Eine Meinung haben: Die größte Todsünde des Jahrzehnts?

Gehörst du etwa auch zu den Sündern?!

Ich kann unmöglich der einzige sein, der merkt, dass die Welt und unsere Gesellschaft in einem extremen Wandel sind. Es gibt so vieles, das sich verändert. So viele scheinbar negative Entwicklungen. Gleichzeitig ist die Spaltung der Gesellschaft so massiv wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Wir sind so aufgeheizt. So feindselig. Da sind so viele Bereiche, in denen wir uns uneinig sind und getrennte Wege gehen. Es ist einfach unglaublich.

Im Zuge dessen sticht für mich eine bestimmte Entwicklung ganz besonders heraus. Auf diese möchte ich im Folgenden näher eingehen.

Ich erinnere mich an eine gute alte Zeit, in der wir miteinander diskutiert haben. Eine Zeit, in der wir uns über unsere Meinungen ausgetauscht haben und einander die Chance gaben, überzeugende Argumente zu äußern. Es gab tatsächlich mal diese Zeit, in der man Freude daran hatte, unterschiedliche Standpunkte und Perspektiven durchzuspielen, um seinen Horizont zu erweitern. Heute ist das überwiegend anders.

Heute hast du eine Meinung. Entweder ist sie die richtige oder du bist weg vom Fenster. Klingt überspitzt? Finde ich auch. Ist aber nicht annähernd so überspitzt wie die Tatsache, dass wir Menschen dafür diskriminieren, eine eigene Meinung und eigene Wertvorstellungen zu haben.

Und tschüss!

Hier kommt eine kleine Anekdote über das Schicksal, oder Karma, oder wie auch immer wir das nennen mögen: Vor wenigen Monaten sah ich auf Instagram einen Beitrag des amerikanischen Motivationsredners Gary Vaynerchuk. Er sprach über irgendein kontroverses Thema, zu dem er eine ganz spezielle Meinung hatte. Es war jedoch eine harmlose Angelegenheit. Wenn ich mich recht entsinne, ging es um die Fehler des Schulsystems. Jedenfalls stach mir dabei ein Kommentar unter dem Video ins Auge. Eine Frau schrieb (aus dem Englischen übersetzt): „Gary, ich folge dir nun schon seit Jahren. Du warst immer ein Teil meines Lebens und hast mich täglich motiviert. Ich habe jedes deiner Bücher gelesen und viele deiner Vorträge gehört. Aber heute hast du eine ganz andere Meinung als ich und das finde ich nicht in Ordnung. Ich werde dir nicht mehr folgen. Tschüss!“

Dieser Kommentar an sich ließ mich bereits reichlich staunen. Es gab daran jedoch noch etwas, das NOCH beeindruckender war! Dieser Kommentar hatte mehr als 2.000 Likes erhalten. Das heißt, dass über 2.000 Menschen dieser Dame ihren Zuspruch bekundet hatten.

Ich erinnere mich sehr gut an diese Sache, und gleich wird dir auch klar werden, warum ich dir ausgerechnet diese Geschichte erzähle. An diesem Tag schickte ich besagten Beitrag an einen Freund und rief ihn an. Ich lachte und sagte: „Sieh dir das mal an. Es ist ja geradezu so, als wäre es eine Straftat, nicht immer derselben Meinung zu sein. Was stimmt denn nicht mit den Leuten? Wie kann man wegen einer harmlosen Meinungsverschiedenheit Abstand von einem Menschen nehmen, zu dem man jahrelang aufgeschaut hat?“

Genau einen (!) Tag später bekam ich eine E-Mail von einer Leserin, die fast exakt denselben Wortlaut hatte wie der eben genannte Kommentar. Sie hatte einen Blogartikel von mir gelesen, war mit meiner Meinung nicht einverstanden und nahm Abschied, nachdem sie jahrelang treue Leserin gewesen war. Nenn mich verrückt, intolerant oder unempathisch, aber es fällt mir schwer, so etwas nachzuvollziehen.

Was hat sich verändert?

