Wie du endlich loslässt, was dich nicht loslässt

Damit du dich freier und unbeschwerter fühlst…

Der Beginn eines neuen Jahres steht für Aufschwung und einen Neuanfang. Wir wollen Negatives hinter uns lassen und uns auf den Weg zu positiveren Dingen machen. Aus diesem Grund haben mich in letzter Zeit besonders viele Leserinnen und Leserinnen darum gebeten, einen Artikel zum Loslassen zu verfassen. Ich selbst habe mich lange mit diesem Thema beschäftigt, da auch ich Einiges hinter mir lassen musste, um glücklich und erfolgreich zu werden. Was ich weiß, teile ich mit dir und ich hoffe, dass es dir genauso viel bringen wird wie mir.

Was du nun lesen wirst, wird dein Leben nicht von heute auf morgen verändern. Es ist viel eher etwas wie eine Saat. Positives Gedankengut, mit dem du dich beschäftigen solltest. Lass etwas Positives in deine Gedanken, damit es sich dort ausbreiten und arbeiten kann. Je mehr Zeit du vergehen lässt, desto mehr Sinn wird alles ergeben.
Vielleicht habe ich hier nicht die perfekte Musterlösung für dich, aber dafür einen Anfang. Fang an und mach dich auf den Weg. Unterwegs wirst du feststellen, dass du immer mehr von deiner Last verlieren wirst. Deine Reise wird leichter und unbeschwerter werden.

Die zwei wichtigsten Schritte des Loslassens

Für mich gibt es zwei besonders wichtige Schritte, bzw. Maßnahmen, die wir in Erwägung ziehen sollten, um loszulassen, was uns herunterzieht. Das ist zum einen die Konfrontation mit der Realität und zum anderen die Ablenkung mithilfe von Dingen, die dich wirklich weiterbringen. Die eine Methode ist hart und erfordert Mut. Die andere ist schonungsvoller, erfordert jedoch mehr Engagement und Hingabe.

Die Konfrontation mit der Realität

Es ist nicht einfach, aber extrem wichtig, sich mit unangenehmen Wahrheiten zu beschäftigen. Oft liegen die Dinge, die dich nicht loslassen, in der Vergangenheit. Sie haben im Grunde genommen keine Macht mehr über dich, außer der, die du ihnen einräumst. Alles, was dich noch mit diesen schlechten Erfahrungen verbindet, sind deine Gedanken daran. Du hältst sie selbst fest und ziehst sie mit dir. Warum? Weil es schwer ist, loszulassen. Weil es einen Abschluss bedeuten würde und dieser Gedanke stört uns. Deshalb ist es so wichtig, offen mit der Sache umzugehen. Was hält dich an dem, was hinter dir liegt? Warum lässt du nicht los?

Das Leben findet jetzt statt. Ein Leben im Gestern ist nicht möglich und deshalb unsinnig. Also warum Altes mitschleppen, das keinen realen Wert mehr hat, während man im Jetzt bestehen muss und seine volle Aufmerksamkeit braucht?

Eine weitere schwer verdauliche Wahrheit ist, dass unsere Belastungen keinen Einfluss auf das Leben im Allgemeinen oder den Rest der Welt nehmen. Die Erde dreht sich trotzdem, die Uhren bleiben nicht stehen und die Sonne geht weiterhin auf und unter. Unsere persönlichen Probleme ändern nichts daran. Was uns bedrückt, ändert nichts am Lauf des Lebens. Das mag deinen Kummer im ersten Moment vielleicht nicht schmälern, aber es relativiert ihn. Es gibt dir die gute Gewissheit, dass das Leben weitergeht. Deine Reise ist noch nicht zu Ende. Um diese Reise fortzusetzen, musst du mit leichtem Gepäck reisen. Schleppe nicht den Ballast von gestern mit dir. Das Leben braucht dich stark.

Du hast nicht immer Einfluss darauf, welche Karten das Leben austeilt, aber du entscheidest immer, wie du sie spielst. Akzeptiere, was geschehen ist, denn daran kannst du nichts ändern. Je eher du das tust, desto größer sind deine Chancen, dein Jetzt und deine Zukunft positiv zu beeinflussen. Geh ehrlich mit dir selbst um und überprüfe, ob es wirklich sinnvoll ist, an Vergangenem festzuhalten. In der Regel wirst du (wenn auch widerwillig) feststellen, dass es dir nichts bringt.

