„Ich reiche mir die Hand“ – Der 7-Tage-Selbstversuch

Wie viel kannst du in nur 7 Tagen schaffen, wenn du bereit bist, dir selbst ein wenig zu assistieren? Finden wir es heraus!

Letzte Woche ging es darum, dass unsere Gedanken zwar wunderbar und motivierend sein können, aber uns auf Dauer frustrieren, wenn sie ewig nur Theorie bleiben. Wir haben uns damit beschäftigt, wie man sich dazu bringen kann, eine Erkenntnis zu erlangen, die eine ehrliche Motivation auslöst und dauerhaft dafür sorgt, dass man seine produktiven Gedanken in das reale Leben überträgt. Auch wenn ich zu diesem Ansatz positives Feedback erhalten habe, habe ich dennoch das Gefühl, dass diese Methode für manche einen zu theoretischen Charakter haben könnte. Wenn ich im Leben eines gelernt habe, dann folgendes: Wenn alles Nachdenken nicht mehr weiterhilft, dann werden die Gedanken abgeschaltet und die Hände benutzt 🙂

Ein praktischer Selbstversuch

Ob du erfolgreicher sein willst, deine Disziplin steigern magst oder einfach nur Schwierigkeiten damit hast, unbeliebte Aufgaben des Alltags zu erledigen: Sich mit bloßer Gedankenkraft zu motivieren, funktioniert nicht für jeden. Solltest du in deinem Alltag Motivationslücken haben und zu den Menschen gehören, die sich eher durch Taten motivieren können, dann solltest du diesem Artikel besondere Aufmerksamkeit schenken. Vor allem solltest du dich darauf einlassen, einen kleinen und harmlosen, aber höchst effektiven Selbstversuch zu machen.

Der Selbstversuch, von dem ich spreche, dauert exakt eine Woche und benötigt sehr wenig Aufwand. Noch dazu ist er extrem simpel. Umso erstaunlicher ist es, wie viel er in deinem alltäglichen Leben bewegen kann!
Bevor es konkret wird, möchte ich noch betonen, dass ich natürlich nicht der Erfinder dieser Methode bin. Ich selbst habe diesen Selbstversuch vor einiger Zeit gestartet und gewissermaßen niemals damit aufgehört 🙂 Die Methode findet auch heute noch in meinem Leben Anwendung, wenn ich merke, dass ich faul werde oder eine bestimmte Aufgabe aufschiebe. Lass uns gemeinsam anschauen, worum genau es eigentlich geht.

Du als dein eigener Assistent

Bei dem 7-tägigen Selbstversuch geht es darum, dass du dein eigener Assistent bist. Du gibst dir mit kleinen Kniffen selbst Hilfestellungen, die dich produktiver machen. Du reichst dir selbst die Hand, die dich weiterzieht und du hilfst dir dabei, den inneren Schweinehund auszutricksen. Wie das funktioniert, schauen wir uns nun an:

Das Wort „unproduktiv“ klingt nett und professionell. Wenn man ehrlich zu sich ist, ist es die hübsche Verkleidung des Wortes „faul“. Wenn wir also unproduktiv sind, sind wir in Wirklichkeit faul. Auch wenn man sich nicht zu stark kritisieren sollte, sollte man doch zumindest so ehrlich sein, das zu erkennen.
Unsere Faulheit basiert auf Ausreden. Es gibt immer eine Ausrede, die die Logik krümmt oder gar gänzlich außer Kraft setzt. Hierzu gehört zum Beispiel:

  • „Ich musste mir heute eine Pizza bestellen, weil ich gar nicht kochen konnte. Das Fleisch und Gemüse war noch im Tiefkühler und ich hätte nach der Arbeit ewig auf das Auftauen warten müssen.“
  • „Ich konnte heute gar nicht zum Sport. Meine Sportkleidung war noch in der Waschmaschine und ich hatte die Tasche gar nicht gepackt. Das wäre viel zu spät geworden und ich muss morgen wieder früh raus.“
  • „Den Bericht habe ich heute gar nicht mehr schreiben können. Auf meinem Schreibtisch war totales Chaos und ich hätte ewig gebraucht, um mich erst einmal wieder in das Thema einzuarbeiten.“

Diese Drei Beispiele kommen direkt aus dem Alltag und vielleicht erwischst du dich gerade dabei, selbst schon einmal einen dieser Sätze oder einen ähnlichen gesagt zu haben. Das ist übrigens nicht schlimm. Auch wenn diese Aussagen Ausreden sind, ist ja doch etwas Wahres an ihnen dran: Man möchte nicht hungern, weil man unnötig lange kocht und damit den ganzen Abend verbringt. Man möchte auch nicht noch auf seine Wäsche warten müssen, um dann erst am späten Abend zum Sport zu können, bevor der nächste Tag in der Früh beginnt und viel Kraft fordert. Genauso wenig möchte man sich durch große Papierstapel wühlen und seine nötigen Quellen zusammensammeln, bevor man losarbeiten kann.
An diesem Punkt setzt der Selbstversuch an: Sorge dafür, dass die Ausrede gar nicht erst entstehen kann!

