Funktioniert!

Ich werde das hier so kurz und einfach wie möglich halten, um dem Motto meiner Kernbotschaft zu folgen: Fokus!

Vermutlich muss ich niemandem erzählen, was aktuell los ist und die Art und Weise, wie die Medien Bericht erstatten, macht nichts davon besser. Offen gesagt macht es einfach nur krank, wie viel Hass, Spaltung und Hetze momentan grassieren. Täglich werde ich geradezu bombardiert mit Nachrichten von Menschen, die immer tiefer in Depressionen versinken und nicht damit umgehen können, dass die Welt um sie herum zerbricht. Aber tut sie das wirklich? Zerbricht die Welt? Ich behaupte: Nein!

Das kleinste Boot kann den größten Ozean überqueren, solange es kein Wasser nach innen lässt, nicht wahr? Genauso kann der kleinste Mensch die größten Schwierigkeiten durchstehen, solange er die Negativität um sich herum nicht in sein Innerstes kommen lässt.

Du musst nicht hassen, du musst nicht spalten, du musst dich nicht an der Panikmache beteiligen. Du musst deine Mitmenschen nicht ausgrenzen und öffentlich diffamieren. Du musst keine Angst haben. Du kannst all das tun. Aber du musst nicht. All diese Negativität kann dich nur beeinflussen, wenn du es zulässt. Wenn du ihr einen Platz in deinen Gedanken und deinem Herzen gibst.

Allen, die keine Lust haben, sich verrückt machen zu lassen und wieder zu dem zurückfinden wollen, worauf es wirklich ankommt, möchte ich heute eine Alternative anbieten.

Das, was wirklich zählt

In meinem Arbeitszimmer hängt ein Whiteboard (eine weiße Tafel). Auf diese Tafel habe ich mir fünf große Stichworte geschrieben:

  1. FREUNDE / FAMILIE
  2. GESUNDHEIT
  3. ERFOLG
  4. BILDUNG
  5. SPASS

Mein Ziel ist es, mich ausschließlich auf diese fünf Bereiche meines Lebens zu fokussieren. Dazu aber später mehr.

Zuerst sollten wir uns noch mit einem Einwand beschäftigen, der dabei aufkommt: Ist es nicht eine Realitätsflucht, sich ausschließlich auf diese Bereiche des Lebens zu konzentrieren? Meiner Meinung nach nicht. Das goldene Stichwort, das wir berücksichtigen sollten, heißt „Einflussbereich“.

Du kannst dich zehn Stunden am Stück über das ärgern, was in der Welt geschieht und es wird sich nichts daran ändern. Du kannst einen Hungerstreik anfangen, um Aufmerksamkeit zu erregen und alles, was du erreichen wirst, wird Hunger sein. (Sorry, so sieht die Realität halt aus). Du kannst mit noch so vielen Menschen gemeinsam hetzen, hassen und debattieren, aber es wird sich nichts zum Guten verändern. All das wird dich nur krank machen. Es wird dich verbittern. Widmest du jedoch nur wenige Momente einem der oben aufgelisteten Punkte, wird dein Leben sich sofort zum Positiven verändern. Und die Welt wird ein Stückchen besser werden, weil du ein Teil dieser Welt bist, der sich gerade weiterentwickelt. Also nein, es ist keine Realitätsflucht. Es ist der vielleicht sinnvollste Ansatz, mit dieser Welt und diesem Leben umzugehen.

Die Prioritäten entsprechend setzen

Wie bereits gesagt ist es meine Absicht und mein Ziel, so viel Zeit wie nur irgend möglich den oben genannten Punkten zu widmen.

1. Zu dem ersten Punkt „Freunde und Familie“ gehört mein gesamtes privates Sozialleben. Ich möchte so viel Zeit wie möglch mit den Menschen verbringen, die ich liebe und von denen ich Wertschätzung erfahre. Das ist meiner Meinung nach deutlich sinnvoller, als seine Zeit in jene zu investieren, die einen hassen, ablehnen oder auf einer ganz anderen Wellenlänge unterwegs sind. All diese Aufmerksamkeit verdienen die, die uns am Herzen liegen. Falls es in deinem Leben zu wenige Personen gibt, die dir am Herzen liegen, dann könnte es durchaus sinnvoll sein, deine Zeit der Suche zu widmen. Es gibt acht Milliarden Menschen da draußen. Darunter werden einige sein, die sich freuen würden, dich kennenzulernen.

