5 Fragen, die dich sofort aus der Komfortzone herausziehen

Funktioniert!

Ich glaube, dass „Achtsamkeit“ ein viel größeres Thema ist als die meisten von uns glauben. Offen gesagt glaube ich sogar, dass ich die wahre Relevanz der Achtsamkeit gar nicht begreifen kann. Und das, obwohl ich mir regelmäßig ziemlich viel Mühe gebe, wenn ich über sie nachdenke.

Im Grunde ist Achtsamkeit alles. Sie entscheidet darüber, ob wir bewusst leben und das Wunder des Lebens um uns herum wahrnehmen, oder ob wir von Tag zu Tag durch das Leben treiben und (über)leben. Es ist die Achtsamkeit, die einen Unterschied zwischen einer Existenz und einem Leben ausmacht. Deshalb ist es erstrebenswert, möglichst „bewusst“ zu leben.

Auch wenn wir uns darum bemühen, genau das zu tun, holt uns doch immer wieder der Trott ein. Der Alltag. Die Routine. Wir machen einfach weiter, ohne groß darüber nachzudenken. Wir schalten auf Autopilot und laufen im Hamsterrad, damit alles wie gehabt funktioniert. Manchmal sind wir unzufrieden damit. Und dann gibt es wieder die Tage, an denen wir uns darüber ärgern, weil wir den Wunsch haben, grundlegend etwas zu verändern. Wir wollen raus aus dem Trott. Raus aus der Komfortzone. Aber wie? In einem so komplizierten Leben sieht man leicht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Falls du auch gerade am Käfig deiner Realität rüttelst und nicht weißt, warum du nicht herauskommst, könnten die folgenden fünf Fragen hilfreich sein. Vielleicht helfen sie dir dabei, der ein oder anderen Antwort ein Stückchen näher zu kommen.

 

1. Welchen Gedanken, Herausforderungen und Problemen gehe ich gerade aus dem Weg?

Es gibt Themen, die man „wunde Punkte“ nennt. Dinge, über die wir nicht gerne sprechen. Umstände und Situationen, die uns so unangenehm sind, dass wir nicht einmal über sie nachdenken wollen. Manche können keine Stille ertragen, weil dann immer wieder die Gedanken hochkommen, mit denen sie sich nicht beschäftigen wollen. Nicht selten sagt mir jemand, er könne nicht allein zu Hause sein, ohne den Fernseher oder das Radio einzuschalten.

Darüber hinaus vernachlässigen wir Aufgaben und Herausforderungen, weil wir uns ihnen nicht gewachsen fühlen. Wir tun einfach so, als gäbe es sie nicht. Damit gehen wir ihnen jedoch nicht aus dem Weg, sondern sorgen nur dafür, dass ihr Druck höher auf uns lastet. Es ist, als würde uns jemand sehr Schweres auf den Schultern sitzen und ein Eis essen, während wir so tun, als wäre niemand da, anstatt die Last abzuwerfen und uns dem Problem zu stellen.

Es gibt zahllose unterschiedliche Dinge, denen wir aus dem Weg gehen können, doch sie alle haben eine große Gemeinsamkeit: Sie halten uns auf. Sie sperren uns ein. Sie hindern uns daran, über uns hinauszuwachsen. Deshalb ist es hin und wieder Zeit, sich dem zu stellen, dem wir eigentlich aus dem Weg gehen wollen. Manchmal müssen wir einfach den Teppich lüften und uns ansehen, was wir über all die Jahre hinweg druntergefegt haben.

Ob du dich allein mit deinen Gedanken auseinandersetzt, mit vertrauten Mitmenschen sprichst oder dir professionelle psychologische Betreuung suchst, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass du herausfindest, was dich in Fesseln hält. Nur dann kannst du anfangen, dich zu befreien.

 

2. Welche Grenzen setze ich mir?

Was ist eigentlich möglich und was nicht? Neulich erzählte mir jemand, sein Lebensziel sei es, eines Tages 2.500 Euro netto pro Monat zu verdienen. Ich fragte ihn, warum es 2.500 sein sollen und nicht etwa 25.000 oder mehr. Darauf antwortete er: „Weil ich realistisch bleiben will. Mehr als 2.500 Euro sind nicht möglich.“
Und weißt du was? Dass er das glaubt, ist der exakte Grund dafür, dass ein höheres Gehalt für ihn unerreichbar bleibt. Währenddessen gibt es um ihn herum Millionen von Menschen, die ein höheres Einkommen erzielen, ohne jemals darüber nachzudenken. Verrückt, oder?