Da wären wir dann auch schon beim Kern der Sache: In der heutigen Zeit haben wir eine ganz andere Art der Kommunikation und des Meinungsaustauschs. Unsere Aufmerksamkeitsspannen sind extrem begrenzt. Wir beschäftigen uns kaum noch miteinander und wir können einander so schnell ersetzen, dass wir uns gar nicht erst die Mühe geben, an einer sozialen Bindung zu arbeiten. Darüber sprachen wir ja erst im letzten Blogartikel ganz ausführlich (Falls du ihn nicht gelesen hast, kannst du einfach hier klicken).

Heutzutage „blockieren“ wir andere, weil wir uns nicht mit ihnen und ihrer Meinung auseinandersetzen wollen. Was wäre es vor 20 Jahren für ein Unding gewesen, jemanden einfach zu ignorieren und ihm nicht einmal die Chance zu geben, seine Meinung zu äußern?

Neulich erst erfuhr ich von dem Trendbegriff „Ghosting“. Das ist ein plötzlicher und kompletter Kontaktabbruch ohne Vorankündigung. Verschiedenen Quellen zufolge sollen rund 20% aller Deutschen dies in letzter Zeit erlebt haben. Das hat mich komplett aus den Socken gehauen. Du kannst es dir so vorstellen: Du gehst mit jemandem zu einem ersten Date, aber das Treffen hat der Person nicht gefallen. Anstatt dir zu sagen, dass es leider nicht gefunkt hat, entscheidet die zweite Person sich dazu, dich komplett zu ignorieren und zu blockieren. Du hast keine Möglichkeit, nach den Gründen zu fragen oder dein Gegenüber zur Rede zu stellen, weil deine Gefühle verletzt wurden. Wenn du dich dagegen wehrst, wirst du als „Stalker“ abgestempelt. Verrückt, oder? Bis vor Kurzem war mir nicht bewusst, wie viele (vor allem jüngere) Menschen darunter leiden. In meinen Augen ist es ein Selbstverständnis, jemandem zu erklären, warum man keinen Kontakt haben möchte.

Nenn mich altmodisch oder konservativ, aber ich vermisse den Dialog. Ich vermisse intellektuell herausfordernde Unterhaltungen, bei denen man etwas dazulernt. Heute hast du entweder die richtige oder die falsche Meinung. Dazwischen ist nicht viel Platz.

Meiner Meinung nach hat sich das auch ganz gut in der Pandemie mit dem großen „C“ herauskristallisiert. Du bist entweder ein Schwurbler und Verschwörungstheoretiker oder ein naiver Gutbürger und ein schlafendes Schaf. Auf diese respektlose Weise sind wir als Gesellschaft einander begegnet. Wir sind viel zu selten (oder eher gar nicht) aufeinander zugegangen, um einander unsere Sorgen, Zweifel und Gedanken zu erklären. Wir haben uns einfach als emotional unreife und kommunikativ wenig talentierte Gesellschaft blamiert.

Der „Schrecken“ der Individualität

Es ist nichts Neues, dass Leute ausgegrenzt werden, wenn sie nicht „normal“ sind oder nicht dem Mainstream angehören. Eine sehr extreme Meinung von mir war schon immer, dass Leute sich in die Normalität flüchten, um nicht viel über sich und das Leben nachdenken zu müssen. Das meine ich gar nicht böse, aber es trifft leider oft zu. Im Schutz der Normalität und des Mainstreams finden wir Führung. Wir finden Akzeptanz und Zuspruch, ohne etwas tun zu müssen. Wir werden einfach akzeptiert, weil wir „dabei“ sind und die Normalität fördern. Deshalb funktioniert auch das Hamsterrad des Alltags so gut.

In meinem Herzen gab es schon immer einen besonderen Platz für Individualisten. Für die Künstler, die Musiker, die Exzentriker, für die angeblich „Schwachen“, die Hochsensiblen, usw.
Man kann nur verstehen, wie viel Mut es braucht, um einzigartig zu sein, wenn man selbst mal nicht „normal“ war und nicht „dazugehört“ hat.

Und deshalb habe ich heute besonders großen Respekt vor Menschen, die ihre eigene Meinung haben. Es muss nicht meine Meinung sein. Ich respektiere auch jene, die andere Ansichten haben als ich. Das, wovor ich Respekt habe, ist die Unabhängigkeit. Das Hinterfragen. Die Individualität. Der Mut, außerhalb gesellschaftlicher Schubladen zu denken.

