Warum du eine Stadt bauen solltest und wie du das anstellst

Das vielleicht wichtigste Projekt deines Lebens…

Vielleicht verwirrt dich der Titel dieses Artikels ein wenig. Eine Stadt bauen? Wie soll das gehen und wozu soll das gut sein?

„Eine Stadt bauen“ ist eine Metapher, die ich gerne in meinen Coachings verwende. Es ist ein Sinnbild, auf das ich in einer Phase meines Lebens gekommen bin, in der ich ausschließlich das machte, was ich nicht machen wollte. Ich machte Jobs, die ich hasste und wenn ich mal „Freizeit“ hatte, nutzte ich sie nicht annähernd so, wie ich es gerne getan hätte. Irgendwann wurde mir klar, dass ich meine Zeit verschwendete und etwas unternehmen musste. Keine Sorge, das wird keine Mitleid erregende Geschichte über meine Vergangenheit. Du wirst gleich erfahren, was das Ganze mit dir und deinem Leben zu tun hat.

Es machte keinen Sinn

In dieser besagten Phase überkam mich das Gefühl, nichts zu machen, was dauerhaft Bestand haben könnte. Bei der Arbeit tauschte ich meine Zeit gegen Geld. Meine Arbeit erfüllte für mich keinen tieferen Sinn. Ich erledigte einfach etwas, um dafür entlohnt zu werden. Danach machte ich Dinge, die meine Zeit aufbrauchten, aber keinen langfristigen Zweck erfüllten. Ich ging einkaufen, kümmerte mich um den Haushalt und andere Aufgaben, sah fern oder surfte im Internet. Wenn ich morgens aufstand, begann nicht nur ein neuer Tag. Ich startete komplett neu. Es gab nichts, woran ich weitermachte. Kein langfristiges Projekt, das mich dauerhaft beschäftigte und keine Aufgabe, die mich motivierte. Ich ging einfach zur Arbeit und tauschte ein weiteres Mal ein paar Stunden meiner Zeit gegen Geld. Am Ende jedes Tages verflog die Wirkung dessen, was ich zuvor getan hatte. Ich tat nichts, was am nächsten Tag noch relevant sein würde. Meine Arbeit hatte keinen tieferen Sinn und ebenso wenig das, was ich danach machte.

Vielleicht verstehst du gerade nicht ganz, was ich damit meine oder worauf ich hinausmöchte. Das tat ich damals auch noch nicht. Dann wurde mir jedoch klar, was mir im Leben fehlte: Etwas, das Bestand hat. Etwas, worauf man stolz sein kann. Etwas, das am nächsten Tag mindestens noch genauso wichtig ist wie am Tag zuvor. Etwas, das einem eine erfüllende Aufgabe vermittelt und das Gefühl hinterlässt, gerade etwas wirklich Gutes getan zu haben.
Kannst du es dir jetzt besser vorstellen? Kommt dir dieses Gefühl bekannt vor? Denkst du auch manchmal, dass das, was du tust, für dich und dein Leben eigentlich gar nicht wichtig ist? So ging es mir zumindest und ich begegne sehr vielen Menschen, die denselben Eindruck über sich und ihr Leben haben.

Eine Stadt bauen

Wenn du immer nur Dinge tust, die dir nicht gefallen, dich nicht herausfordern oder in denen du keinen Sinn erkennst, verschenkst du Zeit und Potenzial. Deine Zeit, deine Mühen und dein Engagement verpuffen. Am nächsten Tag ist es egal, was du am Tag zuvor getan hast. Es bringt dich keinen Schritt weiter. Es fördert weder deine Entwicklung, noch deine Zufriedenheit. Du bist unerfüllt. Du fühlst eine Leere in dir und deinem Leben. Kommt dir dieser Gedanke bekannt vor? Weißt du, wovon ich spreche?

