Einfach mal ein paar Jahre in den Müll werfen – Weil manche Tage eben unwichtig sind

Entschuldige bitte den vor Sarkasmus triefenden Titel dieses Artikels. Manchmal braucht es halt Humor, um sich nicht zu ärgern.

Im Verlauf der letzten Woche sind mir ein paar Sätze zu Ohren gekommen, die mich dazu veranlasst haben, heute diesen Artikel zu veröffentlichen. Diese Sätze, die ich gehört habe, hört jeder von uns regelmäßig in irgendeiner ähnlichen Form und eigentlich registrieren wir sie kaum. Sie sind schließlich „normal“ geworden. Aber was ist schon normal? Ich bin es offensichtlich nicht 🙂 Und deshalb stoßen mir auch manchmal Dinge sauer auf, die unser alltägliches Leben trüben, aber dennoch von uns allen akzeptiert werden. Drei Sätze, die ich letzte Woche gehört habe, sind:

  • „Heute ist Mittwoch und die Woche ist schon gelaufen. Ich schreib die Woche ab und warte, bis es Montag wieder losgeht.“
  • „Diese Pralinen sehen sooo lecker aus, aber ich kann die noch nicht essen. Es ist ja noch kein besonderer Anlass.“
  • „Bald ist Wochenende, dann habe ich mal wieder zwei Tage Leben.“

Wie findest du diese Sätze? Sind sie für dich vollkommen okay, oder stoßen sie dir genauso sauer auf wie mir?

Natürlich kann man jetzt behaupten, ich sei überempfindlich und würde jedes Wort meiner Mitmenschen auf die Goldwaage legen. Aber so bin ich nun einmal. UND ich behaupte, dass ich einen guten Grund habe, diese Sätze nicht in Ordnung zu finden. Das hat noch nicht einmal einen egoistischen Hintergrund. Ganz im Gegenteil. Es stört mich, dass die Menschen, die diese Aussagen treffen, ihre Lebensqualität so stark einschränken. Also wieso sollte ich nicht helfen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe?

Worum es hier geht, ist eindeutig: Das Verschwenden und Nicht-Schätzen der Zeit, die uns gegeben ist. Im Folgenden möchte ich auf alle 3 Sätze kurz eingehen und erläutern, weshalb sie überaus kontraproduktiv sind.

Satz 1

„Heute ist Mittwoch und die Woche ist schon gelaufen. Ich schreib die Woche ab und warte, bis es Montag wieder losgeht.“

Wir alle haben so etwas oder etwas ähnliches schon einmal gesagt. Ich möchte niemanden dafür verurteilen. Aber findest du nicht auch, dass es unglaublich traurig ist, diese Einstellung an den Tag zu legen? Erst einmal finde ich es schwach, die komplette Woche aufzugeben, nachdem sie erst zwei Tage lang angedauert hat. Egal, wie schwer es einen trifft: Man schüttelt das Schlechte ab, steht wieder auf, hebt den Kopf und macht weiter. Die Selbstaufgabe ist keine Einstellung, die einen nur an einem einzigen Tag begleitet. Sie schleicht sich ein, macht sich breit und sorgt dafür, dass man Stück für Stück jegliches Selbstbewusstsein und -vertrauen verliert. Deswegen sollte man sich niemals aufgeben. Das Leben geht immer weiter und die Uhren bleiben nicht stehen.

Weiterhin finde ich es furchtbar, ganze 4 Tage „abzuschreiben“. Unsere Lebenszeit ist begrenzt. Sie kommt nie wieder. Wir können für Geld und materielle Besitztümer arbeiten, aber ganz bestimmt nicht für Zeit. Jeden Tag bekommt irgendwo irgendjemand die Diagnose, nur noch maximal 4 Tage zu leben zu haben. Kann man es sich da wirklich erlauben, seine Zeit abzuschreiben und auf einen anderen Zeitpunkt zu warten? Natürlich kann man bedrückt sein und natürlich kann man seine Zeit brauchen, um sich zu fangen. Aber diese Zeit sollte man bewusst wahrnehmen und nicht „abschreiben“. Jede einzelne Sekunde unserer Zeit ist kostbar. Jeder einzelne Tag ist genauso wertvoll wie jeder andere auch. Es gibt keine unwichtigen Tage. Also sollten wir auch nicht versuchen, Tage „abzuschreiben“.

