Schlafen ist schön – Wenn man dann mal dazu kommt…

Ein Artikel für alle, deren Gedanken selbst dann noch rasen, wenn der Kopf bereits auf dem Kopfkissen ruht.

Sonntagabend, 23:45 Uhr. Du liegst schon seit fast 2 Stunden im Bett und der Blick auf die Uhr macht dich noch unruhiger, als du es ohnehin schon bist. Um 5 Uhr am nächsten Morgen wird der Wecker klingeln und dich lautstark daran erinnern, dass die neue Woche angebrochen ist. Während du schlaflos in deinem Bett liegst, kreisen deine Gedanken um all das, was dir  morgen bevorsteht. Ein Meeting auf der Arbeit, ein unangenehmer Termin, der Wocheneinkauf, jemand wird zu Besuch kommen, jemand hat Geburtstag, usw.

Du schaust wieder auf die Uhr und schon ist es 00:15 Uhr. „Wenn ich jetzt einschlafe, dann habe ich noch 4 Stunden und 45 Minuten“, ermutigst du dich selbst. Aber natürlich ist der kleine Pessimist in dir genauso schlaflos wie du. „Das ist niemals genug. Man braucht doch mindestens 6 Stunden“, kommt es dir in den Sinn. „Wenn ich jetzt schnell einschlafe, kann ich wenigstens noch ein paar Stunden schlafen. Besser als nichts.“

Aber auch dann schläfst du nicht ein. Vorhin noch hast du an die Dinge gedacht, die dich noch erwarten und schon hängen deine Gedanken an Dingen, die geschehen sind. Du lässt den Tag oder die Woche Revue passieren, erinnerst dich an die lustigen Momente, aber auch an die traurigen. Dir kommen Momente ins Gedächtnis, die dich aufgeregt und verärgert haben und schon steigt dein Puls. Großartig, jetzt bist du erst recht wach. Dein letzter Blick auf die Uhr geschieht nach 1 Uhr in der Nacht und irgendwann fällst du schließlich in den Schlaf, ohne es zu merken. Das erbarmungslose Klingeln deines Weckers reißt dich aus dem kurzen Schlaf und es ist Montag. Von nun an bist du wieder mitten im Geschehen. Dabei hattest du doch kaum Gelegenheit, dich mal auszuruhen…

Na, kommt dir dieses Szenario irgendwie bekannt vor? Wenn ja, dann bist du damit nicht allein. Wer bewusst lebt, macht sich auch bewusst über alles Mögliche Gedanken. Meiner Meinung nach ist das besser, als sich keine Gedanken zu machen und einfach von Tag zu Tag zu leben. Aber (und es gibt fast immer ein großes „Aber“) viele Gedanken sind nicht immer von Vorteil. Sie sollen uns unterstützen, das Leben erleichtern und uns zu mehr Lebensqualität verhelfen. Sobald sie uns am Schlafen hindern, wird der eigentliche Sinn verfehlt!

Im heutigen Artikel möchte ich dir ein paar einfache Tricks und Grundsätze mit auf den Weg geben, die dir helfen sollen, wirklich zur Ruhe zu kommen, sobald du dich in dein Bett begibst. Diese Tipps und Grundsätze sind weder hoch wissenschaftlich, noch tief psychologisch. Sie sind einfach logisch und effektiv und haben mir geholfen, wieder Ruhe zu finden, als ich aufgrund meines Gedankenvolumens kaum noch zum Schlafen kam.

Das Grundprinzip

Es gibt Dinge, die macht man einfach nicht. Du würdest dir zum Beispiel keine Toilette in der Küche installieren. Oder du würdest dir keinen Backofen neben dein Bett stellen. Warum? Weil es einfach sinnlos und absurd ist 🙂 Genauso absurd sollte es dir erscheinen, belastende Gedanken mit in dein Bett zu nehmen. Das Prinzip ist simpel:

Es gibt eine Tageszeit zum Nachdenken und es gibt eine Tageszeit zum Ruhen.

So einfach ist das. Dein Bett ist ein Ort, an dem du dich ausruhst und Kraft für die Aufgaben des bevorstehenden Tages sammelst. Dort darf es einfach nichts geben, das dich belastet, denn du brauchst jeden Moment deiner Ruhe. Mache dir klar, dass zur Schlafenszeit kein Gedanke mehr wichtiger sein kann, als die Tatsache, dass du dich ausruhen musst. Sollte es einen Gedanken geben, der wirklich sehr wichtig ist, kannst du ihn noch am nächsten Morgen durchdenken. Nämlich nachts wirst du ohnehin nicht mehr ins Handeln kommen.