Dabei gibt es immer eine klare Grenze: Wir dürfen anderen nicht schaden. Das ist in so vielen Dingen des Lebens die Grenze und wir sollten sie auch hier ziehen. Aber warum müssen wir Menschen blockieren, „ghosten“ oder ihnen die Freundschaft kündigen, weil sie in einer bestimmten Sache anders denken als wir, ohne dabei irgendjemandem zu schaden?

Wir tun niemandem einen Gefallen damit. Wenn wir andere Meinungen permanent abblocken, entwickeln wir eine sehr einseitige Geisteshaltung. Wir drängen uns in eine mentale Isolation, in der nur unser Weltbild existiert, und kein anderes. So viel kann ich dir verraten: Einen umfangreich entwickelten Geist erlangt man so nicht.

Hab den Mut, du zu sein

Jeden, wirklich JEDEN Tag kommuniziere ich durch meine Tätigkeit als Berater und Autor mit Menschen, die eine Meinung haben, aber sich nicht trauen, diese zu äußern. Sie haben Angst davor, abgelehnt zu werden. Sie wollen niemanden erzürnen. Sie wollen ihre Freunde nicht verlieren. Was sagt das über uns aus? Es sagt über uns aus, dass wir eine eigene Meinung schon längst als gesellschaftliche Todsünde akzeptiert haben. Meine Güte, ist das ein Schwachsinn.

Unsere Gesellschaft wird durch Dialoge belebt. Es ist ein besonderes Qualitätsmerkmal des Menschen, Dinge aus mehr als einer Perspektive sehen zu können. Doch jetzt bricht eine Zeit an, in der man EINE Meinung haben muss, damit man nicht zur Randfigur der Gesellschaft gemacht wird. Falls dir das bisher noch nicht so bewusst war, dann schau dir mal die Abendnachrichten an und versuche, so objektiv wie möglich zu sein. Du wirst sicherlich überrascht sein 😉

Auch die Meinung, die ich mit diesem Blogartikel vertrete, wird vielen nicht gefallen und sauer aufstoßen. Genauso werde ich vielen damit aus der Seele sprechen. Das ist völlig in Ordnung. Jetzt kann sich jeder aussuchen, ob er meine Zeilen liest und versucht, meine Denkweise zu verstehen, oder ob er sein Smartphone (oder den Computer) aus dem Fenster wirft und sich schwört, nie wieder etwas von Michael Leister zu lesen. Aber das hier ist MEINE Meinung und ich will keine Angst davor haben, sie zu äußern.

Was soll ich sagen… Ich ghoste nicht. Ich laufe nicht vor dem Gegenwind anderer weg. Im Gegenteil. Meinen Respekt verdient man sich erst, indem man mir zeigt, dass man sich mit mir und meiner Persönlichkeit auseinandersetzt.

Allen Gleichgesinnten da draußen möchte ich sagen: Schäme dich nicht für deine Meinung. Kenne die Grenze. Solange du niemandem schadest, darfst du von allem überzeugt sein, was immer du magst.
Lasst uns nicht vor potenziellem Gegenwind davonlaufen. Lasst uns respektvoll miteinander umgehen. Lasst uns einander neue Perspektiven zeigen, damit wir voneiander lernen und wieder zusammenfinden.

Von einer Sache bin ich fest überzeugt: Was wir aktuell als Gesellschaft betreiben, führt nicht zu einem fruchtbaren Miteinander. Wenn wir diese Welt GEMEINSAM bewohnen wollen, müssen wir uns miteinander beschäftigen. Und bei aktuell 8 Milliarden Menschen auf der Welt wäre es töricht zu erwarten, dass wirklich jeder und jede dieselbe Meinung teilt.

Es interessiert mich nicht, woher du kommst, welche Hautfarbe du hast und an welchen Gott du glaubst. Solange du und ich respektvoll miteinander umgehen und einen höflichen Dialog pflegen, können wir Freunde sein.

In diesem Sinne: Es ist schön, dass es dich gibt und es ist schön, dass du eine eigene Meinung hast.