Beschäftige dich mit neuen Dingen

Stell dir mal vor, du würdest dir eine tiefe Wunde am Arm zuziehen. Die wichtigste Voraussetzung zum Heilen wäre, sie zu reinigen, zu verbinden und anschließend in Ruhe zu lassen, damit sie verheilen kann. Würdest du ständig in ihr herumbohren, wäre keine Heilung möglich. Ganz im Gegenteil: Sie würde sich entzünden und noch mehr Schmerzen als nötig verursachen.
Mit den Wunden deiner Vergangenheit ist es genauso. Du reinigst und verbindest sie, indem du dich ehrlich mit ihnen auseinandersetzt und dir ein wenig Zeit gibst, um die Geschehnisse zu verarbeiten und/oder zu trauern. Anschließend braucht das Ganze etwas Ruhe zum Verheilen. Doch wie kannst du einer Sache Ruhe geben, die dich permanent beschäftigt und metaphorisch direkt vor deiner Nase sitzt?

Die meisten Menschen setzen auf Ablenkung und das ist ein wirklich guter Ansatz! Allerdings sollte man hier beachten, dass es positive und negative Ablenkung gibt. Negative Ablenkung ist z.B., den Schmerz mit Alkohol zu betäuben, im Glücksspiel zu versinken oder sich zu isolieren und mithilfe von Fernsehen, Videospielen und übermäßigem Essen auf andere Gedanken zu kommen. All das sorgt nur für noch mehr Probleme.
Positive Ablenkung ist, wenn du etwas Neues beginnst, das dich wirklich weiterbringt. Wenn du die Leere in dir mit etwas Wertvollem füllst. Lies ein Buch oder starte ein Projekt. Baue und erschaffe etwas mit deinen Händen. Beginne ein neues Hobby. Zeig dir, dass es mehr als Verlust in deinem Leben gibt. Führe dir vor Augen, dass es noch andere Dinge gibt, die deine Aufmerksamkeit benötigen.
Ob du nun ein neues Instrument erlernst, ein Buch schreibst, eine Skulptur baust, strickst, häkelst, einen Kurs zur Weiterbildung besuchst oder irgendetwas anderes startest, bleibt dir überlassen. Die Hauptsache ist, dass es dich wirklich weiterbringt.

Indem du immer positiv abgelenkt bist, gibst du deinen Wunden die nötige Ruhe und den entsprechenden Freiraum. Früher oder später wirst du von ganz alleine nicht mehr daran denken. Du wirst lernen, damit zu leben und damit umzugehen. Und wenn du dann mal wieder daran denkst, also den Verband anhebst und nach der Wunde schaust, wirst du feststellen, dass sie verheilt ist. Dort wird eine Narbe sein. Du wirst sie immer mit dir tragen. Aber du wirst wissen, wofür sie steht und dass sie dir nicht mehr wehtun kann.

Gib dir Zeit

Das, was dich belastet, ist in der Regel nicht von heute auf morgen in dein Leben getreten, sondern hat sich entwickelt. Erwarte also nicht, dass du den Ballast sofort loswirst. Gib dir Zeit und denk in Ruhe über alles nach. Wichtig ist, dass du dich nicht herunterziehen lässt. Dass du endlich den Entschluss fasst, dich nicht von dem bedrücken zu lassen, was eigentlich schon lange keine Daseinsberechtigung mehr in deinem Leben hat. Es ist DEIN Leben. Lebe es unbeschwert.

Die Konfrontation mit der Realität und positive Ablenkung haben mir persönlich sehr geholfen. Auf diese Weise konnte ich erkennen, dass es mir nichts bringt, in der Vergangenheit zu leben. So erhielt ich die Motivation dazu, Bücher und Blogbeiträge zu schreiben.
Ich hoffe, dass diese Schritte auch dich auf deinem Weg unterstützen werden. Wenn das Leben uns Zitronen gibt, bietet uns das die Chance, Limonade daraus zu machen. Viel Erfolg dabei!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

 

Titelbild: Unsplash.com, Jad Limcaco

12 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hey Michael vielen Dank für den Blog habe ich gerade echt brauchen können. Manchmal bekommt man mehr Geschenk als man denkt. Hoffe es klappt wünsche dir eine schöne leichte Zeit. Gruß Elke

  2. Hallo Michael, ich freue mich immer wieder auf deine Artikel, aber dieser passt perfekt zu meinem
    jetztigem Leben.
    Ich habe zu lange ( das ist mir heute bewusst), nach dem Prinzip „Wie das Kaninchen auf die Schlange gestarrt“,
    gelebt, habe vieles verdrängt weil ich so meinen Alltag besser bewältigen konnte.
    Ich habe viel über loslassen gelesen, die Theorie kenne ich , nur umgesetzt habe ich es nicht.
    Dein Artikel hat mir nochmal sehr deutlich gezeigt das es an der Zeit ist, dass ICH reagieren muss!
    Ich werde es tun , mich der Realität stellen und die Konfruntation suchen um endlich auch die Chance zu bekommen, neu anzufangen,

    Gruß Lisa

    1. Hallo Lisa,

      es freut mich, dass der Artikel dich zum richtigen Zeitpunkt erreicht!
      Die Theorie einer Sache zu kennen und zu verstehen ist wichtig, aber das ist eben nur die halbe Miete. Wir müssen bereit sein, uns den Dingen wirklich zu stellen wie sie sind und abzuschließen. Ich wünsche dir viel Mut, Kraft und Erfolg dabei.

