Du hast den Artikel von letzter Woche interessiert verfolgt? Dann solltest du diesen nicht verpassen!

Letzte Woche haben wir uns mit der Vergänglichkeit der Zeit und der entsprechenden Kostbarkeit aller Momente beschäftigt. Heute geht es um die Frage, was man denn nun mit seiner Zeit anfangen soll, wenn sie doch so begrenzt ist. Gibt es ein „Richtig“ oder „Falsch“?

Verantwortung für die Zeit

Zuerst einmal möchte ich klarstellen, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, wie er mit seiner Zeit umgeht. Mit Blogartikeln wie diesem möchte ich nur auf unumstößliche Tatschen hinweisen und den ein oder anderen Gedanken zum Thema auslösen. Ich kann und möchte niemandem vorschreiben, was er mit seiner Zeit anzufangen hat und werde es deshalb auch nicht tun.
Manche Menschen sagen, dass im Leben schon alles vorausgesehen ist und dass wir dem großen Plan eines übergeordneten Schöpfers folgen. Andere wiederum sind der Meinung, das Leben sei vollkommen dem Zufall überlassen und wir würden von Tag zu Tag hindurch stolpern, bis es schließlich zu Ende ist.
Woran du glaubst, ist dir überlassen. Es ändert nichts an der Tatsache, dass wir nicht wissen, wann unsere Zeit abläuft. Deswegen ist es so sinnvoll, immer das Beste aus ihr zu machen und sie vor allem auch zu beschützen! Es gibt genügend Zeiträuber im Leben, die rein gar nichts Gutes zu bieten haben. Sie schimpfen, meckern, lästern und haben rein gar nichts Wertvolles zum eigenen Leben beizutragen, sondern stehlen einem nur Zeit. Zur Verantwortung für die eigene Zeit gehört auch, sich davor zu schützen!

Von unaufhörlicher Effizienz

Ich schreibe so viel über die Vergänglichkeit, den unschätzbaren Wert der Zeit und über die entsprechende Verantwortung, dass man den Eindruck bekommen könnte, es gäbe nichts wichtigeres im Leben und man dürfe nicht eine einzige Sekunde verschwenden.
Tatsächlich ist es so, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, was Zeitverschwendung ist und was nicht. Jeder muss seinen eigenen Wert für die Zeit ermitteln und jeder beschließt für sich selbst, was er in seinem Leben schaffen möchte und ob er dafür viel Zeit und Engagement aufbringen muss oder eher bescheiden ist und den Rest seiner Zeit anders nutzt.
Es gibt Menschen, die von dem Gedanken der Vergänglichkeit gehetzt und getrieben werden und so zu wahren Effizienz-Maschinen werden. Sie arbeiten viel und hart, verreisen oft, unternehmen viel mit ihren Mitmenschen und schlafen wenig. Manch einer mag das bewunderns- und erstrebenswert finden, andere wieder schütteln darüber nur den Kopf. Sie sind glücklich, wenn sie es gemütlich haben und wissen, dass ihre Aufgaben erledigt sind. Sie leben ihr Leben bequem und unaufgeregt und sind auf genau diese Weise mit sich im Reinen.

Richtig und falsch?

Ich persönlich kann beide genannten Ansichten zum Verbringen seiner Zeit gut verstehen. Als erfolgsorientierter Mensch habe auch ich Phasen, in denen ich extrem zielorientiert und effizient arbeite, um in möglichst wenig Zeit möglichst viel zu schaffen. Ich merke aber auch schnell, dass mir das auf Dauer nicht gut tun kann und gönne mir etwas Erholung. Auch wenn ich tendenziell immer viel schaffen möchte, kommt mir Erholung nie wie Zeitverlust vor. Das liegt ganz einfach daran, dass sie sich gut anfühlt und was sich gut anfühlt, kann meiner Meinung nach nicht falsch sein.

Der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero sagte: „Der ist kein freier Mensch, der sich nicht auch einmal dem Nichtstun hingeben kann.“

Dieser Aussage kann ich nur zustimmen. Wer sich vom Drang zur Effizienz leiten lässt, wird beherrscht. Wer sich beherrschen lässt, ist nicht frei. Weiterhin ist das „Nichtstun“, das Cicero in seiner Aussage erwähnt, für uns Menschen dringend notwendig. Nicht nur unser Körper muss seine Ruhepausen bekommen, sondern vor allem auch unser Geist.
Die menschliche Psyche ist je nach Zustand nur begrenzt belastbar und zu viele Aktivitäten (egal welcher Art) führen zu Stress, Organisationsverlust und vor allem Unzufriedenheit. Ab einem gewissen Punkt kommt man nicht mehr vorwärts, obwohl man sich so viel Mühe gibt und das ist schlicht und einfach frustrierend.

Ich glaube daran, dass Zeit niemals verschwendet ist, solange man sie glücklich erlebt. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die nicht fernsehen. Überhaupt nicht. Sie tun es nicht, weil sie der Meinung sind, dass man beim Fernsehen seine Zeit verschwendet und intellektuell nicht herausgefordert wird. Dieser Aussage würden bestimmt viele Menschen zustimmen und das ist auch in Ordnung. Es gibt aber auch viele Menschen, die beim Fernsehen herrlich entspannen können und diese Gelegenheit vielleicht gerne nutzen, um etwas Zeit mit einem geliebten Menschen zu verbringen. Das wäre also eine sinnvolle Nutzung des Fernsehers. Wie du siehst, ist das Ganze eine reine Ansichtssache.

Entscheidend ist, dass du das Gefühl hast, gut und verantwortungsvoll mit deiner Zeit umzugehen. Die Hauptsache ist, dass du glücklich bist und dir deine Zeit nicht von Leuten stehlen lässt, die sie nicht verdienen. Glücklich zu sein, ist richtig. Seine Zeit unglücklich zu erleben, ist falsch. Diese Sicht ist wirklich sehr (!) schwarz-weiß, ABER ein simples Prinzip.
Wenn du ein ambitionierter Mensch bist, dann ist es richtig, dass du viel arbeitest und versuchst, innerhalb von kurzer Zeit viel zu erreichen. Wenn du jedoch sehr bescheiden bist, dann wäre es einfach nicht richtig für dich, diesem Ideal nachzueifern.
Wie genau du deine Zeit verbringst und investierst, entscheidest am Ende alleine du und das ist gut so. Schließlich bist du die Hauptfigur in deiner Geschichte und hast immer die Zügel in den eigenen Händen.

Ein großes Dankeschön

Bevor ich mich ins Wochenende verabschiede, möchte ich mich bei dir dafür bedanken, dass du jeden Freitag deine Zeit investierst, um diesen Blog zu lesen. Ich weiß es sehr zu schätzen und freue mich über die so groß gewordene Leserschaft und die vielen Zuschriften. Ich werde mir Mühe geben, damit dieser Blog auch zukünftig für dich eine sinnvolle Zeitinvestition bleibt 🙂

Hab ein wunderbares Wochenende und eine gute Zeit!

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelfoto: Gratisography.com