Als ich mein Leben auf den Kopf stellte und den Grundstein meines neuen Weges legte, stellte ich mir vor, ich würde eine Stadt aufbauen. Meine Stadt. Natürlich nicht im wahrsten Sinne mit Steinen und Mörtel, sondern metaphorisch. Ich wollte etwas erschaffen, das Bestand haben würde. Ich wollte abends vor dem Schlafengehen stolz auf das zurückblicken, was ich an diesem Tag geschaffen hatte und am nächsten Morgen daran weitermachen. Ich war müde davon, immer neu zu starten. Ich war müde davon, dass all mein Engagement verpuffte und kein nachhaltiges Ergebnis hinterließ. Stattdessen sollte das, was ich machte, einen Sinn ergeben und zwar Tag für Tag. Ich wollte einen Schneeball ins Rollen bringen, der jeden Tag größer werden sollte.

Die Frage, die sich an dieser Stelle stellt, lautet: Wie macht man das? Wie baut man seine eigene Stadt?

Finde den Sinn. Findest du ihn nicht, erschaffe ihn!

Zu allererst verabschiedete ich mich von dem Gedanken, meine Arbeit würde keinen Sinn ergeben und sei ein bloßer Tausch von Zeit gegen Geld. Ich erkannte, dass jede (wirklich jede) Arbeit uns Erfahrungen bringt. Sie lässt uns in bestimmten Fähigkeiten besser werden, in welchen auch immer. Machen wir einen schlechten Job, der uns anödet, ist das auch gut: Er löst in uns den Willen zur Veränderung aus.
Ich persönlich entschied mich für die Selbstständigkeit, wo es zu meinem Beruf wurde, am nächsten Tag dort weiterzumachen, wo ich zuvor Pause gemacht hatte. Ich baute endlich meine eigene Stadt. Das heißt jedoch nicht, dass du dich auch selbstständig machen musst.

Die Regel ist simpel: Finde den tieferen Sinn, in dem, was du tust. Findest du ihn nicht, dann erschaffe ihn. Das heißt im Klartext: Hinterfrage dein Leben und deinen Alltag. Suche den Sinn in den Dingen, die du tust. Worin macht deine Arbeit dich besser? Wofür ist sie gut? Wer profitiert von deiner Arbeit? Welchen tieferen Sinn hat sie? Wenn du keinen finden kannst, dann erschaffe einen Sinn. Ziehe einen Berufswechsel in Betracht. Ja, das ist einfacher gesagt als getan. Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass wir hier von deinem Leben sprechen? Warum solltest du deine Zeit mit Dingen verbringen, die dich nicht erfüllen? Glaubst du vielleicht, du würdest dir am Ende deines Lebens wünschen, du hättest mehr Zeit mit Dingen verbracht, die du nicht mochtest?

Ich habe diese Regeln nicht gemacht. Ich habe diese Tatsachen nicht erfunden. Ich bin einfach jemand, der gerne ehrlich ausspricht, was sich die meisten nicht zu denken trauen.
Wenn du auch manchmal eine Leere in dir verspürst, dann solltest du ernsthaft in Erwägung ziehen, etwas zu verändern.

Erschaffe Dinge mit Bestand

Seine eigene Stadt zu bauen, hat nicht nur etwas mit dem Job zu tun. Es geht weit darüber hinaus!

Es geht darum, deine Zeit den Dingen zu widmen, die dich weiterbringen. Investiere deine kostbare Zeit und Aufmerksamkeit in alles, was dich glücklich macht, dich wichtige Lektionen lehrt, deine Fähigkeiten verbessert, deine Intelligenz steigert, deinen Bildungsgrad erhöht, dich zum Lachen bringt, dich herausfordert oder neue Talente in dir zum Vorschein bringt. Ein paar Beispiele dafür sind:

  • Triff dich mit Menschen, die du kennst oder lerne neue Freunde kennen.
  • Widme dich mehr deinen Hobbies oder finde ein neues.
  • Baue etwas mit deinen eigenen Händen oder mache etwas anderes Handwerkliches.
  • Lerne, ein Instrument zu spielen.
  • Schreib ein Buch.
  • Starte ein neues Business und arbeite an deinem persönlichen Erfolg.
  • Sei sportlich aktiv und steigere deine Leistungen.
  • Gründe eine Familie.

All das sind Dinge, die morgen mindestens genauso relevant sein werden wie heute. All das sind Dinge, die dir eine Aufgabe geben und dich herausfordern. All das sind Herausforderungen, an denen du wächst. All das sind Bestandteile deiner ganz eigenen Stadt.

