Wenn nicht du, wer dann?

In wenigen Minuten wirst du erkennen, dass diese Frage dein Leben komplett auf den Kopf stellen kann.

Wenn du bereits eins meiner Bücher gelesen hast oder ab und zu auf dem Blog vorbeischaust, dann weißt du mit Sicherheit, dass ich fest an die Eigenverantwortung glaube. Das heißt: Ich glaube daran, dass wir selber den Schlüssel zu allem im Leben in unseren eigenen Händen halten. Wir halten das Ruder, die Zügel, das Lenkrad oder wie auch immer man es nennen mag. Wir bestimmen wie selbstbewusst, erfolgreich, zufrieden oder glücklich wir sind und selbstverständlich gilt das auch für alle anderen Dinge, die dir gerade spontan einfallen.

In letzter Zeit bin ich besonders oft von Lesern darauf angeschrieben worden, dass das in gewissen Situationen nicht stimmen kann. Dass es Dinge gibt, auf die wir keinen Einfluss haben und die wir hinnehmen müssen. Aus diesem Grund möchte ich mich heute zum Thema „Eigenverantwortung“ äußern und eine Frage in den Raum werfen, die deine Weltsicht grundsätzlich verändern kann.

„Wenn das Leben dir Zitronen gibt…

…,mach Limonade draus.“ Dieses Sprichwort kennen wir wohl alle. Leider wird es heutzutage immer in schlechten Lebenshilfe-Zusammenhängen verwendet. Das soll uns jedoch nicht davon abhalten, das Gute aus dieser Redewendung zu ziehen: Mach stets das Beste aus dem, was dir gegeben ist. Rückschläge können Chancen sein. Es gibt jedoch noch etwas viel wichtigeres, das wir hiervon mitnehmen können: Du kannst nicht steuern, was um dich herum geschieht, aber du kannst entscheiden, wie du darauf reagierst.

Da ist sie wieder, die Eigenverantwortung. Denn tatsächlich sind es nicht die Ereignisse in deinem Leben, die dich und deine Situation verändern, sondern die Art und Weise, wie du damit umgehst. Das Leben ist unpersönlich. Es möchte dir nichts Gutes oder Schlechtes. Es gibt einfach natürliche Gesetze, denen wir alle unterliegen. Ein Beispiel aus einem meiner Bücher ist das des ertrinkenden Kindes: Wenn ein Kind in einen Fluss stürzt und ertrinkt, ist das nicht die Schuld des ungerechten Lebens. Dass wir unter Wasser nicht atmen können, ist ein Naturgesetz. Man hat also die Möglichkeit, das Leben zu verfluchen, für ungerecht zu halten und zu verbittern oder man kann diesen Vorfall als die Tragödie sehen, die sie ist, aber trotzdem verstehen, dass das Leben es damit nicht böse meint. Eigenverantwortung im Leben zu übernehmen, gibt uns das Gefühl, mehr Kontrolle über eine Situation zu haben und lässt uns neues Selbstbewusstsein gewinnen. Also, was auch immer in deinem Leben geschieht: Du führst Regie darüber, wie es weitergeht. Das führt uns dann auch schon zur entscheidenden Frage:

Wenn nicht du…

…wer dann? Diese Frage richte ich direkt an dich. Wenn nicht du die Verantwortung für alles in deinem Leben trägst, wer dann? Ich habe großen Respekt vor den Religionen der Menschen, aber in einer realen Welt mit realen Hürden kann ich mich nur auf das verlassen, was ich bewusst habe und steuern kann. Und das bin nur ich. Es ist ein schöner Gedanke, die Verantwortung abzugeben und frohen Mutes zu sein, aber die jahrtausende lange Erfahrung lehrt uns, dass die guten Dinge im Leben nur passieren, wenn wir uns um sie bemühen. Also kommt es wieder auf einen selbst zurück und ich frage erneut: Wenn nicht du, wer dann?

