Mit oder gegen den Strom? – Denken erlaubt!

Vielleicht stoße ich heute dem ein oder anderen vor den Kopf. Mir soll es recht sein. Wer sich beleidigt fühlt, hat wenigstens eine Meinung.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die moderne Gesellschaft uns regelrecht vorlebt, was wir denken sollen? Ich meine: Es ist schon lange her (oder vielleicht gab es das auch nie), dass eine Nachrichtensendung im Fernsehen lief, in der es nur sachliche Berichte und keine Wertungen gab. Zum Schluss wird dem „Konsumenten“ immer mit auf den Weg gegeben, was er jetzt von der Sache, die er gerade erfahren hat, halten soll.

Dies ist nur eins von vielen Beispielen. Denk mal darüber nach: Wie viele Dinge tust du im Alltag, ohne sie zu wollen? Wie oft tust du jemandem einen Gefallen oder opferst Zeit, obwohl du sie dir für dich selbst nehmen wolltest? Wie oft verkneifst du dir deine eigene Meinung und steckst die Faust in die Tasche, um keinen Streit zu verursachen und nicht negativ aufzufallen? Hast du deine Moralvorstellungen selbst entwickelt oder hältst du dich noch an die guten alten Weisheiten einer früheren Generation? Wie gut ist deine politische Bildung und welchen Einfluss hat Mundpropaganda dabei? Hältst du dich immer an die Vorgaben deines Chefs oder versuchst du auch mal, dein eigenes Ding durchzuziehen? Und was ganz wichtig ist: kannst du „nein“ sagen?

Der Weg der Entfremdung

Solltest du bei einer der vorherigen Fragen festgestellt haben, dass du gewissermaßen mit dem Strom schwimmst, dann ist das nicht schlimm und du brauchst nicht das Gefühl haben, als würde jemand mit dem Finger auf dich zeigen. Es zu erkennen, ist nämlich eine gute Sache! Und es kann auch jeder für sich selbst entscheiden, ob es eher „gut“ oder „schlecht“ ist, sich an die Konventionen anderer zu halten. Nur solltest du dir im Klaren darüber sein, dass ein Entfremdungsprozess stattfindet, wenn du mit dem Strom schwimmst. Immer wenn du dich mit der Meinung oder Ansicht der Allgemeinheit treiben lässt ist es so, als würdest du den Bus nehmen, anstatt zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Du wirst bequem und gewöhnst es dir ab, dich aus eigener Kraft zu bewegen. Genauso gewöhnst du es dir ab, selbst zu denken und eigene Entscheidungen zu treffen oder Meinungen und Wertungen zu entwickeln. Das klingt vielleicht traurig oder auch unglaubwürdig, aber so ist es.

Wenn du deine eigene Meinung nicht mehr gebrauchst oder gebrauchen musst, weil andere das bereits für dich tun, dann gewöhnst du es dir schlicht und einfach ab, sie selbst zu bilden. Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir können uns alles an- oder abgewöhnen. So auch das eigenständige Denken.

So entstehen unter anderem auch Interessengemeinschaften: Es gibt einige, die ihre Meinung mit Nachdruck und Überzeugungskraft vertreten und viele, die diesem starken Meinungsausdruck folgen, weil es sinnvoll erscheint und sie sich deswegen keine eigenen Gedanken machen müssen. Das kann man sowohl positiv, als auch negativ auslegen. Denke einmal an Hooligans oder Nazis oder auch in die andere Richtung an Tierschutzvereine oder politische Parteien. All diese Organisationen und Gruppierungen funktionieren so, dass es Wortführer gibt und jene, die ihnen folgen, weil es halt so einfach ist.

Du musst keiner Organisation oder Gruppierung angehören, um deine Meinung abgenommen zu bekommen. Das tun wie bereits gesagt bereits die Medien oder andere Menschen, die gerne fremdbestimmen. Der springende Punkt ist: Viele, ja sogar sehr viele Menschen sehnen sich nach mehr Selbstbewusstsein in ihrem Leben und verstehen einfach nicht, wann dieses abhanden gekommen ist. Sie denken sofort daran, mehr Geld verdienen zu müssen oder mehr Sport machen zu müssen, um wieder mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Wer allerdings mein Buch „Endlich selbstbewusst!“ gelesen hat, weiß, dass dies meiner Meinung nach Unterpunkte sind, die das Selbstvertrauen stützen, nicht aber das Selbstbewusstsein fördern.