Deine Stadt wird nie fertig sein. Ist ein Gebäude fertig, kommt dir auch schon die Idee für das nächste. Danach fällt dir ein, dass du an etwas Bestehendem noch etwas ausbessern kannst. In deiner eigenen Stadt wird es nie langweilig. Du weißt ganz genau, warum du das alles machst. Es ist Teil deines Lebens. Es macht dir Spaß, daran zu arbeiten.

Dein Leben hat plötzlich einen neuen Sinn. Auf alles, worauf du zurückblickst, kannst du stolz sein.

Nimm den Hammer in die Hand

Leg noch heute den Grundstein. Fang an, an deiner Stadt zu bauen. Soweit wir wissen, währt das Leben nicht ewig. Worauf wartest du also noch?

Ich hoffe, dass ich dich mit dem heutigen Beitrag inspirieren konnte. Wie findest du die Metapher, seine eigene Stadt zu bauen? Meinen Coachees (Coaching-Teilnehmern) hilft sie sehr dabei, erfolgreicher und glücklicher zu sein. Deswegen hoffe ich, dass dieser Gedanke auch in dir Motivation auslösen kann.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Aufbau deiner ganz eigenen Stadt.

Es ist schön, dass du dabei bist.
Michael

 

Titelbild: Unsplash.com, Josh Withers

19 Kommentare, sei der nächste!

  1. hi michael,
    danke dir für den tollen beitrag!! bin schon länger „stiller“ mitleser, aber der artikel hier ist wirklich unglaublich gut und motivierend! herzlichen dank für deine arbeit, die du jede woche in deine artikel steckst! weiter so! alles gute für deinen weiteren lebensweg – und nochmal ein großes danke!
    gruß max

    1. Hallo Max,

      sehr gerne! Es freut mich sehr, dass ich dich als „stillen“ Leser dazu bewegen konnte, mir ein Feedback zu geben 🙂 Herzlichen Dank für deine guten Wünsche und dir natürlich ebenfalls alles Gute!

      Viele Grüße
      Michael

  2. Lieber Michael,
    besser könnte ich meine Situation auf der Arbeit nicht beschreiben: Sobald es was Kniffliges, was zum Denken gibt, blühe ich auf, sobald die Routine eintritt, geht es mir wie einer Blume ohne Wasser. Also: ein Projekt für zu Hause schaffen, was Neues beginnen, fortentwickeln – auch die ältere Generation. Das Leben macht viel mehr Spaß so. Guter Artikel, vielen Dank!

    1. Hallo Anne,

      das ist eine großartige Einstellung! Wir brauchen Aufgaben, egal wie alt oder jung wir sind. Wenn wir alle etwas erschaffen, das für uns von Relevanz und Dauer ist, entstehen dabei großartige Dinge.
      Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche!

      Viele Grüße
      Michael

  3. Lieber Michael, ich konnte mich sehr gut in deinem Artikel wiederfinden. „Jahre wie Staub“ habe ich damals diese sinnfrei verstreichende Zeit genannt. Mit der Geburt des ersten Kindes waren sie erst einmal zu Ende. Und jetzt, wo die Kinder erwachsen sind, wird die Stadt umgebaut, und neue wunderbare Dinge entwickeln sich in ihr!
    Liebe Grüße, Uwe

  4. Lieber Michael Leister,
    vielen lieben Dank!!
    Das war gerade genau das, was ich gebraucht habe!
    Man befindet sich oft in einer einfachen, nur ausführenden Funktion. Erfüllt Aufgaben die einem auferlegt werden, und der Einfachheit, und des lieben Friedens Willen, handelt man.
    Ich fühle mich in der letzten Zeit öfters wie ein Rebell und handel auch dem entsprechend. Das gibt zwar Ärger, aber danach fühle ich mich befreit!
    Ich werde verstärkt an den Grundmauern meiner Stadt arbeiten.
    Ich wünsche einen schönen und erfolgreichen Sonntag und einen tollen Start in die neue Woche!
    Claudia

    1. Hallo Claudia,

      schön, dass der Artikel dich zum richtigen Zeitpunkt erreicht! Das Gefühl, rebellisch zu sein, ist vollkommen normal und ein gutes Zeichen. Konflikte sind da vorprogrammiert, aber auch ein Bestandteil der gesamten Entwicklung.
      Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg beim Aufbau deiner Stadt und natürlich ebenfalls einen guten Start in die neue Woche!