In seinem Buch „Total Recall“ erzählt Arnold Schwarzenegger eine interessante Anekdote darüber, wie er die Macht der inneren Grenzen entdeckt hat. Als er in Südafrika mit dem berühmten Bodybuilder Reg Park trainierte, wollte er mit einer Beinübung angeben. Arnold dachte, er würde beim Beintraining (ich weiß nicht mehr genau, welche Übung es war) so viel Gewicht benutzen wie noch nie jemand zuvor. Er war davon überzeugt, an der Grenze des menschlich Möglichen zu sein. Reg Park trainierte jedoch mit mehr als doppelt so viel Gewicht (!) und half Arnold dabei, es auch zu schaffen. Arnold lernte an jenem Tag, dass etwas nur unmöglich ist, wenn wir es für die Grenze des Machbaren halten.

Und jetzt bist du dran: In welchen Bereichen deines Lebens setzt du dir Grenzen? Was hältst du für unmöglich? Wo schränkst du dich ein? An welchen Grenzen scheiterst du regelmäßig? Die Antwort darauf könnte dir die Augen öffnen…

 

3. Werde ich in 5 Jahren stolz auf das sein, was ich aktuell mit meiner Zeit anfange?

Eine simple Frage, die keiner großen Erklärung bedarf. Sie könnte auch lauten: „Werde ich in 5 Jahren bereuen oder zufrieden sein?“

Setze dich mit dieser Frage intensiv auseinander. Versuche dir so realistisch wie möglich vorzustellen, wohin der Weg dich führen wird, auf dem du gerade bist. Deine Vision wird dir verraten, ob es Handlungsbedarf gibt oder nicht.

 

4. Wann habe ich zuletzt echte Begeisterung und Lebensfreude empfunden?

Wann hast du zuletzt das Gefühl gehabt, wirklich lebendig zu sein? Wann warst du das letzte Mal so richtig glücklich? Wann war die Welt für dich in Ordnung? Wann bist du morgens mit einem Kribbeln der Vorfreude im Bauch aufgewacht?

Falls es schon länger her ist, dann stelle dir zwei weitere Fragen:

1. Was hat mich damals glücklich gemacht?
2. Wann und warum habe ich aufgehört, glücklich zu sein?

Falls du dich noch nie so gefühlt hast, weißt du, dass es höchste Zeit ist, die Komfortzone zu verlassen!

Das Leben ist zu kurz, um es nicht zu genießen. Würden wir innerhalb unserer Komfortzone all das haben, was wir zum Glücklichsein brauchen, wären wir glücklich. Die Antwort muss außerhalb liegen. Wie sie für dich aussieht und wo du sie findest, kann dir niemand sagen. Aber ich kann dir versichern, dass der Wunsch nach Begeisterung ein guter Grund ist, sich auf die Suche zu machen!

 

5. Was soll mein Lebenswerk und Vermächtnis sein?

Du kennst doch bestimmt den Grund, warum dieser Blog „Dein Fußabdruck“ heißt, oder? Im Jahr 2014 habe ich angefangen, mich zu fragen, welchen Fußabdruck ich auf dieser Welt hinterlassen werde. Was wird passieren, wenn ich eines Tages nicht mehr hier bin? Wird die Welt ein besserer Ort sein, weil ich hier gewesen bin? Wird man sich an mich erinnern? Kann ich etwas hinterlassen, wovon andere auch dann noch profitieren werden, wenn ich schon längst woanders bin?

Es waren diese Fragen, die mich dazu motiviert haben, mein Leben in die Hand zu nehmen und all das aufzubauen, wofür man mich heute kennt. Manchmal kann man seinem Leben Bedeutung verleihen, indem man einfach etwas (für sich) Bedeutsames tut.