Und natürlich ist es schön, dass du dabei bist 🙂
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, Jamie Haughton

42 Kommentare, sei der nächste!

  1. Moin Michael,

    ein wirklich guter Artikel. Super. Danke schön. Ich bin hauptsächlich meiner Meinung und akzeptiere auch andere Meinungen. War aber auch ein langer Weg dahin, der noch nicht zu Ende ist. Mal sind die Ansichten gleich, mal nicht. Das ist halt so. Wäre auch schön blöd, wenn alle gleich wären. Da wäre das Leben sehr langweilig. Also sei bitte weiterhin deiner Meinung.

    LG Andrea…

  2. Lieber Michael, wie toll ist das denn? Ich hatte gestern genau die gleichen Gedanken und mit einer Freundin darüber gesprochen. Ich äußere meine Meinung und habe dadurch schon einige „Freunde“ verloren. Auf WhatsApp blockiert zu werden, ist schon oft geschehen. Eine komische Entwicklung. Aber ich bleibe mir treu und freu mich, dass es noch andere Menschen gibt, die ihre Meinung äußern 😊 denn so lernt man sich ja auch erst richtig kennen. Nicht durchs Ja sagen. Danke für deinen Beitrag 👍

    1. Liebe Angela,

      es freut mich sehr, dass der Artikel dich zur richtigen Zeit erreicht hat 🙂 Schön, dass du das auch so siehst. Gleichgesinnte in dieser großen Welt zu finden, ist alles andere als leicht. Danke für deinen Zuspruch!

      Ich wünsche dir einen wunderbaren Start ins Wochenende.

      Liebe Grüße
      Michael

  3. Du hast sowas von Recht, lieber Michael. Beim Lesen dieses Beitrages lief bei mir quasi ein Film ab, weil ich es erstens selbst erlebe und auch viele andere Menschen kenne, die entweder intolerant sind oder aber schon Ghosting, Blockierungen udgl. erlebt haben. Es ist tatsächlich traurig zu erleben und auch schwer zu verstehen, wie die Menschen inzwischen miteinander umgehen. Jeder erwartet ständig Zuspruch und Hilfe, aber nur Wenige sind bereit, für andere Menschen ein offenes Ohr zu haben oder Hilfe anzubieten.

  4. Guten Morgen allerseits und vielen herzlichen Dank für das Thema im Ungang mit seiner eigenen Meinung.
    Ich möchte hier ergänzen, dass genau dasselbe auch für den eigenen Willen und somit auch für den eigenen Weg gilt ☺️ dabei ist auch klar, dass die Wegbegleiter nicht immer dieselben bleiben können.
    Danke Michael, dass du mich darin bestärkst es nicht allen recht machen zu müssen sondern es mir selbst recht machen zu dürfen und dabei kein schlechtes Gewissen haben zu müssen ☺️
    Ein erfreuliches freies Wochenende wünsche ich a
    Allen von Herzen.
    Grüessli René

    1. Ich habe zu danken, lieber René. Danke für deine Wertschätzung und deine Gedanken zu dem Thema. Da kann ich dir nur zustimmen.

      Dass ich dich auf deinem Weg unterstützen kann, ist mir eine große Freude und Ehre. Danke, dass du mir das sagst 🙂

      Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende! Lass es dir gut gehen.

      Liebe Grüße
      Michael

  5. Leider geht es nicht mehr um sachliche Erwägungen, sondern um die richtige „Haltung“. Wenn man mit Argumenten kommt, die dem Gegenüber nicht passen, wird man ganz schnell persönlich angegriffen.
    Mal angenommen, ich versuche nur im Sinne eines Perspektivwechsels, die Position einer im Mainstream für „böse“ erklärten Sache rein rhetorisch zur Diskussion zu stellen.
    Nennen wir mal – Achtung, gleich gehen alle steil – den RB Leipzig, oder den Präsident eines im Osten gelegenen großen Landes. Ich versichere eidesstattlich, das ich kein „Fan“ von den beiden bin!

    Was dann losgeht, muss man selber erlebt haben.

    Meine Methode mag defensiv erscheinen, aber ich habe dadurch mittlerweile einen sehr kleinen Freundeskreis und versuche ansonsten solche Themen zu umschiffen.