      Viele Grüße
      Michael

  3. Hallo Michael, du sprichst mir mit deinem Artikel aus der Seele!
    Auch ich habe immer und oft in in die Vergangenheit gesehen und die Dinge entweder verklärt und übermäßig positiv gesehen, oder manche Sachen, manche Entscheidungen bitter bereut („Hätte ich doch damals nicht… dann wäre ich nicht in der heutigen Situation!“).
    Ende letzten Jahres habe ich damit aufgehört. Ich blicke nicht mehr (nur) zurück, ich blicke vorwärts! Nur so kann ich meine Situation (Job den ich nicht mag, an einen Ort den ich ebensowenig mag) ändern und meine Ziele (die ich auch klar umrissen habe) erreichen. Die Vergangenheit brauche ich dazu nicht!
    Aber die Vergangenheit lässt sich nicht ändern!
    Die Vergangenheit lässt sich auch nicht wiederholen!
    Wir leben im Hier und jetzt und haben JETZT das Steuer in der Hand. Sicher, man kann und sollte aus der Vergangenheit lernen, aber wir sollten auch neue Wege beschreiten anstatt die alten und aasgetrampelten Wege aus der Vergangenheit immer wieder zu gehen.
    Wir sollten ins TUN kommen, hier und jetzt! Wir bestimmen HEUTE den Kurs von morgen, wie ein Kapitän auf einen Schiff. Da ist es auch uninteressant was hinter ihm liegt, einzig und allein das Ziel und der Weg dahin interessieren. Und das sollten wir auch beherzigen, wir sollten ins Tun kommen und nicht mehr länger grübeln und hadern mit dem was hinter uns liegt.

    Nur im Hier und Jetzt können wir unsere Gegenwart und unsere Zukunft bestimmen.
    Wir.
    Wir alleine.

    PS: Sehr guter Blog! Mach weiter so! Gibt mir immer viel an Inspiration!

    1. Hallo Heiko,

      du hast sehr gut zusammengefasst, worum es wirklich gut. Wir haben keinen Einfluss auf das, was hinter uns liegt. Wir können nur daraus lernen, um es jetzt besser zu machen und somit eine bessere Zukunft zu gestalten.
      Es freut mich, dass du aus meinen Beiträgen Motivation gewinnst und ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.

      Viele Grüße
      Michael

  4. Lieber Michael,

    Ich sehe dass genauso und mir ging das Buch ziemlich schnell „am A… vorbei“.
    Ich arbeite mit dem positiv fühlen.

    Mir zeigt es immer wieder wir können automatisch in schlechte Gefühle gelangen und brauchen genau deshalb ein Training für die positiven Gefühle.

    Denn dadurch fokussieren wir uns wieder auf das oft schon vorhandene positive.
    Es kommt dann Motivation und falls noch nicht so ausgeprägt wird sich der selbst-Wert langsam wieder aufgebaut.

    Da lieferst du auch eine wirklich wichtige Unterstützung, vielen Dank.
    Lg

    1. Hallo Christina,

      da stimme ich dir vollkommen zu: Man kann positives Denken trainieren und daraus resultieren zahlreiche positive Effekte.
      Schön, dass meine Beiträge dir gefallen! Danke für deine lieben Worte.

      Viele Grüße
      Michael

  5. Hallo Michael-
    Sehr interessant. .aber woher weiß ich eigentlich, dass ich „loslassen“ muss?
    Wenn ich unglücklich alten Zeiten nachhänge?
    Wenn ich mich im Kreis drehe?
    Es gibt doch die Dinge, die prägen – auch wenn ich sie „loslassen “ will irgendwo bleiben Sie doch ohne das ich sie als Ausrede benutze für das jetzt?

    Viele Grüsse Linda

    1. Hallo Linda,

      du hast dir die Frage schon selbst beantwortet 🙂 Wenn dich etwas belastet, nicht weiterbringt oder dafür sorgt, dass du dich im Kreis drehst, dann ist es Zeit loszulassen.
      Natürlich prägen uns gewisse Dinge und Erfahrungen, aber um aus diesen Lektionen zu lernen, müssen wir sie nicht ständig mit uns ziehen.

      Viele Grüße
      Michael

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.