Ein paar ehrliche Worte, die von Herzen kommen…

Neulich unterhielt ich mich mit einem PR-Berater über die Schwierigkeiten und Hürden, denen ich in diesem Jahr begegnet bin. Seine erste Antwort lautete: „Lass das bloß niemanden wissen. Deine Leser dürfen gar nicht erst den Eindruck bekommen, dass bei dir irgendetwas nicht läuft, denn dann wirkst du unglaubwürdig. Du kannst nur ein Vorbild sein, wenn du das hast, was alle anderen wollen.“

Das hat mich ziemlich ins Grübeln gebracht. Schließlich kennen die meisten mich für meine Ehrlichkeit, meine Offenheit und meine Authentizität. Wenn ich positives Feedback aufgrund meiner Coachings erhalte oder wenn sich jemand bei mir bedankt, nachdem er eines meiner Bücher gelesen hat, dann bedankt man sich in der Regel für meine Aufrichtigkeit. Man sagt mir, dass ich nahbar und authentisch wirke, weil ich kein abgehobener Guru bin, sondern ein ganz normaler Mensch wie jeder andere auch. Mir gefallen diese Komplimente, denn sie erden mich. Bodenständigkeit ist ein Zustand, mit dem ich mich sehr wohl fühle.

Aber warum erzähle ich dir das überhaupt? Was hat das mit dem Blog und der Persönlichkeitsentwicklung zu tun? Im Grunde genommen alles. Weil dieser Blog von jemandem geführt wird, der mit denselben Herausforderungen kämpft wie jeder andere auch. Ich möchte kein Vorbild sein, indem ich behaupte, dass mir die Sonne aus dem Allerwertesten scheint und ich den Eindruck vermittle, es gäbe keine Probleme in meinem Leben. Ich möchte ein Vorbild sein, indem ich ein Leben voller Hürden und Herausforderungen führe, aber mich trotzdem nicht von meinem Weg abbringen lasse.

Ein verdammt hartes Jahr

Das Jahr 2021 hat es wirklich in sich. Neben all den verrückten Dingen, die ohnehin schon passieren, musste ich einige schwere Rückschläge in Kauf nehmen. Menschen und Tiere, die mir sehr am Herzen lagen, sind verstorben. Personen, denen ich lange vertraut habe, haben mein Vertrauen missbraucht. Meine Gesundheit hat mir ein paar herzhafte Streiche gespielt und für einen kurzen Moment sah es sogar so aus, als würde ich nicht mehr lange unter uns weilen. Meine Autorenkarriere hat massive Rückschläge erlitten. Fernsehauftritte, die über ein Jahr im Voraus terminiert wurden, mussten gestrichen werden, denn in Zeiten der Pandemie sitzen nur noch Politiker und Virologen in Talkshows. Eine Lesungs-Tour durch Deutschland, die ich antreten sollte, musste aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Veröffentlichungen, auf die ich sehr lange hingearbeitet habe, wurden auf unbestimmte Zeit verlegt. Zahlreiche Projekte, mit denen ich meine Leserinnen und Leser in diesem Jahr überraschen wollte, konnten nicht stattfinden.

Bitte versteh mich nicht falsch, denn ich habe nicht die Absicht, zu jammern. Ganz im Gegenteil. Ich bin froh, immer noch hier zu sein. Froh, mich nicht davon aus der Spur bringen zu lassen. Froh, immer noch dieselben Ziele zu verfolgen. Froh, jeden Tag mein Bestes zu geben. Und ich hoffe, dass man mich eines Tages dafür als Vorbild ansehen wird und nicht dafür, dass ich so und so viel Geld verdient oder diese und jene Bestsellerliste erobert habe.

Es ist leicht, eine gute Zeit zu haben, wenn das Leben gerade gut läuft. Spannend wird es erst, wenn der Widerstand wächst. In Zeiten des Sturms stelle ich mich gerne ans Steuer, um herauszufinden, aus welchem Holz ich gemacht bin.