Das Selbstbewusstsein kann ganz wörtlich genommen und verstanden werden. Es ist das Bewusstsein über sich selbst. Dazu gehört zwar noch wesentlich mehr, aber ganz grob und kurz gesagt, können wir das so festhalten. Wer sich immer an den Meinungen und Interessen anderer orientiert, verliert schlicht und einfach das Bewusstsein über seine eigene Meinung und letztendlich über sich selbst.

Der Weg zurück zu sich selbst

Auf diesem Blog werden wir uns mit vielen Dingen beschäftigen, die dich nicht aus den Augen verlieren lassen, wie wichtig dein Selbstbewusstsein ist und wie du es aufrechterhältst, stärkst oder sogar zurückerlangst. Für heute möchte ich eine ganz klare Botschaft ausformulieren, die allerhöchste Priorität auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein hat:

HABE EINE EIGENE MEINUNG! KÜMMERE DICH UM DEINE INTERESSEN! SCHWIMME NICHT MIT DEM STROM!

Gib das Ruder nicht aus der Hand, denn wer weiß, wohin du getrieben wirst, wenn du nicht mehr die Richtung angibst. Der Protagonist in deiner Geschichte bist du selbst und du solltest dich auch entsprechend behandeln. Wenn es einen Menschen im Leben gibt, den du wirklich von vorne bis hinten kennen musst, dann bist du das selbst. Wie ich es bereits im vorhin genannten Buch formuliert habe: Du musst ein Experte sein, wenn es um dich geht. Du musst dich so gut kennen, dass du jede Entscheidung in Windeseile zu deinem Wohl fällen kannst, da du ganz genau weißt, was gut für dich ist und was nicht.

Das ist es, was das wahre Selbstbewusstsein ausmacht. Sei eine einzigartige und eigenständig denkende Persönlichkeit. Gib dieses Wissen weiter und hilf allen Menschen, die Fremdbestimmung aufzulösen.

Wenn ich bei dir einen Nerv getroffen haben sollte oder dir vor den Kopf gestoßen habe, weil du dich von mir als nicht selbstständig denkende Person betitelt fühlst, dann möchte ich mich nicht dafür entschuldigen 🙂 Ich habe großen Respekt vor der Individualität eines jeden Menschen und so auch vor deiner. Dieses Geschenk der Einzigartigkeit wegzuwerfen, indem man mit dem Strom schwimmt, erscheint mir einfach nicht richtig. Deswegen gebe ich diesen Denkanstoß.

Nächste Woche werden wir uns mit etwas beschäftigen, das sehr wichtig ist, um sein Selbstbewusstsein zu stärken und zu fördern: dem „Nein-Sagen“.

Bis dahin hoffe ich, dass der Artikel dir gefallen hat und dir ein paar gute Denkanstöße geben konnte. Wenn das der Fall ist, ist meine Arbeit hier getan. Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende!

Es ist schön, dass du dabei bist!

Michael

4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Super Michael, bis jetzt dachte ich immer, ich bin mit dieser Diskussion allein, aber es verändert sich und das finde ich sehr wichtig. Ich habe schon seit über einem Jahr keine Tageszeitung mehr und schaue auch kein Fern , denn diese negativen Grundstimmungen machen auch einen Großteil von Krankheiten von Menschen aus. „Es ist so, weil alle anderen das auch haben oder machen“.Kaum einer kommt auf die Idee, bei sich zu sehen, was es mit einem macht und sich auch mal vorzustellen, was wäre wenn……..ich selbst zum Beispiel die Person bin, die zB. durch den „Schmutz“ gezogen würde, obwohl mich die anderen garnicht kennen“. Ich bin davon überzeugt, dass es sicher bald mehr Menschen geben wird, die nicht nur der „leichten Kost von Außen“ unreflektiert folgen wird. Es lohnt sich…weiter so tiefgehende Artikel bitte!

    1. Hallo Klaudia,
      du bist mit Sicherheit nicht allein! Das Problem ist, dass uns oft der Mut fehlt, Dinge zu äußern, die von der Allgemeinheit negativ aufgenommen werden könnten. Deswegen möchte ich mit diesem Blog vielen Menschen Mut machen, sich mit ihren ehrlichen Gedanken anzufreunden und sie in ihr Leben einzuflechten.
      Ich persönlich bin auch kein Freund von Grundsätzen wie „Das ist halt so“, und wehre mich schon seit langem dagegen.
      Es ist schön, dass wir einer Meinung sind und du hast meiner Meinung nach vollkommen Recht damit, dass dieses Bewusstsein über sich selbst und die Eigenbestimmung sich verbreiten wird. Deswegen ist es unsere Aufgabe, genau das zu tun: Die Botschaft verbreiten 🙂

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