Satz 2

„Diese Pralinen sehen sooo lecker aus, aber ich kann die noch nicht essen. Es ist ja noch kein besonderer Anlass.“

Ich kann mich nur wiederholen: Jeder Tag ist genauso besonders wie jeder andere auch. Lass mich doch mal für einen Moment schwarzmalen: Was, wenn du morgen das Haus verlässt und überfahren wirst? Einen tödlichen Autounfall hast? Oder wenn aus unerfindlichen Gründen dein Herz plötzlich versagt? Selbstverständlich wünsche ich das niemandem, aber möglich ist alles. Wie viel hattest du dann von den Pralinen? Hättest du dann nicht lieber doch die Pralinen gegessen, als sie vor dir standen?

Vorfreude ist angeblich die schönste Freude und wenn sich jemand etwas aufspart, weil er sich dann umso mehr darauf freut, ist das auch schön. Das kann ich respektieren. Aber BITTE verweigere dir niemals einen Genuss im Leben, weil du der Meinung bist, dass man das eben nicht so macht oder weil es jemand unangemessen finden könnte. Du lebst dein Leben und das Leben ist schön. Das sollte es jeden Moment lang sein und du solltest so viele Genüsse erleben, wie du nur kannst. Solltest du also auch gerade irgendwelche Pralinen oder einen Wein oder sonst etwas haben, wofür du noch nicht den angemessenen Zeitpunkt kennst: Dieser Zeitpunkt ist JETZT! Guten Appetit 🙂

Satz 3

„Bald ist Wochenende, dann habe ich mal wieder zwei Tage Leben.“

Ich schlage mir nicht oft mit der Hand auf die Stirn, aber manchmal passiert es. So auch, als ich diesen Satz hörte. Auf diesem Blog gibt es bereits einen umfangreichen Artikel zu diesem Thema und der „Work-Life-Balance“ und falls du ihn noch nicht kennst, kannst du ihn dir gerne hier anschauen: Zum Artikel.

Lass mich einfach nur eines klarstellen: Wir leben IMMER. Unser Leben macht IMMER einen Sinn, sogar dann, wenn wir arbeiten. Wie bereits gesagt, deckt der empfohlene Artikel ziemlich viele Gedanken zu diesem Thema ab. Ich möchte jeden, der das hier liest, vor dem Gedanken schützen, er würde von Montag bis Freitag seine Zeit gegen Geld verkaufen. Das Leben findet immer statt. Das ist auch der Grund, warum man sich gut überlegen sollte, wie man seine Zeit verbringen möchte.

Eine Ankündigung

Bevor der Artikel endet, möchte ich gerne noch eine passende Ankündigung machen. Wie du mittlerweile weißt, beschäftige mich intensivst mit unserem Alltag und unseren Gewohnheiten. Um nicht nur ewig darüber zu philosophieren und nachzudenken, habe ich ein „Programm“ entwickelt, das positive Veränderungen schaffen soll und wird, ohne anstrengend oder zeitintensiv zu sein.

Dieses Programm präsentiere ich in meinem neuen Buch namens „Ich breche aus!“, welches am Montag, den 18.05.2015 erscheinen wird. Wer meinen Newsletter abonniert, wird an diesem Tag per E-Mail informiert und erhält die Möglichkeit, das Buch für nur 0,99€ zu kaufen. Das ist meine Art, danke für die wunderbare Lesertreue zu sagen. Solltest du den Newsletter noch nicht abonniert haben, kannst du das gerne oben auf der rechten Seite tun, indem du deine E-Mail Adresse in die Leiste einträgst.

