Stehst du noch oder lebst du schon?

Warum Dickköpfe immer den Kürzeren ziehen und Standpunkte uns einschränken. Vorsicht: Dieser Artikel könnte etwas verändern…

Wenn du schon den ein oder anderen Blogartikel oder auch eins meiner Bücher gelesen hast, weißt du, dass ich gerne auf eine saubere Wortwahl achte. Heute möchte ich aber betonen, dass es Dinge gibt, die ich einfach scheiße finde. So, die Katze ist aus dem Sack, das Wort ist gesagt 🙂

Aber was finde ich denn eigentlich so scheiße? Nun, ich mag aus diesem Artikel keinen modernen „Shitstorm“ machen, also beschränke ich mich auf ein paar Sätze und eine Einstellung, die uns im Alltag immer wieder begegnen. Diese Sätze sind:

  • „Das ist halt so, daran kann man nichts ändern.“
  • „Ich bin halt so, das wird sich nie ändern.“
  • „Ich weiß, dass ich einen Fehler mache, aber das ist mir egal. Das ist jetzt so.“
  • „Ich weiß, dass ich Unrecht habe, aber ich werde nicht von meiner Meinung zurückweichen.“
  • „Das macht man halt so.“
  • „Das muss so sein.“

Vielleicht fragst du dich jetzt, was ich so besonders schlimm daran finde. Schließlich gibt es doch weitaus gröbere Aussagen. Deshalb möchte ich es kurz und knackig formulieren: Solche Aussagen sorgen für Stillstand. Wer solche Sätze über die Lippen bringt, wird sich niemals entwickeln!

Viele Leute haben einen festen „Standpunkt“ zu gewissen Themen und wollen nicht davon abweichen. Schauen wir uns doch einfach mal das Wort „Standpunkt“ genauer an. Man STEHT auf einem PUNKT. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Keine Entwicklung, keine Kompromisse, kein Fortschritt. Wer an seinem Standpunkt festhält, wird darauf versauern, während das Leben allmählich vorüberzieht.

Aus diesem Grund sind Dickköpfe auch so unzufriedene Menschen. Sie „gewinnen“ oft für den Moment, weil sie das Gefühl haben, eine Diskussion oder einen Streit für sich entschieden zu haben. In Wirklichkeit aber gibt die andere Partei nur auf, weil sie den hoffnungslosen Fall erkennt. Dickköpfe entscheiden also eine Situation für sich und verbuchen darüber hinaus eine riesige Niederlage: Sie zerstören soziale Beziehungen, verletzen Mitmenschen und schränken sich in der persönlichen Entwicklung ein.

Sich nicht zu entwickeln, ist gegen unsere Natur. Das kann man anhand vieler Beispiele ganz logisch betrachten. Allem voran steht da natürlich unsere physische Entwicklung, von der Geburt angefangen bis hin zum hohen Alter und dem unvermeidlichen Tod. In unserem Körper erneuern sich täglich zig Milliarden Zellen. Es verändert sich ständig etwas. Diese Veränderung lässt sich nur durch den Tod aufhalten. Auf einer Stelle stehenzubleiben bedeutet also, sein Leben nicht zu leben.

Darüber hinaus sind auch charakterliche Entwicklungen unumgänglich. Lass uns einen kleinen Zeitsprung machen. Überlege kurz, wie du vor 4 Jahren warst. Wie war deine Einstellung zu gewissen Dingen? Was hat sich verändert? Kannst du behaupten, immer noch derselbe Mensch wie vor 4 Jahren zu sein? Und nun geh weitere 4 Jahre zurück. Wie sieht es da aus? Ja, ich weiß: Es ist, als ob man sich an einen anderen Menschen erinnern würde 🙂

Angesichts allein dieser Tatsachen ist es doch vollkommen unsinnig, sich oder irgendetwas im Leben festzufahren und zu behaupten, es könne und würde keinerlei Veränderung stattfinden. Das Leben besteht aus Veränderungen und deshalb ist es wichtig, sich auf diese einzulassen. Menschen, die mit sich unzufrieden und verzweifelt sind, sagen gerne einen Satz wie: „Ich bin halt so, das wird sich nie ändern.“ Klar, wenn man das schon selbst voraussagt, wird es auch mit Sicherheit so sein. Unser Unterbewusstsein kann halt nur mit dem arbeiten, was wir ihm geben. Wer allerdings versteht, dass das Leben ein ständiger Wandel ist, lässt sich nicht davon herunterziehen, wenn mal gerade etwas nicht nach Plan läuft.