2. Wie ich neulich in einem anderen Beitrag (den du hier lesen kannst) schrieb, hat meine Gesundheit im letzten Jahr stark gelitten. Somit hat es für mich aktuell eine hohe Priorität, sie wieder auf Vordermann zu bringen. Ich möchte meine Zeit in eine gesunde Ernährung und eine ausgeglichene Tagesplanung investieren. Stress reduzieren und mehr Zeit für Wohltuendes einrichten. Natürlich gehört auch Bewegung dazu! Es ist schon erstaunlich, was man alles tun kann, um seinen Körper zu pflegen und ihm mehr Vitalität zu verleihen. Tatsächlich sind die Möglichkeiten so vielfältig, dass ich das Gefühl habe, mir mehr Zeit dafür nehmen zu müssen. Wie schön, dass man mehr Zeit gewinnt, indem man aufhört, sich zu stressen und die Negativität der Welt aufzusaugen.
Dazu sei auch gesagt, dass „mentale Gesundheit“ ebenfalls ein Bestandteil der insgesamten Gesundheit ist. Auch für sie sollten wir mehr tun. Viel mehr!

3. Jeder Tag ist mit zahlreichen Aufgaben gefüllt. Aber welche davon sind wirklich wichtig? Welche Aufgabe ist unverzichtbar und was sind einfach nur Zeitfresser, auf die wir genauso gut verzichten könnten? Mehr Erfolg bedeutet nicht immer, mehr zu tun. Manchmal führt es auch zu mehr Erfolg, wenn man seine Aufgaben objektiv betrachtet und seinen Tagesplan schlanker gestaltet.
Jeder muss Erfolg für sich persönlich definieren (hier übrigens ein hilfreiches Buch dazu) und seinen Plan dann konsequent durchziehen. Also bin ich aktuell damit beschäftigt, meine Prioritäten zu überdenken und mich neu auszurichten. Es ist schön, dass es auch nach all den Jahren des Erfolges noch so viel Neues zu lernen gibt und ich hoffe, das hört niemals auf.

4. Es ist unmöglich, auszulernen. Deshalb sollten wir uns darauf einstellen, jeden Tag dazuzulernen. Wissen ist Macht. Jeder kann und sollte seinen Bildungsstand hinterfragen. Als ich das tat, musste ich feststellen, dass ich nicht mehr so viel lese wie früher. Es fehlt mir. Also habe ich meine Leseecke wieder reichlich mit frischen Büchern ausgestattet. Als ich merkte, dass mir die Zeit zum Lesen fehlte, nahm ich sie mir einfach. Problem gelöst 🙂

5. Das Leben ist zu kurz, um keinen Spaß zu haben. Denk mal bitte ganz objektiv darüber nach, wann du zuletzt Spaß hattest. Wann hast du dir Zeit genommen, um etwas zu tun, das keinen „vernünftigen“ Sinn erfüllt, sondern einfach nur das Herz aufblühen lässt? Ich für meinen Teil möchte öfter mal wieder die Gitarre in die Hand nehmen. In den letzten Wochen habe ich mich wieder öfter auf das Fahrrad geschwungen, um die ein oder andere Ausfahrt zu machen. Man könnte sich wieder mehr Zeit fürs Kochen nehmen. Oder auch mal ein Spiel spielen. Warum nicht? Was sollten wir denn stattdessen tun? Noch heftiger im Hamsterrad des Alltags strampeln? Noch mehr Nachrichten konsumieren und uns noch mehr Horrorprognosen servieren lassen? Nein, danke. Ich denke, uns allen fallen Dinge ein, die deutlich schöner sind.

Ein erfreuliches Fazit

In meinen Coachings geht es oft um den eigenen Einflussbereich. (Hier ist übrigens ein beliebter Blogartikel von mir zu diesem Thema) Wir stellen immer wieder fest, dass es wunderbar ist, sich um seinen eigenen Kram zu kümmern. Es ist nicht so, als würde man vor der Realität fliehen. Es ist auch nicht so, als würde man eine Scheißegal-Einstellung entwickeln. Die Wahrheit ist, dass man einfach auf nichts anderes Einfluss nehmen kann, als auf seinen eigenen Einflussbereich. Wenn du die Welt retten willst, dann rette dich selbst. Wenn du die Welt verbessern willst, verbessere dich selbst. Wenn du willst, dass die Menschen liebevoller miteinander umgehen, dann praktiziere mehr Liebe.

Wir sollten wieder mehr vor der eigenen Haustüre kehren. Aus uns ist eine Gesellschaft von Personen geworden, die laut schreiend mit dem Finger auf andere zeigen, während sie selbst nur wenig von ihrem eigenen Kram im Griff haben. Wir sollten weniger verurteilen und mehr Verständnis haben. Weniger kritisieren und selbst konstruktiver sein. Weniger hassen und mehr lieben. Weniger spalten und mehr vereinen. Vor allem aber sollten wir uns wieder um uns selbst kümmern. Denn das, was wir da draußen sehen, ist nicht das Abbild einer Gesellschaft, die aus glücklichen und ausgeglichenen Menschen besteht. Wenn wir etwas daran ändern wollen, beginnt diese Veränderung bei uns selbst.

Ein schöner Nebeneffekt: Wenn du dich mehr mit den fünf Bereichen beschäftigst, die ich oben beschrieben habe, hast du ohnehin keine Zeit mehr, um dich mit Negativem zu beschäftigen 😉

In diesem Sinne: Lass es dir gut gehen!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, mohammad alizade