anderen Perspektive den Ausweg sieht. Das ist die Macht der Objektivität. Ich bin mir sogar sicher, dass du sie auch schon erfahren hast.
Kennst du das Phänomen, dass man immer unheimlich gut darin ist, anderen einen wertvollen Rat zu geben, aber bei seinen eigenen Herausforderungen schnell in einer Sackgasse landet? Tja, das ist die Macht der außenstehenden Perspektive.

Wenn du diese Perspektive auch bei dir selbst einnehmen möchtest, brauchst du Abstand. In diesem Fall kann zeitlicher Abstand hilfreich sein. Hierfür eignet sich ein Tagebuch oder Erfolgsjournal ganz hervorragend. Wenn du aufschreibst, was dich aktuell bedrückt oder beschäftigt, konservierst du Gefühle, Erinnerungen und Ereignisse, die sonst in deiner Erinnerung schon bald verblassen würden. Schaust du einige Wochen oder sogar Monate später auf deine Einträge zurück, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du aus einer viel objektiveren Perspektive auf dein Ich der Vergangenheit zurückblickst. Das gibt dir die Möglichkeit, noch einmal viel reflektierter über alte Empfindungen nachzudenken oder neue Lösungsansätze für vergangene Herausforderungen und Probleme zu entwickeln. Und selbstverständlich kannst du diese Erkenntnisse auch auf dein aktuelles Leben übertragen.

Um es ganz einfach zusammenzufassen: Wenn du dich selbst aus der Perspektive eines Außenstehenden betrachtest, aber gleichzeitig das Privileg hast, tief in die Seele hineinhorchen zu können, eröffnen sich wunderbare Möglichkeiten, dich selbst besser kennen- und verstehenzulernen.

Als ich damals unter schweren Depressionen und Angststörungen litt, habe ich ein Videotagebuch geführt. Meine ursprüngliche Intention war es, später darauf zurückblicken zu können, damit ich niemals vergesse, wie furchtbar das Leben sein kann, wenn man nicht glücklich ist. Dieses Videotagebuch sollte mir dabei helfen, glücklicher zu werden. Tatsächlich hat es mir jedoch dabei geholfen, mich besser zu verstehen. Es ist ein schöner Umstand, dass auch das zu mehr Glück geführt hat 🙂

Schreib oder sprich dir von der Seele, was dich beschäftigt und nimm dir später noch einmal Zeit, um dich damit auseinanderzusetzen. Ich versichere dir, dass du dich dadurch auf eine ganz neue Art und Weise kennenlernen wirst.

 

Genieße

Das Leben ist ein wunderbares Mysterium. Das ändert sich auch dann nicht, wenn negative und unglückliche Menschen sich dazu entscheiden, schlechte Entscheidungen zu treffen. Egal, wie hart die Zeiten auch sein mögen, so gibt es doch immer noch etwas, worüber wir uns freuen können.

Wer in den schwierigsten Zeiten noch das Leben genießen kann, hat es wirklich verstanden. Deshalb lasse ich mir meinen Optimismus nicht nehmen. Das Leben geht weiter und wir können immer wieder Wege finden, auch im größten Chaos glücklich zu sein.

Ich hoffe, dass ich dich mit diesen Zeilen dazu inspirieren konnte, auch in schwierigen Zeiten viel Lebensfreude zu empfinden.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

 

Titelbild: Unsplash.com

6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Vielen Dank Michel!
    Ausgezeichnete Ideen und Anleitungen. Jeder weiss es, jeder kennt es, und doch erinnern wir uns oft nicht an unsere eigenen Faehigkeiten, unser wunderbares Wesen.
    Ein gelegentlicher Anstoss von Aussen tut da sehr gut, unsere Augen zu oeffnen – auch in unser eigenes Inneres.
    Liebe Gruesse,
    Guenter

  2. Schmunzeln was ist ein furchtbarer Tag? Momentan verweilen wir wieder hoch im Gebirge der Dolomiten. Wir fuhren vor etwa einer Woche los und neben dem Dauerthema Corona gab es noch der Aspekt Krieg in der Ukraine und das alles außer Rand und Band geraten könnte.
    Wahrlich keine tolle Aussichten jedoch waren diese Aspekte zwar von gewisser Relevanz jedoch dachte ich mir wenn es salopp zum großen Knall kommt wir hier oben im Gebirge bestens aufgehoben sind. Warum sich also den Tag vermiesen lassen?
    Genau den Fehler aber machen viele. Man sieht nur das negativ obschon alles und sei es noch so übel positive Seiten hat.

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