    Warum? Weil ich sonst bald ganz alleine dastehen würde. Mein bester Sportkumpel hat zu vielen Dingen eine konträre Meinung. Wir sind beide so klug, diese Themen nicht anzusprechen. Was soll denn dabei herauskommen? Wir respektieren uns und unterhalten uns lieber über alle Aspekte unseres sportlichen Tuns.

  6. Hallo Micheal, dein Beitrag trifft es auf den Punkt!

    Leider tickt die Welt so, beim Dating, im Büro oder im Freundeskreis. Ich persönlich weiß schon gar nicht mehr wie deep talk funktioniert, denn sobald man etwas tiefgründigeres besprechen möchte und seine Meinung äußert wird man bewertet, beurteil oder gleich ignoriert.
    Einige Menschen gehen zwar drauf ein aber reden nur noch aus ihrer Perspektive, als ob deren Ansicht zu einem Thema Vorrang hat, sodass man sogar vergisst was man eigentlich sagen wollte.
    Das erlebe ich jeden Tag, ja wirklich jeden Tag. Traurig….

    Ich erarbeite mir momentan das 21 Tage Programm aus deinem Hörbuch „Ich breche aus“ und dazu gehört auch mein Sozialverhalten unter die Lupe zu nehmen. Ich bin teilweise entsetzt wie Menschen miteinander umgehen.
    Dadurch ziehe ich mich immer mehr zurück und nun verstehe ich auch warum es so schwer ist eine Freundschaft aufzubauen.

    In diesem Sinne, lieben Dank für deine Meinung und diesen Beitrag!
    Bleib wie du bist, Gruß Eugenia

    1. Liebe Eugenia,

      herzlichen Dank für deinen Zuspruch und deine Gedanken zu dem Artikel. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen 🙂

      Es freut mich sehr, dass das Buch dir gefällt und dass du neue Perspektiven dazugewonnen hast. Ich kann dir nur empfehlen, deinen ganz eigenen Weg zu gehen, auch wenn er sich phasenweise einsam anfühlen kann. Früher oder später kommen dann die richtigen Menschen in dein Leben. Lass dir nicht den Mut nehmen!

      Ich hoffe, dich auch weiterhin auf deinem Weg unterstützen zu können und wünsche dir alles Gute!

      Liebe Grüße
      Michael

  7. Übrigens ist das der zweite Kommentar, den ich jemals überhaupt in meinem Leben verfasst habe, genau weil ich mich nie getraut habe meine Meinung zu sagen….
    Weil da draußen so viel Hass herrscht und weil ich weiß, dass es ja niemanden interessiert oder doch??
    Jetzt lege ich so richtig los 😀

  8. Hallo Michael, genauso empfinde ich es auch.
    Es ist erschreckend und ich frage mich, wo das hinführen soll.
    Aber, Dank meiner Toleranz habe ich bisher keine Freunde verloren.
    Es wird aber zunehmend schwieriger, seine Meinung zu vertreten.
    Ich bedauere die Entwicklung sehr.
    Schönes Wochenende.
    Liebe Grüße aus dem Norden
    Margret

    1. Liebe Margret,

      vielen Dank für deine ehrlichen Gedanken und Worte, die ich sehr nachvollziehbar finde. Lass dich nicht unterkriegen!

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und sende liebe Grüße zurück in den Norden 🙂

      Michael

  9. Hallo lieber Michael,
    danke, dass Du so ein wichtiges und aktuelles Thema aufgegriffen hast! Leider ist mir, dass auch schon aufgefallen was du beschrieben hast. Verschiedene Meinungen sind wichtig und auch normal. Keine Ahnung warum man sich deswegen anfeinden muss oder gar Kontakt abbrechen. Ich denke mittlerweile gibt es auch so viele Möglichkeiten in der modernen Welt einfach seine Meinung rauszuhauen, dank Facebook und Co. Vielleicht sollte es wieder mehr Stammtische wie früher geben. 😉
    In diesem Sinne ein erholsames Wochenende.
    Viele Grüße
    Anja

    1. Ich habe zu danken, liebe Anja. Es ist schön zu wissen, nicht mit seinen Gedanken allein zu sein. Danke für deinen Zuspruch und deine Wertschätzung!

