Das Bild, das Du nach außen gibst… – Teil 2

Der letzte und der heutige Artikel sind vielleicht nicht etwas für jeden. Aber sie sind genau richtig für einige, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten und sich von mir gewünscht haben, dieses Thema zu behandeln. Generell schadet es niemandem, sich damit auseinanderzusetzen und in wenigen Minuten wirst du entweder ein paar Dinge mehr wissen, oder an ein paar wichtige erinnert worden sein.

Letzte Woche haben wir uns damit beschäftigt, wie wichtig unser Erscheinungsbild für uns selbst ist. Solltest du den Artikel noch nicht gelesen haben, kannst du das bei Bedarf gerne mit einem Klick nachholen. Nach einer überraschend sonnigen Woche (zumindest hier im Westen) nehmen wir uns nun die Zeit, darüber zu sprechen, wie andere uns wahrnehmen und womit das zusammenhängt. Eine objektive Meinung dazu zu erhalten, ist nicht ganz so einfach. Man selbst kann schlecht aus seiner Haut schlüpfen und selbst wenn man einen Spiegel benutzt: der eigene Eindruck ist einfach zu subjektiv. Eine Möglichkeit wäre es, jemanden aus dem Bekanntenkreis zu fragen. Solltest du jemanden haben, dem du vertrauen kannst und von dem du weißt, dass er dir ehrlich antworten wird, zögere nicht 🙂

MichelleBulgaria

Im Folgenden möchte ich dich auf ein paar Dinge aufmerksam machen, auf die du selbst achten kannst, um ein objektives Bild von dir selbst zu bekommen. So bekommst du ein paar Denkanstöße von einem Außenstehenden und kannst anhand dessen, dich selbst „beobachten“. Voraussetzung dafür ist natürlich Offenheit und notfalls auch eine kritische Auseinandersetzung mit dir und deinem Alltagsverhalten 🙂 Auch hier möchte ich betonen: Ich rege zum Nachdenken an. Ich zeige nicht mit dem Finger und schreibe niemandem etwas vor. Dieser Unterschied ist mir persönlich sehr wichtig. Nun, da das geklärt ist, können wir ja anfangen:

Warum ist es wichtig, wie andere dich sehen?

Viele Menschen sagen regelmäßig Sätze wie:

  • „Mir ist egal, was andere über mich denken“, oder
  • „Ich mach‘ mein Ding und das geht niemanden etwas an.“

Im Prinzip ist es eine gesunde Einstellung, sich nicht von der Meinung anderer abhängig zu machen. Ganz alleine und vollkommen unabhängig zu leben, funktioniert aber auch nicht einwandfrei. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen den Kontakt zueinander. Es macht das Leben oft wesentlich schöner und einfacher. Um diesen gesunden Kontakt pflegen zu können, müssen wir auf andere Menschen angenehm und vertrauensvoll wirken. Wer nur in sich gekehrt und zurückgezogen ist, auf den geht auch niemand freiwillig zu!

Solltest du dich in deiner persönlichen Entwicklung befinden und nach Selbstbewusstsein und Lebensqualität streben, könnten diese Zeilen für dich besonders interessant sein 🙂

Objektive Selbstbeobachtung

Wenn wir uns einen sympathischen Menschen vorstellen, dann kommt uns oft jemand in den Sinn, der viel lacht, sehr offen ist, auf Menschen zugeht, oft ein gepflegtes Erscheinungsbild hat, gesellig und redselig ist und oftmals auch erfolgreich zu sein scheint.

In die andere Richtung können wir uns entweder einen unhöflichen Menschen vorstellen oder jemanden, der sehr zurückgezogen und schüchtern ist und einen unglücklichen Eindruck macht. Auf ganz natürliche Weise fühlen wir uns in den meisten Fällen zu den sympathischen Menschen hingezogen.