Gleichzeitig bedrückt es mich, nicht immer alles so durchsetzen zu können, wie ich es gerne gehabt hätte. In diesem Jahr hätte ich euch gerne viel mehr präsentiert. Ich wäre so gerne auf Tour gegangen, um Lesungen zu halten, Fotos mit meinen Fans zu machen und eine gute Zeit mit all jenen zu haben, die mich unterstützen und motivieren. Ich hätte gerne das ein oder andere Projekt ins Rollen gebracht, denn ich weiß genau, dass viele da draußen JETZT eine schwere Zeit haben und JETZT etwas Motivation gebrauchen könnten. Nicht erst dann, wenn ich die optimalen Bedingungen habe, um das nächste Projekt zu starten. Offen gesagt wäre ich gerne im Fernsehen aufgetreten, um der Welt von meinen Büchern zu erzählen und sie von der Wirksamkeit der Persönlichkeitsentwicklung zu überzeugen. Ich stehe zwar nicht gerne im Rampenlicht, aber manchmal heiligt der Zweck dann doch die Mittel.
Ich hätte gerne jetzt schon den Blog komplett überarbeitet, damit es noch viel mehr Spaß macht, jeden Freitag einen neuen Beitrag zu lesen und sich durch die hunderten Artikel zu wühlen.
Ich hätte gerne jetzt schon digitale Coaching-Kurse im Angebot, damit all jene Zugang zu einem professionellen Coaching haben, die sich eine persönliche Zusammenarbeit finanziell einfach nicht erlauben können.

Hätte, hätte, hätte. So viele Dinge, die ich gerne umgesetzt hätte, aber nicht möglich machen konnte. Und jetzt? Soll ich aufgeben? Es bleiben lassen? Mir sagen, dass ich es auch im nächsten Jahr nicht schaffen werde, weil 2021 mich bereits so hart erwischt hat? Keine schönen Optionen, oder?

Ich sage dir, wie es stattdessen weitergeht. Wir haken alles, was geschehen ist, als wertvolle Lektion ab, ziehen wichtige Lehren daraus, nehmen wieder Fahrt auf und vertrauen dem Plan.

Eine lange Liste…

Wenn ich in den letzten 12 Monaten eine Sache lernen durfte, dann ist es, dass ich das Leben liebe. So schwer und herausfordernd es manchmal auch sein mag, am Ende ist es doch ein verrücktes, wunderbares Abenteuer. Es wird erst richtig spannend, wenn wir die Dinge wagen, die andere für unmöglich halten. Am lebendigsten fühlen wir uns weit außerhalb unserer Komfortzone.

Deswegen kann ich nur jeden dazu motivieren, sich nicht von dem einschüchtern zu lassen, was hin und wieder passiert. Das Leben wird uns immer wieder auf die Probe stellen und wir werden dabei immer wieder herausfinden dürfen, aus welchem Holz wir gemacht sind. Manchmal brauchen wir eine Weile, um uns zu erholen. Am Ende zählt aber auch nicht, wie lange wir gebraucht haben, um aufzustehen. Es zählt nur, DASS wir aufstehen und weitermachen. Also: Aufstehen, den Staub von den Schultern abklopfen, das Kinn nach oben recken und den Blick weit nach vorne richten. Es geht weiter.

Deshalb darfst du weiterhin viel von mir erwarten. In Bälde werde ich den jährlichen, limitierten „Glücks- und Erfolgskalender“ für das Jahr 2022 vorstellen. Es wird sogar noch ein Buch von mir erscheinen (und was für eins!), aber dazu habe ich ganz bewusst noch keinerlei konkrete Ankündigung oder Marketing gemacht, weil es die Überraschung verderben würde 🙂

Alle Zeichen stehen auf Vollgas. Alles, was geplant war, steht auch weiterhin auf dem Plan. Und weil ich es in diesem Jahr hautnah erfahren durfte, kann ich dir guten Gewissens versichern: Solange ich atmen kann, folge ich dem Plan.

Was ich bin und was nicht

Mit diesem Blogartikel verstoße ich wahrscheinlich gegen jede Regel des Markenaufbaus und gegen jeden Rat eines Presseberaters. Vielleicht ist das auch gut so, denn ich kann nicht anders. Ich bin niemand, der anderen ein glamouröses Leben vorheuchelt. Ich glaube nicht an „Fake it ‚til you make it!“ (Frei übersetzt: Täusche etwas vor, bis du es zu etwas gebracht hast). Ich glaube an Aufrichtigkeit. Wenn es bei mir gut läuft, bekommt ihr das mit. Und wenn ich im schlimmsten Sturm seit 10 Jahren stehe, teile ich das ebenfalls ehrlich mit. Denn am Ende bin ich kein Guru, der alle Antworten hat, sondern auch nur ein Reisender. Ein Reisender, der Antworten sucht und die ein oder andere Erkenntnis mit seiner Umwelt teilt. Und ich möchte damit nur jene erreichen, die das zu schätzen wissen. Wer Glanz, Glamour und die Illusion eines perfekten Lebens sucht, wird im Internet sicher schnell fündig werden, nur eben nicht bei mir 😉

In diesem Sinne: Danke für alles. Ich gebe jeden Tag mein Bestes, mich dafür erkenntlich zu zeigen. Der Weg ist noch lang und es warten noch viele, viele Überraschungen…

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

 

Titelbild: Unsplash.com, christopher lemercier