      Ich wünsche dir ebenfalls ein schönes und erholsames Wochenende.

      Liebe Grüße
      Michael

  10. Lieber Michael,

    wie immer ein toller Artikel von dir. Gratulation! Grundsätzlich und ausnahmslos bin ich der selben Meinung wie du. Aber ich habe Menschen blockiert, weil sie mir nicht gut getan haben und ich wurde von Menschen blockiert, weil sie mit meiner Art und meiner Meinung nicht klar kamen, die selber ein persönliches Problem mit einer offenen Streitkultur hatten und zu allem Überfluss in der Öffentlichkeit ein falsches Bild von mir gezeichnet haben. Bei allem habe ich niemanden verletzt, aber ich lass mich von Tatsachenverdrehern, respektive missratenen Menschen nicht mehr verletzen.

    Zu lange habe ich an das Gute im Menschen geglaubt, aber es gibt Menschen, die nutzen deine Gutmütigkeit einfach nur brutal aus. Ich habe mein Umfeld aussortiert und habe nur noch wenige, aber echte Freunde in meinem Leben, die in guten wie in schlechten Zeiten zu mir stehen und mich so akzeptieren, wie ich bin. Diese Wertschätzung beruht immer auf Gegenseitigkeit. Ich respektiere die Gegenseite, auch wenn ich nicht immer gleicher Meinung bin, Negative Menschen haben mit mir und meinem Leben nichts mehr zu tun.

    Ich begegne Menschen immer mit Wohlwollen und Respekt, aber das ist keine Einbahnstraße. Ich fordere auch Respekt ein und wer mich nicht respektiert, hat in meinem Leben nichts zu suchen. Menschen, die ich neu kennenlerne können selbstverständlich gerne anderer Meinung sein, solange die Person mir mit Respekt begegnet, kann sogar eine tiefe Freundschaft aus dieser Begegnung hervorgehen.

    Vielleicht mag der Eindruck entstehen, dass ich ein verbittertes Leben führe. Ich kann dir versichern, dass dem nicht so ist. Wie kann man jemanden respektieren wenn man angefeindet wird nur weil man eine andere Meinung vertritt?

    Das passt nicht in mein Wertesystem. Wir haben nur ein Leben und da muss man eine gesunde Auswahl treffen, genauso wie ich ausgewählt oder abgelehnt werde, tue ich das auch. Ich werde mich nicht verbiegen für niemanden. Das war nicht immer so, aber das Leben hat mich gelehrt bei Menschen wählerisch zu sein.

    Liebe Grüße,

    Ali Haydar

    1. Lieber Ali Haydar,

      erst einmal vielen Dank für dein Lob, deinen Zuspruch und deine Wertschätzung. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.

      Danke auch für deine offenen und ehrlichen Gedanken, die ich sehr nachvollziehbar finde. Bleib stark und lass dich nicht unterkriegen!

      Liebe Grüße
      Michael

  11. Lieber Michael, du hast wirklich einen guten Menschenverstand und siehst die Dinge so wie sie im Alltag ablaufen – Respekt!
    Bin in (wahrscheinlich fast) all deinen Punkten d’accord.
    – Mainstream ist sicherlich ein gewaltiges und nicht zu unterschätzendes Thema – wird sind leider so leicht manipulierbar.
    – Respekt voreinander und gemeinsamer Dialog schwindet immer mehr und konträre Meinungen werden schon als Kriegserklärungen gesehen. Dabei kann man von anderen Meinungen lernen, darüber diskutieren, Standpunkte (respektvoll) klären usw.