Der Punkt ist dieser: Wie du bist und wie sich dein Verhalten gestaltet, ist vollkommen dir überlassen. Aber du kannst der netteste Mensch der Welt sein und niemand wird es merken, solange du es niemanden sehen lässt. Niemand kann deine Gedanken lesen und niemand wird sich freiwillig die Mühe machen, herauszufinden, ob du vielleicht dieser netteste Mensch der Welt bist (außer vielleicht dein/e Partner/in fürs Leben 🙂 )

Auf dem Weg zu mehr Lebensqualität bietet es sich immer an, das Beste aus allem herauszuholen. Auch aus dem Verhältnis zu den Mitmenschen!

Aus diesem Grund möchte ich dir ein paar Anhaltspunkte mit auf den Weg geben, die dir ein objektives Bild von deiner allgemeinen Erscheinung geben. Solltest du dich dafür interessieren, kannst du gerne darauf achten und schauen, welchen Eindruck du wohl auf deine Umwelt machst. Keine Sorge: Sollte dir auffallen, dass du verschlossen oder vielleicht sogar unhöflich wirken solltest, dann ist das nicht schlimm. Schlimmer wäre es, es niemals zu merken 🙂

Also nun endlich zu den Anhaltspunkten:

  • Wie ist deine Körperhaltung? Gehst du aufrechten Hauptes oder hängen deine Schultern? Schlurfen deine Schritte beim Gehen?
  • Mit wie vielen Menschen sprichst du am Tag?
  • Hast du oberflächliche Konversationen, die nicht über das „Hallo“ oder „Wie geht’s?“ hinausgehen?
  • Wenn ja, wie oft?
  • In welchem Verhältnis stehen solch oberflächliche Konversationen zu ernsthaften, bei denen man sich wirklich austauscht?
  • Bist du der bei der Arbeit/in der Schule/in der Uni eher allein oder von anderen Menschen umgeben?
  • Wie oft hast du bei der Arbeit/in der Schule/in der Uni Zeit für dich und zum Nachdenken?
  • Wenn du Zeit zum Nachdenken hast, bist du eher in deinen Gedanken versunken und völlig abgeschottet oder nimmst du noch am Geschehen teil?
  • Lachst du eher viel oder wenig, wenn du dich mit deinen Mitmenschen austauschst?
  • Gerätst du oft in Konfliktsituationen oder gehst du ihnen aus dem Weg?
  • Ist dein Erscheinungsbild gepflegt oder lässt du dich gern auch mal ein wenig gehen?
  • Siehst du eher munter aus oder hast du das Gefühl, dass man dir ansehen kann, wenn dich etwas bedrückt?

So, ich denke, das sollte für den Anfang genügen. Ich möchte noch einmal betonen, dass es nicht schlimm ist, wenn dir auffällt, dass ein paar der negativeren Punkte auf dich zutreffen. Niemand ist perfekt und alles lässt sich ändern. Da gibt es keine Ausnahmen. Manchmal bin ich auch so in meinen Gedanken versunken, dass der Rest der Welt an mir vorüberzieht. Wie unhöflich ich dabei ausschaue, mag ich gar nicht wissen 🙂

Wie zu Anfang erwähnt, ist das Thema vielleicht nicht etwas für Jedermann, aber solange der Artikel die Richtigen erreicht hat, ist meine Arbeit für heute getan 🙂 Probiere es aus, beobachte dich aus einem objektiven Blickwinkel und vielleicht ist es dir ja möglich, dein Soialleben dadurch zu bereichern. Es wurde letzte und diese Woche viel zum Thema „Erscheinungsbild“ gesagt und ich würde mich über deine persönliche Meinung freuen. Teil sie uns entweder in der Kommentarbox mit oder schreib mir eine Mail.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und freue mich, dass du dabei bist.

Michael

4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ich finde deine Bücher und auch diesen Kanal hier super. Lese gerne deine Gedanken. Es macht sehr viel Spaß deine Ideen umzusetzen. Positiv durchs Leben zu gehen. Es bewusst war zu nehmen und zu beobachten wie die Leute darauf reagieren. Eine neue Welt, in einer eingefahren Alten. Danke dafür.

