Wie wir aufhören, zwei Drittel unseres Lebens wegzuwerfen

Hast du es  schon einmal so betrachtet?

Es ist Freitag und wie jeder weiß, ist der Freitag der Lieblingstag fast aller Menschen. Warum? Weil das freie Wochenende vor der Türe steht. Schüler müssen am Wochenende nicht zur Schule, Studenten nicht zur Uni und viele Berufstätige (bei Weitem nicht alle) haben über das Wochenende frei. Ein echter Grund sich zu freuen, oder? Finde ich, ganz offen gesagt, überhaupt nicht.

Die Woche hat sieben Tage, von denen wir nur zwei oder vielleicht auch zweieinhalb genießen: Den Freitag (aber erst ab dem Nachmittag), den Samstag und den Sonntag. Von Montag bis Freitag Nachmittag herrscht schlechte Laune. Diese schlechte Stimmung ist tatsächlich allgegenwärtig. Im Radio lästert man über den Beginn der neuen Woche, in den sozialen Netzwerken beschweren sich alle über die neue Woche und sogar in Fernseh-Magazinen gibt es gut gemeinte Tipps darüber, wie man das Beste aus seinem Wochenende machen kann, um die ach so furchtbare Woche zu vergessen.

Menschen gehen am Wochenende feiern und betrinken sich, um „endlich mal Spaß zu haben“ und „einfach zu leben“, wie es so schön heißt. Ein amüsanter Nebeneffekt ist, dass die meisten sich vor lauter Alkohol nicht einmal daran erinnern können, wie viel Spaß sie am Wochenende hatten. Für ihr Gedächtnis bleibt dann nur die öde Woche übrig.

Klingt das für dich nach Lebensqualität? Für mich auch nicht. Es wird also Zeit, dass wir diesen Unsinn hinter uns lassen.

Drei Drittel Lebensfreude

Wie eben schon erwähnt, schreiben wir fünf Tage unserer Woche ab. Sie machen den meisten Menschen einfach keinen Spaß. Wir werfen diese fünf Tage einfach in den Müll. Das sind mehr als zwei Drittel der Woche! Überträgt man diese Gewohnheit auf ein ganzes Arbeitsleben, kann man also Folgendes festhalten:

Wir kloppen zwei Drittel unseres Lebens in die Tonne und nutzen das restliche Drittel, um uns von dieser Tatsache zu erholen.

Unglaublich, oder?

Mir ist bewusst, dass nicht jeder Tag Spaß macht. Nicht immer macht die Arbeit Spaß. Aber ist das wirklich ein Grund, seine Tage so schnell wie möglich hinter sich zu bringen? Und bevor wir diese Frage beantworten, sollten wir im Hinterkopf behalten, was alte Menschen vor ihrem Tod am meisten bereuen: Sie bereuen, ihre Zeit nicht richtig genutzt zu haben.

Es gibt viele Möglichkeiten, mehr aus seinem Alltag zu machen und darüber habe ich auch schon zuhauf geschrieben. Bevor man sich mit diesen Möglichkeiten beschäftigt, sollte man jedoch zu allererst Wertschätzung für seine Zeit lernen. Unsere Zeit ist nämlich einmalig und kostbar. Das weißt du mit Sicherheit bereits. Im Grunde weiß es jeder Mensch. Aber warum lassen wir diese Erkenntnis an uns vorüberziehen, um dann Woche für Woche zwei Drittel unserer Lebenszeit über Bord zu werfen?

Dankbarkeit ist der Schlüssel

Wir Menschen müssen dankbarer werden. Das wäre ohnehin ein Lösungsansatz für die allermeisten Probleme auf der Welt, aber das spielt gerade eine untergeordnete Rolle. Dankbarkeit hilft uns dabei, jeden einzelnen Tag, ja sogar jeden einzelnen Moment, wertzuschätzen.

Du beschwerst dich darüber, dass du morgens früh aufstehen musst? Lass uns dankbar dafür sein, dass wir morgens aufstehen können.
Du beschwerst dich darüber, dass dein Job dir keinen Spaß macht? Sei dankbar, dass du die Möglichkeit hast, deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sei vor allem dankbar, dass du die Chance hast, etwas an deiner Situation zu ändern. Das klingt sehr nach einem erhobenen Finger meinerseits, aber tatsächlich sitzen wir alle im selben Boot.

Es gibt so Vieles, für das wir dankbar sein können und sollten. Stattdessen beschweren wir uns über all das, was uns nicht gefällt oder (angeblich) fehlt. Zusätzlich opfern wir das, was wir uns zu verlieren am allerwenigsten leisten können: Unsere Zeit.

Behalte das im Hinterkopf, wenn du dich das nächste Mal auf den Freitag freust oder den Montag verfluchst. Jeder einzelne Tag ist besonders. Auch der Montag.