    Was mir selber aufgefallen ist: ich denke, dass ich sehr aufgeschlossen bin auch gerne andere Meinungen respektiere und gelegentlich gerne annehme – ich ermutige meist mein Gegenüber immer, mir seine ehrliche Meinung zu äußern (auch wenn es mich persönlich betrifft).
    Leider gibt es nur sehr, sehr wenige Menschen, die davon Gebrauch machen – die Gründe sind mir (noch) nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht liegt es an mir, oder an was anderem? Daran arbeite ich noch 🙂

    In diesem Sinn – ein schönes Wochenende, dass wir uns mehr miteinander beschäftigen und den Mut bzw. keine Angst davor haben, ganz du selbst zu sein (wie Michael es so treffend formuliert hat)

    Lg aus Kärnten
    Valentin

    1. Vielen Dank für deine lobenden und wertschätzenden Worte, lieber Valentin. Das weiß ich wirklich zu schätzen 🙂
      Es freut mich sehr, dass der Beitrag dir gefällt und dass du dich in meinen Zeilen wiederfinden konntest. Danke für deine Gedanken dazu!

      Ich wünsche dir ebenfalls noch ein schönes und entspanntes Wochenende. Lass es dir gut gehen!

      Liebe Grüße zurück nach Kärnten
      Michael

  12. Hallo Michael,

    finde deinen Blocjk heute wieder toll. Er spiegelt.leider unsere Gesellschaft wieder.
    Ist man mal anderer Meinung wird man entweder als dumm dargestellt oder man wird so lange bearbeitet bis man der gleichen Meinung ist.

    Dadurch habe ich mich ziemlich zurück gezogen, was das Problem nicht löst. Aber mir fehlt oft die Kraft.

    Mache bitte weiter so, freue mich auf deinen nächsten ehrlichen Block.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende

    Liebe Grüße Silvia

    1. Herzlichen Dank für deine wertschätzenden Worte und deinen Zuspruch, liebe Silvia. Es ist schön zu wissen, dass man doch nicht ganz allein ist 🙂 Lass uns nicht den Mut verlieren.

      Ich hoffe, dich auch weiterhin motivieren und unterstützen zu können, und wünsche dir ebenfalls ein schönes Wochenende.

      Liebe Grüße
      Michael

  13. Hallo Michael, auch mich treibt das Thema um. Ich gehöre zur Generation 75+ und sehe zunehmend die Unachtsamkeit unter den Menschen. Etwas ,was mich sehr traurig macht. Wobei ich auch viele Menschen kenne ,die eine gesunde Einstellung zu den „Miteinander“ haben. Und das wiederum lässt mich hoffen. Vielleicht sind wir „Älteren“ etwas gelassener im Umgang mit dem Alltäglichen und Weltpolitischen. Mit dem Zulassen und Anhören anderer Meinungen hatte ich früher auch so meine Probleme. Das ist mittlerweile Vergangenheit! Gehen wir ALLE achtsam miteinander um!!! LG Eveline

    1. Liebe Eveline,

      es freut mich sehr, dass der Beitrag dir gefällt und dass du dich in meinen Zeilen wiederfinden konntest. Danke für deine Gedanken dazu 🙂

      Ich wünsche dir noch ein wunderbares Wochenende.

      Liebe Grüße
      Michael

  14. Hallo Michael, was Du in Deinem Artikel beschreibst, habe vor ca. 2 Jahren selbst erlebt. Es hat mich viel Kraft gekostet, mich nach der Erfahrung, von meinem Lebensgefährten nach 7 Jahren von heute auf morgen „geghosted“ zu werden, wieder zu erholen. Ich habe in dieser Zeit erfahren, dass das „Ghosten“ etwas ist, das sehr häufig von menschlichen Wesen praktiziert wird, die nach außen wie intelligente Menschen wirken, die aber tatsächlich aus sehr verschiedenen Gründen dieses unsoziale Verhalten zeigen. Dafür wird es individuelle Gründe geben, aber was solche Wesen Menschen antun, die ihnen angeblich wichtig sind, die sie angeblich Wertschätzung, macht sprachlos. Ich habe viel aus dieser Erfahrung gelernt und hoffe, dass sich dieses ungesunde und unerträgliche Verhalten nicht in der Gesellschaft etabliert. Denn dann wird das Folgen haben, die uns alle betreffen und die ich mir nicht ausmalen möchte. Natürlich war das beschriebene meine persönliche Erfahrung, aber es scheint viele Menschen zu betreffen. Ich hoffe, dass Vernunft, Respekt und die Akzeptanz der Individualität trotzdem bestehen und bleiben werden.
    Ich habe Dich und deinen Blog und Deine Bücher in meiner Krise kennengelernt. Auch das hat mir geholfen, wieder ich selbst zu werden.
    Herzliche Grüße, Katja

    1. Liebe Katja,

      das tut mir wirklich leid zu lesen. Was du hinter dir hast, klingt sehr hart. Ich finde es jedoch stark von dir, dass du dich von dieser negativen Erfahrung nicht vom Kurs abbringen lässt.