Durch mein Buch „Endlich selbstbewusst!“ bin ich mit vielen Menschen in Kontakt gekommen, die sich selbst nicht mögen, aber gerne ein erfüllteres Sozialleben hätten. Sie finden sich zu dick oder hässlich und denken, sie seien nicht aufgeschlossen genug. Sie halten sich nicht für liebenswürdig oder sympathisch und können sich nicht vorstellen, dass jemand sie jemals mögen könnte. Und auch hier lautet meine Frage an diese Personen immer wieder: „Wenn nicht du, wer dann? Wenn nicht einmal du diese Person im Spiegel magst, wer soll sie denn dann mögen? Du machst es anderen schwer. Wenn nicht einmal du dich für liebenswürdig hältst, wer soll es denn dann tun? Wenn du nicht aufgeschlossen bist, wer soll es dann sein?“ Wer darauf wartet, dass urplötzlich jemand an seiner Haustür klopft und sagt: „Ich kenne dich zwar überhaupt nicht, aber ich liebe dich“, der wartet lange. Sehr, sehr lange. Für mich führt der einzige Weg zu mehr Selbstbewusstsein, Erfolg, Zufriedenheit und Lebensfreude über sich selbst. Den Anfang machst du und alles weitere wird folgen.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich pleite, unglücklich und einsam war. All das änderte sich schlagartig, nachdem ich mir die Frage stellte: „Wenn nicht du, wer dann?“ Durch meinen Kopf gingen nicht einfach nur diese Worte. Ich hatte verstanden, was bisher schief gelaufen war und war nun bereit, es anders zu machen. Ich war bereit, auf niemanden mehr zu warten und mein Leben komplett selbst in die Hand zu nehmen. Von Stunde 1 an fühlte sich alles anders an und mit jedem Tag wuchs mein Selbstbewusstsein. Seitdem ich die volle Verantwortung für mich und mein Leben übernommen habe, habe ich mich niemals wieder so wie damals zu besagter Zeit fühlen müssen.

Löse dich von Opferrollen, erwarte nichts von anderen und gib niemandem irgendeine Schuld. Wenn du den großen Stein ins Rollen kriegen möchtest, dann blicke in den Spiegel und sieh dir die einzige Person an, die das bewerkstelligen kann.

„Wenn nicht du, wer dann?“, war mir an vielen Stellen eine große Hilfe und ich hoffe, dass diese simple Frage mindestens genauso viel für dich tun kann.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

 

Titelfoto: Pixabay.com, © AdinaVoicu

10 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Michael,

    so ist es. Jeder gestaltet sein Leben selbst. Leider ist es ein weiter Weg von der (logischen) Akzeptanz dieser Tatsache bis zur Anwendung im Leben, wie ich an mir immer wieder feststelle. Andere verantwortlich machen ist halt viel einfacher.

    Nichtsdestotrotz ist es ein schöner Gedankenanstoß für das Wochenende. Danke.
    Rudolf

    1. Hallo Rudolf,

      schön, dass der Artikel dir gefällt. Es ist richtig, dass es ein langer Weg bis zur tatsächlichen Anwendung ist, ABER der erste und wichtigste Schritt ist die Akzeptanz. Ist dieser erst einmal getan, geht der Rest des Weges sich fast von allein 🙂

      Viele Grüße
      Michael

  2. Hallo Michael,

    Du verlangst aber viel von uns in dieser Woche – Eigenverantwortung übernehmen! Es ist doch so einfach und angenehm, anderen die Verantwortung für sich zu übertragen 😉 Für alles, was dann schief geht, haben dann ja auch andere die Verantwortung. Das wird uns leider auch vielfältig in der Öffentlichkeit vorgemacht. Mit der Suche nach dem Schuldigen/Verantwortlichen wird häufig auch mehr Zeit verbracht wie mit der Lösung der Probleme.