Also frage ich nun dich: Wie sieht dein Fußabdruck aus? Was ist dein Vermächtnis an diese Welt? Verspürst du überhaupt eine Notwendigkeit, einen Fußabdruck zu hinterlassen oder bevorzugst du es, eines Tages so zu gehen, als wärest du niemals hier gewesen? Über die Jahre habe ich da schon sehr viele spannende Theorien und Meinungen zu gehört.

Ich kann dir an dieser Stelle so viel versichern: Wenn es dir ein persönliches Anliegen ist, einen bleibenden Eindruck auf dieser Welt zu hinterlassen, dann ist dies eines der stärksten Argumente, die Komfortzone zu verlassen und sich vom Trott des Alltags zu verabschieden.

 

Das Leben geht weiter. Aber wie?

Wie dein Leben weitergeht, entscheidest allein du. Und zwar jeden Tag aufs Neue. (Hierzu passt übrigens der Blogartikel von letzter Woche hervorragend!)

Wann immer du das Gefühl hast festzustecken, beschäftige dich mit den oben genannten Fragen. Natürlich gibt es noch viel mehr Fragen und Anregungen, mit denen du dich beschäftigen kannst. Aber diese fünf hier sind ein paar derer, die mir ganz besonders am Herzen liegen und ich hoffe, dass sie auch bei dir viel bewirken können.

Ich wünsche dir viel Freude beim Hinterfragen und noch viel mehr Freude beim Durchbrechen der Komfortzone!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

 

Titelbild: Unsplash.com, Gaelle Marcel

5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Nun ja viele tummeln sich gerne in jenen Zonen die für sie selbst mehr oder weniger sicher sind und das eigene Leben nebst Luxus erhalten. Erstaunlich dabei sind die Unterschiede. Während einer eine Villa braucht genügt dem anderen ein Schlafsack. Egal aber wie wir können hinterfragen ob das was wir Leben wie wir es leben so für uns ok ist.

    Wer absolut so leben will wie bislang der sollte es auch tun. ANdere wollen gerne anders trauen sich aber nicht oder finden durchaus gute als auch schlechte Gründe. Was also tun?

    Wie gesagt wer so leben will wie bislang der möge es tun und wer Veränderung sucht der sollte den Schritt raus aus seinen Zonen machen. Klar es kann echt hart werden und sicher gelingt nie immer alles oder es kann tatsächlich aber auch alles besser laufen als gedacht. Egal wie wer „raus“ will hat jede Art von Weg und jeder Weg ist meist ein Abenteuer und die Erfahrungen sind Bereicherungen die einfach unbezahlbar sind.

    …schmunzeln ich musste etwas schmunzeln in Sachen Herausforderungen meiden suchen annehmen usw. Ich liebe Herausforderungen und je unmachbarer sie scheinen um so mehr nehme ich sie an. ERstaunlich ist das bislang alles gelungen ist aber man frage mich bitte nicht wie das gelungen ist. Meist war es etwa anderes als geplant

    1. Hallo Ray,

      da kann ich dir nur völlig zustimmen. Jeder muss es ganz für sich entscheiden, wie er leben möchte und ob er die Komfortzone verlässt oder nicht. Wer jedoch den Weg des Abenteuers und der Herausfoderung gehen möchte, soll wissen, dass es machbar ist. Immer.

      Ich finde es schön, dass du von dir sagen kannst, stets den Weg des Abenteuers gegangen zu sein. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen das auch gerne getan hätten, aber nie den Mut dazu hatten. Und ich hoffe, dass viele sich ein Beispiel daran nehmen und einfach leben, anstatt immer nur zu träumen.

      Liebe Grüße
      Michael

  2. Hi Michael. Danke für diesen Augen öffnenden Artikel. Du hast Recht. Ein schwiriges Thema über das wir nicht gerne nachdenken oder sprechen… Dafür ist es aber umso wichtiger! danke für deine ehrlichen Worte und deine Anregungen. Wieder einmal sehr motivierend von dir zu lesen!! Gruß Elli

  3. Hallo Michael,

    Die Antworten, die wir suchen, finden wir IN UNS.

    Aber ich stimme Dir zu, dass es absolut sinnvoll ist, die Komfortzone zu verlassen. 😊

    LG Christine

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