Ich erhalte viele Leserzuschriften, in denen man mir sagt, ich würde Augen öffnen und Meinungen ändern. Das freut mich natürlich sehr! Was aber noch viel wichtiger ist: Schwerwiegende Meinungen KÖNNEN verändert werden. Auf „Dein Fußabdruck“ debattieren wir schließlich nicht darüber, welche Eissorte diesen Sommer besonders gefragt sein wird, sondern wir tauschen uns über einschneidende Lebenseinstellungen aus. Was ebenfalls für die Veränderungen im Leben spricht: All die Inhalte, die ich wöchentlich erstelle, waren nicht immer in meinem Kopf. Hättest du mir vor 5 Jahren gesagt, dass ich bald schon diesen Blog führen und Bücher schreiben würde, hätte ich dich wahrscheinlich ausgelacht 🙂 So viel zum Standpunkt.

Man kann sich das Leben einfach schwer machen und das tut man vor allem dann, wenn man auf verlorenem Posten kämpft. Es ist keine Schande, sondern eher ein Zeichen von charakterlicher Größe, seinen Standpunkt aufzugeben, einen Kompromiss einzugehen und somit einen entscheidenden Schritt zur persönlichen Entwicklung zu machen. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, zu verstehen, dass im Leben alles möglich ist und sich alles jederzeit verändern kann.

Vor nicht allzu langer Zeit hörte ich jemanden sagen, das Leben sei wie ein Poker-Spiel. „Es braucht nur eine einzige Karte aus dem Nichts aufzutauchen und plötzlich wirst du vom Hoffnungslosen zum Gewinner.“, sagte der junge Mann. Ich finde, dass er recht hat. Von einer Sekunde auf die andere kann sich alles im Leben verändern.

Sei deshalb auf den Wandel eingestellt. Verbarrikadiere dich nicht auf einem Standpunkt und verpasse nicht das Leben. Wenn du die Veränderung selbst in die Hand nimmst, kannst du sie zu deinen Gunsten auslegen.

So viel zum Thema „Dickköpfe und Veränderungen“. Solltest du in letzter Zeit jemandem gegenüber dickköpfig gewesen sein, dann überrasche ihn/sie doch mit einem kleinen Entgegenkommen 🙂 Du würdest mehr Vorteile daraus gewinnen, als du dir vielleicht vorstellen kannst.

Hab ein wunderbares und sonniges Wochenende. Ich bin einfach mal so optimistisch zu behaupten, dass der Frühling kommt!

Es ist schön, dass du dabei bist.

Michael

7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ich bräuchte mal einen Tipp dazu wie man Menschen akzeptieren kann wie sie sind. Es gibt so Leute in meinen Umfeld für die es einfach keine Worte gibt. Kennst du das? Vieles (und ich sag bewusst nicht alles, weil das wäre böse), was sie tun kann ich einfach nicht nach voll ziehen. Dennoch gibt es sie. Ich versuch mich dann immer damit zu retten mir zu sagen, das jeder seine eigene Persönlichkeit hat und ich sie halt so akzeptieren muss. Aber das ist schlimm schwer. So viel zu Dickköpfen. Oder bin ich in dem Fall der Dickkopf? Danke für deinen schönen Artikel. Schönes Wochenende von Tristania

    1. Hallo Tristania,
      das ist ein heikles Thema. Ich persönlich meide den Kontakt zu negativen Menschen, da ich überzeugt davon bin, dass wir zu dem werden, womit wir uns umgeben. Daher bin ich meinen Liebsten stets der Freund, den ich mir auch für mich wünschen würde. Stell dir einmal vor, in welcher Welt wir leben würden, wenn man auch jede negative Persönlichkeit tolerieren würde. Es wäre das absolute Chaos. Ich denke, dass man negativen Menschen Grenzen aufziehen kann, indem man ihr Verhalten nicht toleriert und sie die Konsequenzen für ihr Verhalten tragen lässt. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass man das Problem erst einmal deutlich anspricht und bei mangelnder Veränderung der Person aus dem Weg geht oder die zwischenmenschliche Beziehung oberflächlicher gestaltet, bis die Wirkung eintrifft. Wenn das noch weitere Fragen aufwirt, schreib mir einfach eine Nachricht 🙂