    Es ist richtig, es gibt Vieles um uns herum, das wir nicht beeinflussen können, aber umso wichtiger ist es, wie wir damit umgehen. Wenn man darüber nachdenkt, haben wir doch viel mehr Möglichkeiten, zu agieren und zu reagieren. Sei es, mit wem wir uns abgeben, sei es unser Konsumverhalten oder sei es, inwieweit wir uns von Meinungen anderer beeinflussen lassen.

    Danke mal wieder für diesen zum Nachdenken – und auch zum eigenverantwortlichen Handeln – anregenden Artikel.

    Ein schönes und selbstbestimmtes Wochenende und viele Grüße
    Manfred

    1. Hallo Manfred,

      ja, wirklich gemein von mir 🙂 Das, was du ansprichst, ist genau der Punkt: Es wird uns vorgelebt. Wir leben einfach in einer Gesellschaft, in der man möglichst alles auf jemand anderen abschiebt. So passiert es, dass die „Schwächsten“ am meisten zu tragen haben und es somit noch schwieriger haben, stärker und selbstbewusster zu werden. Ich hoffe, dass in Zukunft mehr Menschen diesbezüglich zu einer Erkenntnis kommen werden.
      Wie du selbst sagst, haben wir unzählig viele Möglichkeiten. Wir können uns aussuchen, wie wir unser Leben gestalten.

      Auch dir ein schönes Wochenende und viele Grüße
      Michael

  3. Hallo Michael,
    auch mich hat das Leben vor einigen Jahren dazu gebracht , mir die Frage zu stellen : Wenn nicht ich , wer dann?
    Und nach der gewonnen Erkenntnis und den ersten bewussten Schritten in die Erigenverantwortung, fügt sich tatsächlichalles alles wie ein Puzzle zusammen.
    Ich treffe neue Entscheidungen (nur für mich ), lerne neue interessante Menschen kennen,lese geniale Bücher( so wie deine ) und es ist so unglaublich spannend und befreiend,immer weiter die Opferrolle hinter mir lassen zukönnen und zum Schöpfer meines Lebens zu wachsen.
    Alles ist möglich.

    Auch ich wünsche dir ein sonniges und schönes Wochenende.

    Herzliche Grüße
    Heike

    1. Hallo Heike,

      ich freue mich sehr über deine Worte. Es beweist einmal mehr, dass eine simple Erkenntnis ein ganzes Leben aus den Angeln heben kann und alles verändert.
      Es ist schön zu lesen, dass du diese Entwicklung als spannend und befreiend beschreibst. Ich wünsche mir diese Erfahrung für jeden Menschen.
      Vielen Dank auch für das liebe Kompliment bezüglich meiner Bücher 🙂

      Hoffentlich ist es auch bei dir sonnig. Hab eine gute Zeit.

      Viele Grüße
      Michael

  4. Hallo Michael, auch für mich wieder ein toller Beitrag. Wenn ich deine Zeilen lese, möchte ich, am liebsten sofort, Änderungen in meinem Denken und Handeln vornehmen. Es ist immer ganz logisch nachzuvollziehen was du schreibst. Aber manchmal ist es wirklich schwer aus alten Verhaltensmustern auszubrechen. Bin aber schon ein ganzes Stück weiter gekommen. Man muss sich eben immer wieder selbst motivieren und in die Zukunft blicken. Für mich ist es auch super wichtig, diese verdammte Opferrolle hinter mir zu lassen. Ich bin nicht perfekt, aber ich komme damit immer besser klar. Wünsche dir und allen “Mitstreitern“ noch eine schöne Woche. Viele Grüße Karin!