Assistieren oder austricksen?

Bei dem 7-tägigen Selbstversuch geht es darum, dass du dir selbst die beste Hilfe bist, die du bekommen kannst. Du kannst es entweder so sehen, dass du dir selbst assistierst oder deinen inneren Schweinehund austrickst. Suche dir aus, was dir besser gefällt. Das Ergebnis ist das Gleiche: Dir werden die Ausreden ausgehen und das ist gut so!
Bleiben wir doch direkt bei unseren drei Beispielen und schauen uns an, was wir tun können, um dafür zu sorgen, dass wir keine Ausreden mehr haben:

  • Stelle die Zutaten, die du zum Kochen brauchst, direkt auf deine Arbeitsfläche in der Küche, bevor du das Haus verlässt. Was vorher im Gefrierfach war, kannst du in den Kühlschrank legen. Du kannst es nun so sehen, dass du zum Kochen gezwungen bist, da du die Lebensmittel sonst entsorgen müsstest oder dass du dir selbst hilfreich zur Hand gegangen bist.
  • Packe deine Sporttasche am Vorabend oder bevor du aus dem Haus gehst und lege sie in den Eingangsbereich deiner Wohnung. Wenn du nur noch deine Tasche in die Hand nehmen und losgehen musst, hast du keine Hemmschwelle mehr, die dich von deinem Training abhält.
  • Räume bereits am Morgen deinen Schreibtisch grob auf. Nehme vom Tisch, was du nicht brauchst und lege die für das aktuelle Projekt relevanten Unterlagen beisammen. Mache dann etwas anderes. Wenn du zum Schreibtisch zurückkehrst, wirst du dich nur noch auf das Wesentliche konzentrieren müssen.

7 Tage lang Ausreden eliminieren

Wie du siehst, ist das Ganze keine komplizierte Wissenschaft. Mit einem einfachen Kniff kannst du dir den Tag und das Leben wesentlich leichter machen. Wenn du den Verusch machen möchtest, dann probiere folgendes aus: Wende diese Methode 7 Tage lang an, jeden Tag genau ein einziges Mal. Finde jeden Tag eine Ausrede, die dich von einer bestimmten Sache abhalten würde und entkräfte sie, indem du dir selbst die Hand reichst und eine gute Hilfe bist.
Nach diesen 7 Tagen wirst du 7 Dinge geschafft oder erledigt haben, die du sonst nicht getan hättest und dieses Resultat verleiht dir absolute Motivation!

Immer wenn du merkst, dass du eine Ausrede hast, kannst du dir überlegen, wie du dir selbst dabei helfen kannst sie zu entkräften! Ich hoffe, dass diese einfache und sehr praktische Methode dich langfristig motivieren kann und dir dabei hilft, einiges zu erledigen.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein wunderbares Wochenende und viel Spaß mit dem Selbstversuch, falls du ihn wagst!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelfoto: morguefile.com, © octaviolopez

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Michael,

    seit Deinem Artikel vom letzten Freitag ist es sehr ruhig geworden mit Kommentaren und Anmerkungen. Vielleicht sind ja alle damit beschäftigt, aufgeschobene Dinge und Aufgaben zu erledigen 😉

    Du hast es wieder auf den Punkt gebracht. Häufig hält man sich selbst davon ab, wichtige Dinge in Angriff zu nehmen. Wenn man immer Sachen aufschiebt oder verdrängt, beschäftigen diese einen permanent oder das schlechte Gewissen ist Dauergast bei den Gedanken und lenken ab.

    Ich hoffe, dass dies für viele eine Ausrede-freie Woche ist.

    Viele Grüße
    Manfred

    1. Hallo Manfred,

      Da hast du Recht. Ich habe mich auch schon gefragt, wo alle Leser hin sind 🙂 Dennoch verrät mir mein Analyse-Tool, dass etwas mehr als 1000 Menschen den Artikel gelesen haben, also hoffe ich mal, dass du Recht hast 😉 Ein praktischer Ansatz kann sehr hilfreich sein, wenn alle guten Gedanken und Vorsätze als Motivation nicht mehr ausreichen. Die Last der Aufschübe mit sich zu tragen, sollte keine Option sein.
      Ich wünsche dir eine gute und erfolgreiche Woche!

      Viele Grüße
      Michael

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