      Auch dir ein schönes Wochenende!
      Viele Grüße
      Michael

  2. Das klingt gut bei diesen oberflächlichen gestalten der Beziehung hatte ich schon beim lesen ein gutes Bauch Gefühl. Mein Fehler ist das ich immer und immer weiter suche nach dem Guten im Menschen. Weil das muss doch da irgendwo sein? Das werd ich sein lassen. Ganz aus den Weg gehen kann ich leider auch nicht. Ich danke dir ganz doll für deine Antwort. Ich hab genug Leute die ich mag und die mich mögen. Ich sollte lieber an die denken und mich mit ihnen umgeben. Hab einen sonnigen Tag mit einen lieben Menschen. Lg von Tristania

    1. Natürlich hat jeder Mensch „das Gute“ in sich. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, es in den anderen zu suchen. Wer es nicht selbst findet, wird nichts damit anfangen können, wenn andere darauf zeigen. Man kann höchstens dabei helfen, ein paar Blickwinkel zu verändern 🙂
      Die Leute, die dir Aufmerksamkeit und Zuneigung schenken, verdienen es viel eher, dasselbe von dir zu erhalten. Lass sie also nicht warten 🙂

      Den sonnigen Tag genieße ich gerade, dasselbe kann ich nur zurückgeben!

      Viele Grüße
      Michael

    1. Hallo René,
      puh, das ist schwierig. In erster Linie bietet es sich natürlich immer an, nicht darauf einzugehen und denselben Fehler zu machen. Damit würde man sich nur selbst schaden. Ich persönlich lasse keine tiefe Beziehung zu dickköpfigen und uneinsichtigen Menschen entstehen. Soziale Interaktion ist ein Geben und Nehmen. Wer auf deine Vernunft angewiesen ist, ist von ihr abhängig. Das mag vielleicht für den ein oder anderen gemein klingen, aber jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er das Beste aus seinem Leben machen will oder ständig jemanden erziehen.
      Einen kühlen Kopf zu bewahren und es nicht persönlich zu nehmen, ist auf jeden Fall immer der richtige Anfang 🙂

      Viele Grüße
      Michael

  3. Hi Michael

    Der Artikel zur richtigen Zeit, hab meine Situation mit meinem Sohn (achja, er ist 26J) schon beim vorherigen Beitrag beschrieben. Natürlich habe ich sicherlich in der Erziehung nicht alles richtig gemacht, dazu stehe ich, ich war der beste Vater für meine beiden Söhne (nun 24J und26J) der sein habe können. Es ist nur schwer zuzusehen, wie er mit seiner Sturheit und Dickköpfigkeit nicht nur mich immer wieder verletzt, sondern auch andere (insbesondere seine Mutter, mit der ich seit ca 7 Jahren getrennt leben). Frage mich dann, ob ich was falsch gemacht habe…kann schon sein, aber sicher nicht bewusst. Ein wenig kenne ich mich schon und ich weiß, dass ich eher ein herzlicher, kommunikativer und kompromissbereiter Mensch bin, der selten Nein sagen kann (daran arbeite ich schon persönlich ?). Möglicherweise ist er neidisch auf meine Verhaltensweisen, Hmmm. Aber egal, wenn er nicht mein Sohn wäre, würde mir das bei jedem anderen Menschen am A… vorbeigehen. Vlt hast du ja einen guten Tipp für mich, wie ich damit umgehen soll. Meinem Herzen und meiner tut das jedenfalls nicht gut, wegschauen und ignorieren geht in diesem Fall also nicht. Auch wenn ich nun bereits in dieser Phase bin (auch Dank deiner Blogs), dass ich negative Menschen so gut es geht meide. Aber bei meinem Söhnchen stosse ich nun an meine Grenzen ? Ich nehme das aber trotzdem als Herausforderung war. Wäre ja langweilig und zu schön, wenn alles eitel Wonne wäre ? Schade um diese Situation, dachte nicht, dass es so im Urlaub passieren würde, auch wenn meine Ex es schon angekündigt hat, als sie mir wünschte „na, dann viel Spaß mit ihm“, diesen Wink habe ich schon richtig verstanden und gehofft, dass er nicht eintreten würde ?

    In der Hoffnung auf einen gut gemeinten und raschen Rat ?

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