Je mehr wir unser Leben genießen, desto besser wird diese Welt. Tu dir also etwas Gutes, um der Welt etwas Gutes zu tun 😉

In diesem Sinne: Hab eine wunderbare Zeit!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, Grant Czerwinski

8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Der Schlüssel liegt wohl eher im Aspekt welche Rolle wir der Zeit geben. Wenn ich einmal wieder weit weg der Zivilisation bin dort hin und wieder Menschen treffe die dort ständig leben so ist den meisten schlicht egal welcher Tag wir heute haben. Tageszeit und Jahreszeit spielen eine Rolle (Jagd Ernte Anbau usw.) Diese Zeit mit diesen Leuten hat mich dazu geprägt darauf hinzuarbeiten auch so leben zu wollen. (…und darauf arbeite ich auch hin…).

    Wenn du in einem gewissen Kreislauf in einer gewissen Gesellschaft lebst so wie z.B. in Deutschland und dich den Gegebenheiten mehr als weniger anpassen musst dann spielst du eine Rolle die dir womöglich nicht liegt. Die Frage ist warum machst du es dann? Sonntags sind in Deutschland Läden zu ob dir das schmeckt oder nicht. Du kannst also unmöglich etwas kaufen so sehr du es auch willst. Man hat dir eine Regel aufdiktiert und wenn dir die nicht schmeckt warum änderst du es nicht? Ebenso „Wochenende“ jemand kam auf die Erfindung Freitag Abend bis Montag morgen Wochenende zu nennen und die Masse rennt dem nach. Es tut nicht gut denn wie du es schon in deinem Artikel beschreibst „kloppt“ man ein Großteil des Lebens in die Tonne.

    Ich denke also die Lösung der Sache ist schlicht in deinem eigenen Willen. Wenn du es nicht so willst dann erarbeite einen Weg gehe ihn komme ans Ziel und habe salopp alle Zeit der Welt für das Leben wie du es willst.

    1. Hallo Ray,

      da sehe ich Vieles ähnlich. Zum einen sind wir der Durchschnitt der Menschen, mit denen wir uns umgeben. Das erweitert sich auch auf die Situation, in der wir uns befinden. Darüber hinaus liegt es ganz an uns, inwieweit wir uns anpassen wollen oder nicht. Unsere Zeit gehört uns. Wir suchen uns aus, wie wir sie nutzen. Sobald wir von dieser Freiheit Gebrauch machen, wird das Leben leichter.

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

      Viele Grüße
      Michael

  2. Hallo Michael,
    ich gebe Dir vollkommen recht 😊 Ich freue mich seit einiger Zeit auf jeden neuen Tag und bin von Herzen froh ihn zu erleben. Es wird einem leider erst immer bewusst, wenn man krank ist. Aber es ist nie zu spät 🤗 und so gehe ich bewusster durch’s Leben mit der Einstellung, jeder neue Tag bringt Freude, ich bin ausgeglichen und frei. Ich bin vollkommen im Gleichgewicht, ich gehe in meinem Leben und in jedem Alter mit Leichtigkeit und Freude voran.
    Ich wünsche Dir eine schöne Zeit, liebe Grüße aus der Eifel
    Iris

    1. Hallo Iris,

      es freut mich wirklich, dass du so über dich und dein Leben schreiben kannst. Das ist die Lebensqualität, die ich jedem Menschen wünsche. Natürlich ist nicht jeder Tag perfekt. Aber alleine, dankbar zu sein, kann so unglaublich viel verändern.

      Ich wünsche dir ebenfalls eine schöne Zeit und ein hoffentlich sonniges Wochenende.

      Viele Grüße
      Michael

  3. Das große Ganze, das LEBENsziel im Blick behalten ist ein möglicher Ansatz, dann steckt man auch weniger gute Tage oder Ereignisse weg.
    Fünf Tage die Woche etwas zu tun was einem nicht gut tut, gefällt oder im schlimmsten Fall gar zuwider ist um dann zwei Tage Erholung zu brauchen ist eine Möglichkeit Lebenszeit zu vernichten, aber wohl nicht geeignet um ein zufriedenes, ausgeglichenes LEBEN zu führen.
    Wenn Körper, Geist und Seele nicht im Einklang sind spürt man das oft sehr heftig, spätestens dann ist es Zeit Änderungen vorzunehmen.
    „Das LEBEN ist ein Geschenk“. Auspacken und genießen.
    Schönes LEBEN und vor allem GESUNDHEIT.

    1. Hallo Chris,

      das denke ich auch. Man sollte das große Ganze im Blick behalten. So hat man immer einen Überblick darüber, womit man seine Zeit verbringt und wie zufrieden man mit der Situation ist.

      Hab ein schönes Wochenende!

      Viele Grüße
      Michael

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