Die Wohlfühloase

In der Theorie ist alles immer so einfach und schön. Man sagt sich „Ja, stimmt. Das mache ich jetzt so!“, und plötzlich merkt man, dass man es doch nicht getan hat. Aus diesem Grund hilft es, ins Handeln zu kommen. In diesem Fall habe ich ein amüsantes Beispiel: Im Alltag können wir unseren Harndrang ziemlich lange verkneifen, uns ablenken oder einfach möglichst lange durchhalten. Sobald wir ein Badezimmer betreten und eine Toilette sehen, wird der Drang aber plötzlich unerträglich. (Das ist heute schon mein zweites Sinnbild mit einer Toilette – was ist nur los? 🙂 ) Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein mit der Toilette eine Erleichterung verknüpft. Man betritt ein Badezimmer und das Unterbewusstsein sagt sich „Aaah, endlich ein Badezimmer. Alle Spannung lösen, es ist eine Toilette in Sicht.“

Genau auf diese Weise soll auch dein Schlafzimmer, bzw. dein Bett auf dich wirken. Wenn du dein Schlafzimmer betrittst oder dich in dein Bett legst, dann soll dein Unterbewusstsein sofort die Schlafstimmung einläuten, weil es weiß, dass dies der Ort ist, an dem du vollends zur Ruhe kommst. In diesem entspannten Modus kommst du gar nicht erst auf die Idee, dir noch nervenaufreibende Gedanken zu machen.

Um dein Bett eine Wohlfühloase sein zu lassen, solltest du es auch entsprechend einrichten. Hier ist kein Luxus vonnöten. Mach es dir einfach so gemütlich wie möglich. Investiere ruhig ein paar Euro in gemütliche Bettwäsche, lege die Kissen ansprechend zurecht, stell dir ein warm leuchtendes Lämpchen neben das Bett. Was auch immer es ist, das dir gefällt und dich beruhigt: Bring es in dein Schlafzimmer. Wenn du mal einen wirklich harten Tag hast, an dem alle Motivation nicht mehr hilft, dann hast du zu Hause eine kleine Oase auf dich warten, auf die du dich freuen kannst!

Atmen ist die halbe Miete

Wir haben tatsächlich nur eine Möglichkeit, unser Unterbewusstsein direkt und aktiv zu beeinflussen: Mittels unserer Atmung. Zu diesem Thema könnte ich riesig ausschweifen, deshalb halte ich mich kurz: Wenn wir nervös sind, atmen wir kurz und schnell. Wenn wir ruhig sind, atmen wir langsam und tief. Im Schlaf atmen wir weniger. Es sind lange und tiefe Züge. Wenn du unruhig in deinem Bett liegst, dann konzentriere dich für 2 oder 3 Minuten lang nur darauf, ruhig und tief zu atmen. 2 Minuten mögen nach wenig klingen, aber in einer Konzentrationsübung kann man sich schnell ablenken lassen. Deshalb sind 2 Minuten ein guter Anfang. Du wirst merken, wie du ruhiger wirst und dich entspannst.

Die Progressive Muskelentspannung

Die Progressive Muskelentspannung ist Bestandteil vieler Therapien, sowohl im physischen, wie auch im psychischen Bereich. Mir persönlich hilft sie nicht besonders, aber vielleicht habe ich einfach noch nicht den richtigen Draht dazu gefunden 🙂 Sie ist jedenfalls sehr anerkannt und könnte auch etwas für dich sein!

Im Grunde funktioniert es so: Du gehst im Geist all deine Muskeln von oben bis unten oder umgekehrt durch und spannst jeden einzeln kurz an, um ihn dann wieder zu entspannen. Zum Beispiel spannst du deine Zehen für einige Sekunden an und entspannst sie wieder. Dann fühlst du ganz bewusst die Entspannung in sie zurückkehren. Anschließend machst du dasselbe mit deinem Fuß, dann mit der Wade, dem Schenkel, usw. Diese Übung wirkt sehr entspannend und lenkt vor allem von lästigen Gedanken ab. Probiere es ruhig aus und lass uns gerne wissen, ob es funktioniert 🙂

 

Schlaf ist wichtig. Sehr wichtig. Auch hier fallen mir wieder unzählige Gründe ein, aber wichtig ist im Grunde nur, dass wir Zeit zum Entspannen brauchen, um im Alltag bestehen zu können. Wir müssen in jeder Hinsicht fit und ausgeruht sein, um all das Gute in unser Leben zu ziehen. Und eine entscheidende Grundlage hierfür bietet ein ausgewogener Schlaf. Ich hoffe, dass der heutige Artikel dir gefallen hat und dir vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß geben konnte.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und einen tollen Start in die nächste Woche.

Es ist schön, dass du dabei bist.

Michael

2 Kommentare, sei der nächste!

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