Übrigens finden sich in dem Buch zahlreiche Anregungen wieder, die ich nach meiner Umfrage vor einigen Wochen erhalten habe. Es ist also gewissermaßen ein Gemeinschaftswerk 🙂

Keine Uhr bleibt stehen

Wir können die Zeit nicht anhalten, zurückdrehen oder vorspulen. Wir müssen sie so nehmen, wie sie läuft und das Beste aus ihr machen. Meiner Meinung nach ist es das Ratsamste, sich mit dieser Tatsache anzufreunden und jeden einzelnen Moment zu genießen. Es gibt keinen einzigen unwichtigen Moment in deinem Leben. Das Leben ist, was du daraus machst.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes und vor allem wichtiges Wochenende.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

 
Titelfoto: Gratisography.com

8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Michael, also mir mangelt es bestimmt am Selbstbewusstsein. Aber mit so einer negativen Lebenseinstellung möchte ich nicht in jede Woche starten. Ich denke, dass Menschen, die solche Sprüche von sich geben, mit sich selbst nicht im Reinen sind. Immer nach dem Motto, lebe jeden Tag – es könnte dein letzter sein. Menschen, die so drauf sind, ziehen sich doch selbst runter und andere mit. Furchtbar. Freue mich auf das neue Buch. Der Titel klingt schon mal vielversprechend. Schöne Grüsse und ein schönes Wochenende. Karin

    1. Hallo Karin,
      die Gründe dafür, solch eine Einstellung an den Tag zu legen, sind mit Sicherheit sehr vielfältig. Wichtig ist nur, dass man selbst ein gesundes Zeitbewusstsein und die entsprechende Wertschätzung hat, da man für seine eigene Zeit selbst verantwortlich ist. Wenn man das hat, kann man ja auch gerne andere damit anstecken 🙂
      Ich freue mich auch schon auf das Buch und wünsche dir ein schönes Wochenende.

      Viele Grüße
      Michael

  2. Hallo Michael,
    ich kann nur voll und ganz zustimmen. Ich habe zwar auch eine Weile gebraucht, dass ich IMMER für mein Leben verantwortlich bin, aber eine derartig negative Einstellung hat mich schon immer geärgert. Genauso ärgert es mich übrigens auch, wenn jemand von anderen Menschen immer nur das Schlechteste denkt und erwartet. Auch das verdirbt die Freude am Leben, am Leben, das immer stattfindet, wie du richtig geschrieben hast.
    Auf das Buch freue ich mich auch schon (und den Newsletterleserbonus ;-))
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Rudi

    1. Hallo Rudi,
      es ist eben eine Sache der persönlichen Haltung und natürlich auch der Erwartungshaltung. Es freut mich für dich, dass du dich für dein Leben eigenverantwortlich siehst, denn meiner Erfahrung nach ist dies der einzig wahre Weg zu mehr Lebensqualität. Alles andere würde bedeuten, auf etwas zu warten, das vielleicht niemals kommt und wie schon der Artikel sagt: Zeit ist begrenzt 🙂
      Viel Spaß mit den 7 Säulen! Ich hoffe, dass sie dir gefallen werden.

      Viele Grüße
      Michael

  3. Hallo Michael,

    bei diesen Artikel musste ich an einen Bericht über Schulabgänger und ihre Berufs- oder Studienwahl denken, den ich neulich gelesen habe. Darin hiess es. man solle die Entscheidung darüber lieber mit dem Verstand als mit dem Herzen treffen.

    Aber was kommt langfristig bei so einer Entscheidung heraus. Ein Job, der vielleicht ein hohes Ansehen und Gehalt aber keinen Spaß bringt. Dann kommen irgendwann solche Sätze wie in den Beispielen heraus.

    Hab einen schönen Tag
    Manfred

    1. Hallo Manfred,

      ich muss gerade darüber schmunzeln, dass du dieses Thema ansprichst. In dem am Montag erscheinenden Buch wird dies auch eine entscheidende Rolle spielen. Du hast natürlich Recht: Jede Geisteshaltung hat ihre Ursache und so auch das Nicht-Wertschätzen unserer gegebenen Zeit.

      Auch dir einen schönen Tag!
      Michael

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