    1. Vielen Dank für das große Kompliment! Es freut mich, dass es dir gefällt und du an den Gedanken Anstoß findest. Ich bin überzeugt davon, dass es besser ist neue Wege zu gehen und sich zu entwickeln, als die „eingefahrene“ Welt dabei zu beobachten, wie sie langsam verstaubt und uninteressant wird.
      Solange es auch nur eine/n Leser/in gibt, der/die diese Ansichten teilt, wird sich „Dein Fußabdruck“ weiterentwickeln 🙂
      Es ist schön, dass du dabei bist.
      Michael

  2. Lieber Herr Leister,
    Ihr Buch ‚Endlich selbstbewusst‘
    ist kurz, bündig und prägnant. Es hat mir sehr gut gefallen. Es gibt sehr viele Bücher über Selbstbewusstsein. Eine sehr gute Anleitung, wenn auch ausführlicher, gibt Rolf Merkle. Ihr Artikel über das äußere Selbstbild zwingt einen zu sich selbst und ganz klein anzufangen. Ich habe für alle möglichen Dinge Zeit, für meine Patienten, meinen Partner, meinen Hund usw., nur für mich selbst nicht. Daran ändert auch mein Kosmetiktermin einmal im Monat nichts. Meine schöne Kleidung liegt meist im Schrank, alles muss schnell schnell gehen. Ich bin zwar beruflich erfolgreich, in meiner kurzen Freizeit flüchte ich mich ins Lesen, v. allem Selbsthilfebücher. Ich habe Schwierigkeiten, im Jetzt zu leben bei so viel Aktivität. Ich würde gerne mehr das tun, wozu ich Lust habe. Aber dazu muss ich erst mal ganz klein bei mir selbst anfangen, ich denke das wird sehr zu meinem Wohlbefinden beitragen. Ihre Artikel in dein Fußabdruck hilft, den Inhalt des Buches zu repetieren und lebendig zu halten, auch der Artikel über Ordnung war sehr hilfreich und sehr wahr. Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns Anregungen zu geben. Viele Grüße Dr. Schulz

    1. Liebe Frau Schulz,
      herzlichen Dank für Ihre lobenden und motivierenden Worte. Ich bin mit einigen Büchern von Dr. Merkle vertraut und bewundere auch den Tiefgang seiner Arbeit, den seine Tätigkeit als Psychologe ermöglicht.
      Mein Wunsch ist es, nicht zu therapieren, sondern verschiedene Themenbereiche möglichst freundschaftlich und objektiv zu betrachten und dem Leser neue Perspektiven aufzuzeigen. Dass Sie Gefallen daran finden konnten, freut mich sehr.
      Vielen Dank auch für den sehr offenen Einblick in Ihren Alltag und Ihre persönliche Situation. Der Versuch, möglichst „gut“ zu allen zu sein und den persönlichen Erfolg voranzutreiben, fordert leider oft viele Opfer. In den meisten Fällen opfert man den Bezug zu sich selbst, da man nur noch „funktioniert“.
      Ich bin auch davon überzeugt, dass es erheblich zu Ihrem Wohlbefinden beitragen wird, vermehrt auf sich selbst zu achten. Der ehrliche Wunsch danach, sich selbst wieder in den Fokus zu stellen, wird Sie genau dorthin bringen. Unsere Gedanken sind Wünsche und wer aufrichtig wünscht, wird auch dafür belohnt. Davon bin ich vollkommen überzeugt.
      Ich hoffe, dass Sie auch in Zukunft viele positive Anregungen von diesem Blog mitnehmen können und dass Sie Stück für Stück wieder den Weg zu sich und Ihrem Wohlbefinden finden.
      Zum Schluss möchte ich auch Ihnen danken, dass Sie sich die Zeit nehmen, meine Arbeit wertzuschätzen.

      Viele Grüße und bis bald
      Michael

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.