      Herzlichen Dank für deine wertschätzenden Worte. Es freut mich wirklich sehr, dass du so viel Kraft in meiner Arbeit findest. Danke, dass du mir das sagst.

      Ich hoffe, dich auch weiterhin motivieren und unterstützen zu können. Lass dich nicht unterkriegen!

      Liebe Grüße
      Michael

    1. Liebe Adrijana,

      es freut mich wirklich sehr, dass der Beitrag dir gefällt. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass man mit seinen Gedanken doch nicht ganz allein ist 🙂 Danke für deinen Zuspruch und deine Wertschätzung! Das bedeutet mir viel.

      Liebe Grüße
      Michael

  15. Lieber Michael,

    herzlichen Dank für deinen tollen Beitrag. Finde ich absolut treffend beschrieben…leider. Die aktuelle Entwicklung gibt mir auch sehr zu denken. Früher hatte ich das Gefühl dass die Meinungsfreiheit ein hohes Gut in unserer Gesellschaft war und gerne kontroverse Diskussionen mit Respekt geführt wurden. Wenn man heute eine Abweichende Meinung vom Mainstream äußert kann man das zwar tun, muss dann aber auch mit allen Konsequenzen leben. Wir kennen das von früher noch anders. Bedenklich finde ich dabei dass unsere Kinder mit dieser neuen Form der Meinungsfreiheit aufwachsen und dies als normal empfinden werden. Ich gebe die Hoffnung nicht auf dass sich dies wieder zum positiven ändern wird!

    Lg Florian

    1. Vielen Dank für deinen Zuspruch, deine Wertschätzung und für deine Gedanken zu dem Artikel, Florian. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass man doch nicht ganz alleine ist 🙂

      Lass uns nicht die Hoffnung verlieren!

      Liebe Grüße
      Michael

  16. Lieber Michael,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Man sieht das ja mittlerweile bei allen Themen. Wenn man eine andere Meinung hat wird man sofort in eine Schublade gesteckt und abgestempelt. Man hört sich nicht mehr zu, wer am lautesten brüllt hat recht…

    Danke , dass es noch Menschen wie dich gibt!

  17. Hej Michael, wieder gut getroffen und beobachtet..Du hast mich mit einem Kommentar auch mal sehr verletzt auf Instagram. Ich musste auch verdauen. Aber wegen ein paar unbedachte Worte die anderen wertvollen zu „ghosten“ war für mich keine Option.. schönen Sonntag.. LG Susie 🤗

  18. Lieber Michael
    Du hast mir so aus der Seele gesprochen. Wie schon so oft. Das ist so ein aktuelles Thema, was du da abgesprochen hast. Und ich glaube das diese Wendung ganz viel mit „C“ zutun hat. Und gerade in den letzten 2 Jahren wurde das doch auch von Seiten der Regierung und den Medien geschürt. Und das diese die Menschen so manipulieren können ist sehr erschreckend. Viele gehen den leichten Weg. Ziehen mit der Masse, übernehmen keine Selbstverantwortung in diesen Zeiten. Wer da sich selber treu bleibt und nicht mut der Masse geht, wird regelrecht an den Pranger gestellt. Ich möchte so manche gerne schütteln und sagen:“ schauxdurxden Film der Geschwister Scholl an“.
    Denn es fehlt nicht mehr viel, dann haben wir wieder so eine Zeit. Ich bin der Meinung das die Regierung und die Medien diese Wende herbeigeführt haben. Und es ist so traurig das man es zulässt. Bitte bleib dir weiterhin treu. Sei weiterhin mutig das zu sagen wofür du stehst. lass niemals zu das man dur das nimmt. Denn du bist einer der wenigen, der weiß worauf es ankommt im Miteinander.
    Liebe Grüße

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