    1. Hallo Karin,
      vielen Dank für dieses großartige Kompliment. Es freut mich sehr, dass meine Beiträge dich motivieren. Ich denke, dass es bei der persönlichen Entwicklung kein „Ziel“ oder „Ende“ gibt, da man sich eben immer weiter entwickelt. Folglich erreichst du jeden Tag aufs Neue, was man sich nur wünschen kann: Es verändert sich etwas zum Positiven.
      Niemand von uns ist perfekt, aber hey: Sonst wäre das Leben doch auch langweilig, oder? 🙂

      Viele Grüße
      Michael

  5. Hallo Michael,

    der Blog ist zwar schon ein paar Wochen her, aber ich kommentier ihn trotzdem mal noch.
    Dieser Tag stand in vielen Medien, dass eine Mutter eine Petition gestartet hat, die Bundesjugendspiele abzuschaffen, weil ihr Sohn weinend und nur mit einer Teilnehmerurkunde heimgekommen ist.
    Das ist so ein Fall, bei dem m.M. nach jegliche Eigenverantwortung der Mutter fehlt. Anstatt dem Kind beizubringen, dass Niederlagen zum Leben gehören, versucht man die BuJuSp abzuschaffen,
    weil das eigene Kind nicht sportlich ist. Wenn das Kind schon mit so einer vergleichsweisen
    „lächerlichen“ (‚tschuldigung) Niederlage nicht lernt umzugehen,
    wie soll es mit „echten“ Niederlagen im Leben umgehen lernen?
    In meinen Augen gibt es nur zwei Möglichkeiten mit der Teilnehmerurkunde umzugehen:
    – Es ist mir egal und ich freue mich über den schulfreien Tag und gehe ohne Hausaufgaben nach Hause
    – Die „Niederlage“ wurmt mich enorm und ich melde mich im örtlichen Sportverein an,
    um zu trainieren und bei den nächsten BuJuSp besser zu sein.
    Leider ist dies aber der große Trend – Kinder in Watte packen und/oder immer einen anderen suchen,
    der Schuld hat: Kinder werden bis ins Klassenzimmer gebracht statt mit dem Bus zu fahren, bei kleinsten Keilereien wird ein Riesenwirbel veranstaltet, Eltern wollen in der Schule mitreden, welches Klopapier bestellt wird (das ist kein Witz!), der Jugendfußballtrainer muss seine Aufstellung bei den Eltern der Ersatzspieler rechtfertigen, ich könnte so weitermachen. Ich bin grade mal 34, aber sowas gabs früher einfach nicht. Die „noch älteren“ werden es bestätigen können…
    Was ich aber sagen will: Leidtagend ist am Ende das Kind, das keinerlei Eigenverantwortung lernt… so, jetzt gehts mir besser…. 🙂
    So long, ein schönes, heißes Wochenende…
    Sascha

    1. Hallo Sascha,
      hier sind alle Blogartikel aktuell, also nur raus damit 🙂
      Auch ich habe von der Petition und der besorgten Mutter gelesen und betrachte die Angelegenheit mit gemischten Gefühlen.
      Prinzipiell kann ich das instinktive Schützen des Kindes verstehen, aber ich muss dir darin zustimmen, dass die Abschaffung der Bundesjugendspiele nur ein Weglaufen vor Herausforderungen wäre. Ich denke auch, dass ein Kind durch solche Herausforderungen mehr Ehrgeiz entwickeln kann und letztendlich ist sportliche Betätigung nicht schädlich. Es ist ja nicht gerade so, dass es in Deutschland zu wenig übergewichtige Kinder gibt 🙂
      Auch wenn ich den Schutz von Kindern groß schreibe, gebe ich dir Recht darin, dass Kinder zu sehr in „Watte eingepackt“ werden. Gleichzeitig ist das Bildungssystem mangelhaft und vermittelt nur wenig soziale Kompetenzen und Werte. Grob gesagt findet keine individuelle Förderung statt, sondern ein Vorbereiten auf das Leben in der Einheitsschiene.
      Schön, dass es dir nach dem Kommentar besser geht 🙂 Manchmal muss man einfach loswerden, was einem auf der Seele liegt und ich danke dir für deinen Beitrag.

      Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche!
      Viele Grüße
      Michael

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