      Viele Grüße
      Michael

  5. Hallo Michael,

    Dieser Text beschreibt meine momentane Situation perfekt!
    Zudem kommt noch hinzu, dass meine momentane Arbeit mich auch zeitlich auffrisst – die Schichten sind teilweise derart lang das man kaum noch Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung hat.

    Work – Sleep – Eat – Repeat, das ist momentan mein täglicher Ablauf.

    Hat man dann mal einen freien Tag, wird dieser für die Erholung genutzt und die eigenen Projekte bleiben liegen – wieder mal. Eigentlich lebe ich zurzeit nur noch für die freien Tage, für den nächsten Urlaub. Das sehnt man sich förmlich herbei, während man auf der Arbeit hofft, sie möge möglichst schnell vorbei sein.
    Man kann auch sagen: Meine Arbeit ist momentan wie eine Krankheit, man erhofft sich möglichst schnell eine Heilung.
    Und am nächsten Tag geht das ganze wieder von vorne los…

    Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, aber das ist gar nicht so einfach, schliesslich will die Miete bezahlt und der Kühlschrank gefüllt werden.
    Aber ich bin und bleibe dran!

    1. Hallo Heiko,

      das ist eine nachvollziehbare Situation, mit der du sicherlich nicht alleine bist. Die Lösung des Ganzen beschreibst du jedoch schon selbst: Du bleibst dran. Gib nicht auf. Es ist nicht so, dass wir keine Optionen oder Alternativen haben. Oft ist es einfach so, dass wir die Optionen nicht sehen oder nicht bereit sind, das dafür Nötige zu tun.
      Je länger du am Ball bleibst, desto klarer wird dir früher oder später werden, was du tun musst, um den für dich nötigen Durchbruch zu schaffen. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

      Viele Grüße
      Michael

  6. Hallo Michael,

    ich bin sprachlos vor Begeisterung nachdem ich Deinen Artikel gelesen habe.
    Ich weiß genau: ich baue an meiner Stadt bis sie fertig ist, egal wie lange das dauert.
    Ganz lieben Dank dafür und eine gute Woche…

    Herzliche Grüße
    Waltraud

  7. „Eine Stadt bauen“ gefällt mir als Sinnbild ganz gut.
    Ob das jetzt eine eigene Familie, ein eigener Bauernhof, ein Wald, ein Obstgarten oder auch das Lernen eines Instruments, das Schreiben von Büchern ist – es gibt viele Städte die man bauen kann …
    Ab und zu kommt vielleicht ein Erdbeben oder eine Überschwemmung … aufstehen, Krone richten und weiter geht’s.
    „Wer nie verliert hat den Sieg nicht verdient.“ (Udo Jürgens)

  8. Hallo Michael,
    ich lese schon seit einiger Zeit deinen Blog. Angefangen hat es mit einem deiner Bücher. Und dann war ich neugierig auf mehr. Ich lese mich jetzt hier so durch, von den neuesten zu den älteren Beiträgen. Ich finde ziemlich alle sehr gut.
    Bei diesem hier wurde ich an meine Kindheit erinnert. Da hab ich mit meiner Freundin eine Stadt gemalt. Immer ein paar Gebäude auf ein Blatt mit Straßen und Plätzen, dann das nächste Blatt passend drangesetzt und erweitert. Zum Schluss war die ganze Wand voll. Das hat Spaß gemacht, war aufregend und interessant.
    Warum so etwas nicht sinnbildlich aufs Leben übertragen?
    Tolle Idee. Motiviert mich gerade unheimlich, meinen langweiligen Alltag umzukrempeln.
    Danke für dieses Bild und die Motivation!

    1. Hallo Ina,

      schön, dass du beim Stöbern auf diesen Artikel gestoßen bist!

      Das ist eine tolle Erinnerung und sie lässt sich wunderbar auf das alltägliche Leben übertragen. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg 🙂

      Viele Grüße
      Michael

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